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07.09.2016

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax macht Jahresverlust wieder wett

Wegen der unklaren Aussichten für die Fed-Politik wächst unter Profi-Anlegern die Nervosität. Dennoch konnte der deutsche Leitindex Dax bis Handelsende Boden gutmachen. Er schloss so hoch wie noch nie in diesem Jahr.

Anleger warten mit Spannung auf die Entscheidungen der Notenbanken. dpa

Börse Frankfurt

Anleger warten mit Spannung auf die Entscheidungen der Notenbanken.

FrankfurtIn der Hoffnung auf eine Fortsetzung der Politik des billigen Geldes in den USA und der Euro-Zone haben am Mittwoch weitere Anleger Aktien gekauft. Der Dax gewann 0,6 Prozent und schloss bei 10.752,98 Punkten – so hoch wie noch nie in diesem Jahr. Der Index blieb auch nur noch 50 Punkte unter dem Jahreshoch, das er im Handelsverlauf im August erreicht und das bei 10.802 Punkten gelegen hatte.

Der Euro Stoxx 50 legte am Mittwoch um 0,7 Prozent auf 3090 Zähler zu. Die Serie enttäuschender US-Konjunkturdaten mache eine Zinserhöhung der Notenbank Fed auf ihrer Sitzung am 21. September immer unwahrscheinlicher, sagte Anlagestratege Benjamin Schroeder von der ING Bank. Dadurch steige der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), am Donnerstag eine Entscheidung über weitere Geldspritzen zu fällen. Bislang pumpt sie monatlich 80 Milliarden Euro in die Finanzmärkte, um die heimische Konjunktur anzukurbeln. Experten gehen davon aus, dass die Währungshüter die Laufzeit dieses Programms verlängern werden.

Hinweise auf die Entwicklung der US-Geldpolitik erhofften sich Börsianer vom Konjunkturbericht der Fed, dem sogenannten Beige Book, das am Mittwochabend veröffentlicht werden sollte. „Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr gar nicht mehr anheben wird“, betonte Finanzmarktexperte Murat Toprak von der HSBC. Bislang sehen Investoren die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Schritt im Dezember bei knapp 50 Prozent.
Wegen der unklaren Aussichten für die Fed-Politik und der anstehenden US-Präsidentschaftswahlen wächst unter Profi-Anlegern die Nervosität. Fondsmanager Michael Fredericks, der für den weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock einen 13,6 Milliarden Dollar schweren Fonds betreut, fährt nach eigenen Angaben die Aktienquote in seinen Depots herunter und sichert sich verstärkt gegen fallende Kurse ab.

Auf Unternehmensseite rückte die Commerzbank ins Rampenlicht. Nach monatelanger Suche hat das Geldhaus mit Stefan Schmittmann einen Nachfolger für den bisherigen Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller gefunden. Der ehemalige Risikovorstand der zweitgrößten Bank Deutschlands übernimmt das Amt allerdings erst 2018. Commerzbank-Aktien gewannen ein knappes Prozent.
Im deutschen Technologie-Index TecDax sorgte Siltronic für Aufsehen. Die Aktien des Anbieters von Siliziumscheiben zur Microchip-Herstellung schlossen 8,8 Prozent im Plus bei 22,31 Euro. Nach der Übernahme des Rivalen Sun Edison im August spekulierten Anleger auf weitere Fusionen in den Branche, sagten Börsianer. Außerdem reduziere der geringere Wettbewerb den Preisdruck. Daher lösten offenbar Investoren ihre Wetten auf weitere Kursverluste bei Siltronic auf. In den vergangenen drei Wochen haben die Titel der Firma rund 25 Prozent zugelegt.

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