Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.12.2011

16:21 Uhr

Börse Frankfurt

Dax legt Verschnaufpause ein

Nach seinem Steilflug am Mittwoch startete der Dax mit einer Atempause in den Dezember. Doch auch wenn es noch keine Gegenbewegung gibt, die 7000-Punkte-Marke ist aus Sicht vieler Analysten in weite Ferne gerückt.

Geht der Höhenflug weiter? Aktuell weiß der Dax nicht so recht wohin. dpa

Geht der Höhenflug weiter? Aktuell weiß der Dax nicht so recht wohin.

DüsseldorfNach den kräftigen Aufschlägen der vergangenen vier Handelstage hat der deutsche Aktienmarkt am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt und bei 6035 Punkten geschlossen - ein Rückgang um 0,87 Prozent. Zum Mittag fiel der Leitindex auf sein Tagestief von 6017 Punkten. Danach konnte er sich allerdings wieder fangen und lief zur Tageshöchstform auf, die ihn kurzzeitig über die 6100-Marke blicken ließ (6111 Punkte). Die meiste Zeit bewegte er sich allerdings eng um die 6050-Punkte-Marke.

Auf die Kurse drückten Händlern zufolge neben Gewinnmitnahmen auch Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi. Draghi hatte vor dem Europa-Parlament gesagt, die nicht auf Dauer angelegten unkonventionellen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) zur Bekämpfung der Krise seien begrenzt. Die Zentralbank sei sich zudem der „andauernden Schwierigkeiten der Banken“ bewusst, sagte der Notenbanker.

Dow und Dax legen Atempause ein

Video: Dow und Dax legen Atempause ein

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

„Draghi hat die Laune etwas gedämpft“, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. „Bei der Bewegung gestern waren viele kurzfristige Anleger einfach gezwungen, mitzumachen, um nichts zu verpassen.“ Allerdings hätten viele Investoren mit dem Jahr 2011 auch schon abgeschlossen. „Wir sehen, dass unsere Kunden nicht mehr bereit sind, jetzt kurz vor dem Jahresende bei diesen Schwankungen noch viel zu machen.“ Zudem sei der Wirtschaftsausblick alles andere als rosig.

So macht der weltweite Abschwung auch vor China nicht halt. Nach fast drei Jahren stetigen Wachstums schrumpfte im Reich der Mitte die Industrie. In der weltgrößten Volkswirtschaft - den USA - ist nach Einschätzung der Notenbank Fed die Konjunktur immer noch zu schwach, um zu einem Abbau der hohen Arbeitslosigkeit zu führen.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:30 Uhr)

Dax

Indikation: 6.035 Punkte (-0,87 Prozent),

Vortag: 6.088 Punkte (+5 Prozent)

Dow Jones

Indikation: 12.010 Punkte (-0,30 Prozent),

Vortag: 12.045 Punkte (+4,2 Prozent)

Nikkei

+ 1,9 Prozent auf 8.597 Punkte

CSI 300

2.607 Punkte (+3,4 Prozent)

Euro

1,3473 Dollar (+ 0,26 Prozent)

Gold

1.747 Dollar (+ 0,08 Prozent)

Öl (Brent)

109,46 Dollar (- 1,61 Prozent)

Auf die Emission neuer Staatsanleihen aus Frankreich und Spanien hingegen haben die Anleger am Aktienmarkt erleichtert reagiert. Der Dax machte seine Verluste wett. Der Euro zog ebenfalls leicht an und stand bei Börsenschluss bei 1,3477 Dollar. Die Nachfrage bei den drei spanischen Auktionen war knapp dreifach überzeichnet. Die zehnjährige französische Staatsanleihe war rund dreifach überzeichnet, das 30-jährige Papier mehr als zweifach.

„Wie so oft in diesen Tagen, lag der Fokus einzig und allein darauf, dass die Sache über die Runden gebracht wurde“, sagte Commerzbank-Analyst David Schnautz. „So gesehen war die Auktion erfolgreich.“

Nach dem Öffnen der Dollar-Schleusen durch die großen Zentralbanken war der Dax am Vortag um fünf Prozent nach oben geschossen. Der MDax fiel um 1,25 Prozent auf 8904 Punkte, der TecDax sank um 1,23 Prozent auf 696 Punkte. „Die Aktion der Notenbanken hat sicher geholfen, aber gelöst sind die Probleme noch nicht“, sagte ein Händler.

Kommentare (78)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

01.12.2011, 09:40 Uhr

Ich wuerde nicht sagen, der DAX leget eine Verschnaufpause ein. Ich wuerde sagen, der uebergibt sich wegen all dieses gedruckten Geldes von Bernanke.

Account gelöscht!

01.12.2011, 09:58 Uhr

Hehehe, schöner kann man die Lage nicht beschreiben, Stubi!

WFriedrich

01.12.2011, 10:00 Uhr

Zitat: "...fulminanten Gewinnen von gestern - der Dax hatte fast fünf Prozent gewonnen"

Der DAX passt in seinen zahlenmäßigen Ausdruck lediglich das Verhältnis von weitgehend wertkonstanten Aktiengesellschaften an an sich zerfasernden Wertmaßstab an. Für den gleichen Unternehmensanteil muss schlichtweg mehr des wertloseren Gegenwertes aufgewendet werden. Der DAX bildet die Inflation ab. Andere Anlagerklassen und die Preise von Gütern und Leistungen werden nachziehen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×