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29.05.2017

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax legt erst zum Schluss leicht zu

VonIlias Stampoulis

In Frankfurt herrschte fast während des gesamten Handels Windstille, der Dax kam erst in den letzten Minuten zu kleinen Gewinnen. Börsianer übten sich in Zurückhaltung, auch weil die Börse in New York geschlossen blieb.

Tag an der Frankfurter Börse

Trumps G7-Schocker zügelt Appetit auf Aktien

Tag an der Frankfurter Börse: Trumps G7-Schocker zügelt Appetit auf Aktien

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Düsseldorf/FrankfurtEuropas Märkte sind genau so in die Woche gestartet, wie sie die vergangene Woche beendet haben: flügellahm. Der Dax ging am Montag mit 12.628Punkten mit einem Plus von 0,2 Prozent aus dem Handel, immerhin 26 Zähler fester. Der Euro Stoxx 50 kam mit 3577 Punkten auf ein Minus von 0,1 Prozent. Wie erwartet, wurde es ein ruhiger Tag, auch weil die großen Börsen heute geschlossen blieben. In den USA begeht man den Memorial Day und in Großbritannien ruht der Finanzsektor am letzten Montag des Mais, dem sogenannten Spring Bank Holiday.

Die Börsianer üben sich in Zurückhaltung und warten lieber ab, bis sich neue Signale ergeben. Vor allem die Notenbanksitzungen im Juni werden den Trend der nächsten Wochen entscheiden. Jetzt, wo sich die überwiegend erfreulich verlaufende Berichtssaison ihrem Ende entgegenneigt, rückt die Geldpolitik wieder in den Fokus.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

So kriegen die Konjunkturdaten, die Hinweise auf den Kurs der Währungshüter geben können, die größte Aufmerksamkeit. Höhepunkt der Woche ist der am Freitag erscheinende US-Arbeitsmarktbericht für den Mai. Experten rechnen mit 155.000 neu geschaffenen Jobs in der Vereinigten Staaten, was etwas weniger wäre als im April. Einen Vorgeschmack auf den offiziellen Bericht werden den Investoren am Donnerstag aktuelle Jobzahlen vom privaten Arbeitsmarkt liefern, durch den ADP-Report. Die separat ermittelte Arbeitslosenquote sehen Ökonomen um 0,1 Prozent zurückgehen auf 4,4 Prozent. Bei um die fünf Prozent spricht die amerikanische Notenbank von Vollbeschäftigung, womit ihr primäres Ziel neben der Preisstabilität bereits erreicht ist.

Dementsprechend gilt es in der Finanzwelt auch als sehr wahrscheinlich, dass die Federal Reserve im Juni die Leitzinsen erneut anheben wird. Die US-Notenbank hat jüngst recht deutlich signalisiert, am 14. Juni zum zweiten Mal in diesem Jahr an der Zinsschraube drehen zu wollen. Zuvor hatten die Währungshüter bereits im März die geldpolitischen Zügel gestrafft und den Zins auf die aktuelle Spanne von 0,75 bis 1,0 Prozent angehoben. „Nur eine negative Überraschung könnte die Fed noch von ihrem eingeschlagenen Kurs abbringen“, prognostizieren Analysten von HSBC Trinkaus.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Nachlassende Spekulationen auf eine baldige weitere Drosselung der Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) haben den Euro am Montag belastet. Die Währung verbilligte sich auf 1,1170 von zuvor 1,1184 Dollar. Gleichzeitig griffen Investoren wieder zu Staatsanleihen. Dies drückte die Renditen der zehnjährigen Titel aus Deutschland, Italien und Spanien auf 0,31 Prozent, 2,152 Prozent und 1,523 Prozent.

EZB-Chef Mario Draghi kündigte bei einer Anhörung im Wirtschafts- und Währungsausschuss des Europa-Parlaments für die Zinssitzung im Juni eine Neubewertung der wirtschaftlichen Risiken an. Er betonte allerdings, dass die Konjunktur weiterhin ein "außergewöhnliches Ausmaß an geldpolitischer Unterstützung" benötige.

„Draghi hat nicht Neues gesagt, aber die Wahrnehmung hat sich geändert“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Offenbar hätten einige Anleger auf stärkere Signale für eine Veränderung des geldpolitischen Ausblicks - im Börsenjargon Forward Guidance genannt - gehofft. „Die EZB sieht sich aber nicht unter konkretem Handlungsdruck“, sagte Umlauf. Die Notenbank hatte das monatliche Ankaufvolumen für europäische Staatsanleihen zum April auf 60 von 80 Milliarden Euro reduziert.

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