Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.01.2017

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax landet Nullnummer

VonIlias Stampoulis

Ein starker Euro und eine müde Wall Street sorgen nicht gerade für Unterstützung im Mittwochshandel. Anleger zeigen sich zögernd, am Ende zieht sich der Dax immerhin aus dem Minus und schließt völlig unverändert.

Börse am Abend

Warum der Bankensektor trotz Dax-Flaute zulegt

Börse am Abend: Warum der Bankensektor trotz Dax-Flaute zulegt

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDas neue Jahr bringt bisher nicht den erhofften Schwung. Der Dax setzte am Mittwoch den gestrigen Hängekurs fort, nachdem der Jahreseinstand so schwungvoll geraten war. Lange Zeit mit Verlusten laufend, schloss er am Ende mit 11.584 Punkten völlig unverändert. Der Euro-Stoxx-50 rückte bei 3317 punkten minimal vor. Damit folgen die Anleger dem Kurs, der sich schon zum Jahresende des vergangenen Jahres abgezeichnet hat. Nach einer starken Dezember-Rally von knapp sieben Prozent an Dax-Plus, ist seit den Weihnachtstagen die Dynamik verloren gegangen. Und das, obwohl das noch junge Jahr schon mehrere zuversichtlich stimmende Konjunkturdaten präsentieren konnte.

So überzeugten in dieser ersten Woche des Jahres 2017 bereits Zahlen aus den USA, Japan, Großbritannien und China. Zumal es das Reich der Mitte gewesen war, das mit seinen schwachen Wirtschaftsdaten noch vor genau einem Jahr für einen Aktiencrash gesorgt hatte. Zu Zukäufen veranlasst das die Börsianer aber nicht. Sie scheinen auf deutlichere Signale zu warten. Und damit rückt auch schon wieder die Geldpolitik in den Fokus.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Eine der großen Fragen des Jahres wird sein, mit welchem Tempo die Federal Reserve die Straffung ihrer Geldpolitik forcieren wird. Nachdem die US-Notenbank im Dezember 2016 die Leitzinsen zum ersten Mal seit 2015 und überhaupt erst zum zweiten Mal seit der Finanzkrise erhöht hat, ist die Zinswende im vollen Gange. Die Märkte wappnen sich für mittelfristig steigende Zinsen. Auf dem Parkett war die Mehrheit von zunächst zwei Erhöhungen im laufenden Jahr ausgegangen, doch die so vorsichtige Fed selbst deutete drei mögliche Schritte für 2017 an, wenn es denn die Fundamentaldaten und die Situation auf den Finanzmärkten zulassen.

Die Notenbanker hatte eine Erhöhung ein ums andere Mal verschoben, obwohl starke Konjunkturdaten aus Expertensicht einen schnelleren Kurswechsel erlaubt hätten. Die Fed-Führungsriege um Chefin Janet Yellen fürchtete Verwerfungen an den Börsen, die mit ihrer Strahlkraft die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen kann. Als sich die Lage an den Märkten beruhigte, die Straffung antizipiert wurde, rang sich der zuständige Ausschuss der Fed zur einer Erhöhung der Zinsen durch. Die Signale vom amerikanischen Arbeitsmarkt waren eindeutig. Es herrscht Quasi-Vollbeschäftigung mit einer Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent.

Investieren in Aktien: Auf lange Sicht immer erfolgreich

Investieren in Aktien

Premium Auf lange Sicht immer erfolgreich

Zweifel an der Börsenrally? Hinter Aktien steckt mehr als heiße Luft. Die Historie lehrt, dass Anleger auf Dauer sehr erfolgreich fahren, wenn sie sich an Firmen beteiligen. Es nicht zu tun, ist irrational. Eine Analyse.

Und weil die Fed per Satzung nicht nur der Preisniveaustabilität, sondern auch einem möglichst hohen Beschäftigungsgrad verpflichtet ist, haben die monatlichen Arbeitsmarktberichte einen so hohen Stellenwert im Kalender der Börsianer. Am Freitag kommen die Arbeitslosenquote und die noch wichtigere Zahl an monatlichen Neueinstellungen außerhalb der Landwirtschaft. Entscheidend wird sein, wie sich die Berichte im Laufe des Jahres entwickeln, und welche Auswirkungen der Kurswechsel in Washington haben wird. Hinweise auf die Entscheidungsfindung der Fed kommen am heutigen Abend. Um 20.00 Uhr veröffentlicht die Notenbank die Protokolle ihrer Dezember-Sitzung.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×