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08.04.2014

17:53 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kann seine Talfahrt nicht stoppen

Die Anleger warten auf die US-Berichtssaison. Experten gehen von positiven Quartalszahlen aus. Für Skepsis an den Märkten sorgt allerdings die Ukraine. Viele Anleger blicken mit Sorge auf die Unruhen im Osten des Landes.

Dax setzt Talfahrt fort - Südzucker stürzen ab

Video: Dax setzt Talfahrt fort - Südzucker stürzen ab

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FrankfurtZwei Ereignisse gaben heute an den Börsen die Richtung vor: Die wieder aufflammenden Unruhen im Osten der Ukraine und die bevorstehende US-Berichtssaison. Bei den Anlegern sorgten die beiden Themengebiete für gemischte Reaktionen. Zunächst neigten sie unter dem Eindruck der Krise in der Ukraine zu Gewinnmitnahmen, nachdem die Kurse an den US-Börsen leicht anzogen, kehrten einige von ihnen wieder an die Aktienmärkte zurück. Experten erwarten positive Quartalszahlen zahlreicher US-Unternehmen, da die Erwartungen der Analysten, aufgrund des strengen Winters in Amerika vergleichsweise niedrig angesiedelt sind.

Der Dax notierte dementsprechend wechselhaft. Unverändert gestartet, änderte in den ersten Handelsstunden mehrfach das Vorzeichen. Erst im Mittagshandel wurden die Sorgen um die Ukraine gravierender und das Minus des Leitindex größer. Sein Tagestief markierte er bei einem Kurs von 9392 Punkten.

Mit den sich vom schwachen Start erholenden US-Börsen konnte dann aber auch der Dax seine Verluste eingrenzen. Am Ende ging er mit einem Minus von 0,2 Prozent auf 9491 Punkten aus dem Handel. Die zweite Reihe musste höhere Verluste hinnehmen. Der MDax schloss mit einem Abschlag in Höhe von 1,4 Prozent auf 16.242 Punkten. Der TecDax beendete den Handel 1,3 Prozent im Minus auf 1221 Zählern.

Die erneuten Unruhen in der Ost-Ukraine machen es den Aktionären derzeit nicht einfach. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, ob sich die Unruhen in der Ost-Ukraine verschärften, sagte Marktanalyst Heino Ruland von Ruland Research. Die Entwicklung dort erinnere stark an die Entwicklung auf der Halbinsel Krim.

Entwicklung von Aktienindizes - 1. Quartal 2014

Japan

Nikkei

- 8,88 Prozent

Großbritannien

FTSE 100

- 2,23 Prozent

USA

Dow Jones

- 0,72 Prozent

Deutschland

Dax

+ 0,04 Prozent

Euro-Zone

Euro Stoxx 50

+ 1,69 Prozent

Frankreich

CAC 40

+ 2,22 Prozent

Spanien

Ibex 35

+ 4,27 Prozent

Italien

FTSE MIB

+ 14,36 Prozent

Griechenland

ASE Index

+ 14,88 Prozent

Portugal

PSI 20

+ 15,99 Prozent

Unterdessen machen die USA Russland für die provokativen Handlungen der prorussischen Minderheit in der Ukraine verantwortlich und warnten, dass die anhaltenden Unruhen die globale Konjunktur belasten könnten. Nach der Besetzung von Verwaltungsgebäuden in Luhansk und Donetsk in der Ukraine durch prorussische Demonstranten sind die Sorgen gewachsen, der russische Präsident Wladimir Putin könnte darauf abzielen, das Land in eine Föderation mit Russland zwingen.

„In der Ukraine sieht es für den Betrachter so aus, als ob Teile im Osten des Landes dem Muster der Krim-Halbinsel folgen würden und eine Angliederung an Russland erzwingen möchten“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

„Die Sorge über eine Annexion der Ostukraine hängt wie ein Damoklesschwert über den Börsen. Aber auch der Zweifel über die fundamentale Bewertung europäischer und US-amerikanischer Aktien verunsichert derzeit die Marktteilnehmer“, sagte Christian Henke von IG Markets.

„Durchaus sind negative Gewinnüberraschungen einzukalkulieren, welche derzeit tendenziell noch nicht eingepreist sind“, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Helaba in einem Kommentar. David Thebault, Chef-Händler des Brokerhauses Global Equities, warnte davor, kurzfristig wieder in den Aktienmarkt einzusteigen. „Wir müssen erst den Beginn der US-Bilanzsaison abwarten.“ Sollten sich die Firmenergebnisse verbessern, könne mit einer Erholung des Marktes gerechnet werden. „So weit sind wir aber noch nicht“, betonte Thebault. Am Abend wird Alcoa den Reigen der US- Berichtssaison für das erste Quartal eröffnen.

Kommentare (13)

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Account gelöscht!

08.04.2014, 08:30 Uhr

War das jetzt schon der "Weltuntergang"? Komisch Gold ist ebenfalls gefallen. Also hätten mir 30% Gold gestern auch nicht viel gebracht. Auch die Emerging Markets haben sich nicht komplett aufgelöst. Kommt ja vielleicht alles noch.

Aber zum Glück haben hier in diesem Forum ja einige Auserwählte ein System, das ihnen Tag für Tag mindestens 6.000 EUR Tagesgewinn liefert - egal wie die Börsen laufen. Da fragt man sich als ahnungsloser Langfristanleger, warum nicht alle so etwas haben und warum es dann überhaupt noch Idioten gibt, die Verluste an den Börsen machen.

Account gelöscht!

08.04.2014, 08:54 Uhr

"Da fragt man sich als ahnungsloser Langfristanleger, warum nicht alle so etwas haben und warum es dann überhaupt noch Idioten gibt, die Verluste an den Börsen machen."

Das liegt daran, dass Privatanleger meistens das falsche machen. Sie steigen bei Höchstkursen - also viel zu spät - erst ein, bleiben zu lange, auch wenn es schon Anzeichen für eine Abwärtsbewegung gibt, drin.
Um die Katastrophe dann perfekt zu machen versuchen sie es dann mit aussitzen und sehen dann bei 90% Verlust ein, dass sie lieber doch realisieren wollen. Zu Höchstkursen einsteigen ist keine wirklich gute langfriststrategie.

Account gelöscht!

08.04.2014, 09:11 Uhr

Mag sein, lassen wir das mal so stehen, dass "alle Privatanleger" so handeln. Warum haben dann nicht alle Profis so ein System, das Tag für Tag garantierte Gewinne und dem einzelnen Trader mehr als 1 Mio. pro Jahr generiert?

Seltsam, dass es sogar einige große Hedgefonds gibt (ich weiss, sicherlich kleine Fische im Vergleich zu den Tradern hier im Forum), die regelmäßig falsch liegen und Verluste machen.

Schönes Zitat von William Bernstein dazu (eine Lusche im Vergleich zu den Kommentatoren hier): "There are two kinds of investors, be they large or small: those who don't know where the market is headed, and those who don't know that they don't know."

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