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14.09.2011

17:55 Uhr

Börse Frankfurt

Dax macht mehr als 170 Punkte wett

Die Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise hat den Dax am Mittwoch kräftig beflügelt. Das Börsenbarometer beendete den Handelstag mehr als drei Prozent fester. Einige Händler warnen aber vor überzogenen Erwartungen.

Dax: Die Hoffnung ist zurück

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FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch seine Vortagesgewinne deutlich ausgebaut. Angetrieben durch positive Impulse aus der Eurozone drehten die Indizes nach einem schwachen Start ins Plus. Der Dax gewann zum Handelsschluss 3,4 Prozent auf 5.340 Punkte, am Morgen hatte er noch um 1,2 Prozent nachgegeben Der MDax legte um 3,1 Prozent auf 8.660 Punkte zu. Der TecDax stieg 2,3 Prozent auf 703 Punkte.

„Die Hoffnung auf eine baldige Unterstützung für die angeschlagene Eurozone lässt die Börsen in ganz Europa steigen“, sagte Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade, blieb aber vorsichtig über die Nachhaltigkeit der Kursgewinne. Es gebe Äußerungen von EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso, der sich vor dem EU-Parlament wieder für Eurobonds stark mache, und auch vom Premierminister Brasiliens. „Demnach scheinen die BRIC-Staaten nicht ganz abgeneigt zu sein, ihre Gelder in europäische Assets zu stecken“, sagte Lipkow.

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Griechenland bleibe aber unverändert im Fokus, betonte Händlerin Anita Wisniewska-Paluch von Gekko Global Markets. „Der Fokus liegt auf der Dreier-Telefonkonferenz zwischen Merkel, Sarkozy und Papandreou, deren Ergebnisse Einfluss auf das Treffen der Finanzminister der Eurozone am Freitag in Polen haben könnten.“ Die Bundeskanzlerin, der französische Präsident und der griechische Ministerpräsident wollten am Mittwoch über die Griechenland-Verschuldung sprechen.

Einige Börsianer warnten jedoch vor überzogenen Hoffnungen. „Die Märkte reflektieren die kontinuierlichen Unsicherheiten und die Enttäuschung über das nur mühsame Vorankommen der europäischen Spitzenpolitiker bei der Integration der Eurozone“, sagte Nigel Bolton, Verantwortlicher für europäische Aktieninvestments des Vermögensverwalters Blackrock. Analyst Keith Bowman von der Fondsgesellschaft Hargreaves Lansdown kritisierte mangelnde Führung. „Im Mittelpunkt steht dabei Deutschland angesichts des Streits um die Bekämpfung der Schuldenkrise.“ Die Furcht vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise und Rezessionsängste haben den Dax seit Jahresanfang um mehr als 25 Prozent ins Minus gedrückt.

China als Schulden-Retter

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Siemens verschiebt Osram-Börsengang

Der Siemens-Konzern verschiebt den für Herbst geplanten Börsengang seiner Lichttochter Osram. In Anbetracht des unsicheren Umfelds an den Kapitalmärkten solle das Unternehmen zu einem späteren Zeitpunkt an die Börse gebracht werden, teilte Siemens am Mittwoch in München nach einer Vorstandssitzung mit. Der Konzern halte jedoch grundsätzlich an den Plänen für einen Börsengang fest. Dies habe der Vorstand erneut bestätigt. Siemens strebe nach wie vor eine Minderheitsbeteiligung an und beabsichtige, als Ankeraktionär langfristig an Osram beteiligt zu bleiben. Die Verschiebung des Börsengangs torpediert den von Siemens-Chef Löscher eingeleiteten Konzernumbau. Er sieht neben der Loslösung von Osram den zügigen Aufbau eines vierten Geschäftsbereichs namens „Infrastructure & Cities“ für Infrastrukturlösungen in den weltweit stark wachsenden Städten vor. Osram benötigt Geld für den notwendigen Ausbau der modernen Leuchtdioden-Technik.

Die Titel der Deutschen Börse haben ihren Aufwärtstrend am Mittwoch fortgesetzt. Die Papiere verteuerten sich um 6,9 Prozent und waren damit Dax -Spitzenreiter. Am Dienstag hatten sie bereits 4,6 Prozent zugelegt und gehörten damit zu den am meisten gefragten Titeln im Leitindex. Commerzbank-Analyst Roland Pfaender bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Aktien und rechnet bei der Fusion von Deutscher Börse und NYSE Euronext mit Einsparungen durch Synergien in Höhe von 550 Millionen Euro. Zudem würden durch die effizientere Gestaltung im Clearing-Bereich mindestens zwei Milliarden Euro freigesetzt.

MM Warburg sieht Dax am Jahresende bei 5.350 Punkten

Angesichts der weltweiten konjunkturellen Unsicherheit trauen die Marktexperten von MM Warburg dem Dax bis zum Jahresende keine großen Sprünge mehr zu. Ende Dezember sehen sie den deutschen Leitindex bei 5.350 Punkten - das wäre vom aktuellen Stand aus ein Plus von gut 1,5 Prozent. „Wenn man den aktuellen Gewinnschätzungen noch trauen könnte, spräche zwar alles für den Kauf von Aktien“, sagte Christian Jasperneite, der die Investments für MM Warburg verantwortet, am Mittwoch. Leider müsse man aber davon ausgehen, dass die Gewinnschätzungen für Aktien in den nächsten Wochen und Monaten massiv korrigiert werden.

Die Industrieproduktion in der Eurozone hat sich im Juli schwächer entwickelt als erwartet. Ohne die Bauwirtschaft wuchs sie gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt um 1,0 Prozent und gegenüber dem Vorjahresmonat um 4,2 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Volkswirte hatten ein Plus von 1,5 Prozent auf Monats- und um 4,7 Prozent auf Jahressicht erwartet. Wie die Statistiker weiter meldeten, stieg die Industrieproduktion in der Gesamt-EU im Juli um 1,1 Prozent im Vergleich zum Vormonat und um 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Kommentare (42)

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Koboldo

14.09.2011, 06:49 Uhr

Merkel hat unverzüglich die geordnete Insolvenz Griechenlands einzuleiten, um größeren Schaden zu vermeiden. Alles Andere wäre politischer Selbstmord und würde den Euro verdampfen. Schon jetzt zeigt sich, dass die Märkte eine ganz andere Richtung eingeschlagen haben. Es ist sinnlos, wenn sich die Politik dagegen sträubt.

ich_packs_nimmer

14.09.2011, 06:58 Uhr

Die Entwicklung der letzten Tage alleine den verspäteten Äusserungen Röslers zuzuschreiben und ihm die Schuld zu geben, wäre wohl zuviel der Ehre. Am Markt ist man durchaus in der Lage, eigene Bewertungen vorzunehmen. Wenn das Frau Merkel und dieser Herr Schäuble endlich mal begreifen könnten, wäre ja schon mal etwas gewonnen

Account gelöscht!

14.09.2011, 07:06 Uhr

Merkel ist ähnlich beratungsresistent wie die ehemaligen DDR Bonzen. Nun ja - das ist eine unselige Mischung zwischen DDR Jugend und dortigem Denken plus das Kohl'sche Aussitzen. Klappt eben diesmal nicht mehr, und Merkel ist wohl die Letzte, die das kapiert!
Bevor uns die Griechen mit in den Abgrund reißen gehören sie aus dem Euro entfernt, und es wird schon noch ein schnelles neues Gesetz gestrickt werden können in der EU, die so etwas erlaubt.

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