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17.09.2015

18:18 Uhr

Börse Frankfurt

Dax kaum verändert kurz vor US-Zinsentscheid

Am Abend ist es soweit: Die US-Notenbank verkündet, ob sie ihre Nullzinspolitik beendet oder nicht. Anleger rund um den Globus warten auf die Entscheidung – auch in Deutschland haben sich die Märkte kaum bewegt.

Wall Street Exklusiv

Tag der Entscheidung: Warten auf Ms. Yellen

Wall Street Exklusiv: Tag der Entscheidung: Warten auf Ms. Yellen

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FrankfurtKurz vor der Zinsentscheidung in den USA ist der Dax am Donnerstag kaum verändert aus dem Handel gegangen. „Die Börsianer sind gespannt, ob die Leitzinsen in den Vereinigten Staaten zum ersten Mal seit der Finanzkrise erhöht werden“, sagte Aktienhändler Dominic Stewart von ETX Capital in London. An den Börsen wird eher mit einer Verschiebung der Zinswende Richtung Jahresende gerechnet.

Nach einem schwankenden Handel schloss der Leitindex Dax 0,02 Prozent höher bei 10 229,58 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte legte um 0,04 Prozent auf 19 749,83 Punkte zu. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,85 Prozent auf 1770,12 Punkte nach oben.

Die Währungshüter der Notenbank wollen ihren Beschluss am Abend mitteleuropäischer Zeit verkünden. Notenbank-Experten sind uneins, ob die Währungshüter den Leitzins erstmals seit Mitte 2006 anheben werden. Nach der Bekanntgabe des Beschlusses dürfte es aber in jedem Fall starke Kursschwankungen geben, sagte Volkswirt Dirk Gojny von der National-Bank - unabhängig davon, wie das Votum ausfalle. Höhere Leitzinsen machen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageformen weniger attraktiv.

Der Fahrplan zum Atommüll-Endlager

2014 bis Mitte 2016:

Eine 33-köpfige Kommission mit Vertretern aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft erarbeitet mit Expertenanhörungen die Grundlagen der Suche. Danach muss das Endlagersuchgesetz eventuell noch einmal modifiziert werden.

2015/2016:

Um nicht weitere Fakten für ein Endlager in Gorleben (Niedersachsen) zu schaffen, sollen keine Atommülltransporte mehr in das nahe des Salzstocks gelegene oberirdische Zwischenlager gehen. Sie müssen in andere Zwischenlager in Deutschland gebracht werden.

Ab 2016:

Zunächst werden bundesweit alle ungeeigneten Regionen ausgesiebt. Regionen mit guten Gesteinsformationen werden ausgewählt und mehrere Standorte erkundet, auch mittels Probebohrungen.

Bis 2023:

Am Ende sollen die besten Standorte aufwendig unter Tage erkundet werden. Welche Standorte ausgewählt werden, soll mit einem weiteren Bundesgesetz beschlossen werden. Die Kosten pro Erkundung werden mit einer halben Milliarde Euro pro Standort veranschlagt.

2031

Bundestag und Bundesrat sollen endgültig über den Standort entscheiden, der Klageweg soll nicht eröffnet werden. Die Kosten der Endlagersuche werden mindestens zwei Milliarden Euro betragen.

Starke Schwankungen gab es am Donnerstag bei den gebeutelten Aktien der größten deutschen Energiekonzerne RWE und Eon: Die RWE-Papiere waren mit bis zu 12 Prozent ins Plus gesprungen und lagen zum Handelsschluss noch mit rund 9 Prozent an der Dax-Spitze. Ein arabischer Investor ist weiter an einem Engagement bei RWE interessiert. Es gehe um lokale Projekte des Konzerns. Am Dienstag war der Dax-Wert noch auf ein Rekordtief gefallen.

Bei Eon rührte Konzernchef Johannes Teyssen die Werbetrommel: Der Aktienkurs spiegele nicht die Unternehmensentwicklung wider. Sowohl die Papiere von Eon als auch die von RWE hatten stark unter der Sorge um die finanziellen Belastungen aus dem Atomausstieg Deutschlands gelitten. Die Eon-Aktien gewannen 8 Prozent, nachdem sie im frühen Handel bis zu 1,5 Prozent im Minus gestanden hatten.

Die Aktien von Adidas zogen im Kielwasser einer positiven Analystenempfehlung um 3,66 Prozent an. Der Experte Geoff Lowery vom Analysehaus Redburn rechnet mit einen „Neustart“ bei dem Sportartikelhersteller. Als Antrieb hinzu kamen neu aufgewärmte Spekulationen über die Nachfolge von Unternehmenschef Herbert Hainer. Im Gespräch ist Händlern zufolge angeblich wieder Henkel-Chef Kasper Rorsted. Außerdem drängen Investoren auf eine externe Nachfolgelösung. Die Papiere des Konsumgüterkonzerns fielen am Dax-Ende um knapp 2 Prozent.

Der EuroStoxx 50 legte um 0,12 Prozent auf 3255,79 Punkte zu. Für den Leitindex in Paris ging es etwas deutlicher nach oben, während der Londoner FTSE um 0,68 Prozent fiel. In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss kaum vom Fleck.

Am Rentenmarkt rückte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,57 (Vortag: 0,55) Prozent vor. Der Rentenindex Rex stieg um 0,24 Prozent auf 138,87 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,03 Prozent auf 153,68 Punkte nach. Der Kurs des Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1312 (1,1228) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8840 (0,8906) Euro.

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