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27.05.2016

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Dax legt Pause ein

VonIlias Stampoulis

Am Freitag zeigt sich der deutsche Leitindex nach einer tollen Rally-Woche erschöpft. Zusätzlich mahnt eine Rede der Fed-Chefin Yellen am Abend zur Vorsicht. Der Dax kommt kaum vom Fleck, zuletzt gab es ein kleines Plus.

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FrankfurtDie Anleger haben sich am Freitag nur geringfügig aus der Deckung getraut. Der Dax notierte zum Börsenschluss am Freitag 0,1 Prozent im Plus bei 10.286 Punkten. In den vergangenen Tagen hat sich der deutsche Leitindex von seiner starken Seite gezeigt, auf Wochensicht konnte der Frankfurter Platzhirsch damit aktuell 3,5 Prozent zulegen. So war der lahme Wochenausklang der Erschöpfung geschuldet. Aber nicht nur: Denn es könnte noch mal spannend werden, wenngleich auch erst nach europäischem Börsenschluss. Dafür sorgt der Blick gen Westen.

Denn in den USA stehen neue Hinweise auf die Zinswende an. So hält die Chefin der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, Janet Yellen, am frühen Abend eine Rede an der Harvard Universität. Und wie das so ist, wenn die wirkmächtigste Geldpolitikerin der Welt spricht, hängen die Börsianer gebannt an jedem Satz. Die Märkte erhoffen sich mit Blick auf die Juni-Sitzung des für die Zinsen zuständigen Offenmarktausschusses der Fed Andeutungen über den weiteren Kurs der Währungshüter.

Seitdem Yellen und das Gremium im Dezember die erste Erhöhung der Leitzinsen seit der Finanzkrise beschlossen, ist die Zinswende praktisch zum Erliegen gekommen. Die schwierige Situation an den Finanzmärkten im laufenden Jahr hatte den nächsten Schritt hin zu einer Straffung des monetären Umfeldes bisher verhindert. Doch nachdem sich die Situation inzwischen beruhigen konnte – so erreicht Öl wieder einen Fasspreis von knapp 50 Dollar – wird eine Zinserhöhung im wahrscheinlicher; was nicht allen Akteuren auf dem Parkett gefällt.

Nicht nur dass damit mittelfristig einer der großen Treiber der Aktienhausse der vergangenen Jahre, das billige Notenbankgeld, wegbricht. Auch fragen sich die Anleger, ob die US-Wirtschaft trotz solider Konjunktur und nahezu Vollbeschäftigung steigende Zinsen schon verkraften kann. Bisher hatten die Währungshüter des Greenbacks, die ohnehin nicht im Verdacht stehen, die Märkte durch Übereifer zu überfordern, auch mit Blick auf die internationalen Verstrickungen die Füße still gehalten. Doch wie Aussagen der Fed-Spitze und die Protokolle der jüngsten Offenmarktausschuss-Sitzung nahelegen, wird es wohl zu einer Straffung der Geldpolitik auf eine der beiden nächsten Termin kommen, sollte es zu keinen Überraschungen mehr kommen.

Genau deswegen sind zuletzt US-Daten wieder mehr in den Fokus der Anleger gerückt. Wie es um die Verfassung der größten Volkswirtschaft der Welt bestellt ist, darüber gaben heute die Wachstumszahlen des ersten Quartals 2016 Auskunft. Am Nachmittag kam die offizielle zweite Schätzung für das Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten. Erste Zahlen hatten einen mageren Wert von 0,5 Prozent ermittelt, nun wurde nach oben korrigiert: 0,8 Prozent auf das Jahr hochgerechnet. Großartig reagierten die Märkte aber nicht. Was nahelegte, dass es doch eher die Erschöpfung ist, die das Handelstreiben lähmte, und nicht so sehr die Furcht vor dem Zinsgespenst.

Die Zurückhaltung im Vorfeld des US-Inputs war auf dem Devisenmarkt spätestens mit Wall-Street-Auftakt zu spüren. Der Euro notierte mit 1,1132 Dollar 0,6 Prozent leichter. im Mai wertete die Gemeinschaftswährung damit knapp zweieinhalb Prozent ab. Nicht nur beim Dax gingen die Anleger kein weiteres Risiko ein, auch die zweite Frankfurter Reihe hielt sich bedeckt – aber im Plus. Der MDax notierte 0,1 Prozent fester bei 20.760 Punkten, der TexDax trat mit 1690 Zählern auf der Stelle. Der Leitindex des gemeinsamen Währungsraumes der Euro-Stoxx-50 rückte 0,2 Prozent vor auf 3077 Stellen. In New York das gleiche Bild: Der Dow-Jones-Index wagte sich 0,2 Prozent aus der Deckung und kam auf 17.858 Punkte.

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