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16.10.2014

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax mit erstaunlicher Wiederauferstehung

Der deutsche Leitindex erlebte am Donnerstag eine rasante Berg- und Talfahrt. Nach anfänglichen Gewinnen verlor er mehr als 300 Punkte innerhalb kurzer Zeit, kämpfte sich aber wieder ins Plus zurück. War das die Wende?

Börse am Abend

USA verhilft Dax wieder zu kleinem Plus

Börse am Abend: USA verhilft Dax wieder zu kleinem Plus

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FrankfurtDer Dax gewann zum Schluss 0,36 Prozent auf 8602,95 Zähler - obwohl er mit 8355 Zählern ein neues Jahrestief markierte. Auch der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen erholte sich Tagesverlauf, blieb aber 14.733,19 Punkte knapp unter dem Vortagesschluss. Der TecDax der Technologiefirmen verlor 0,66 Prozent auf 1112,91 Punkte.

Anleger hoffen nun wieder auf Hilfen von der US-Notenbank. Genährt wurden die Spekulationen auf eine längerfristig lockere US-Geldpolitik von Aussagen des Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis, James Bullard. Dieser brachte in einem Interview mit Bloomberg TV eine Pause bei der Drosselung der Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank ins Gespräch. Abhängig von der Konjunkturentwicklung könnten sie sogar wieder ausgeweitet werden. Damit schürte er Börsianern zufolge Spekulationen auf eine Verschiebung der geplanten US-Zinserhöhung. Bislang rechnen Anleger für Mitte 2015 mit diesem Schritt.

Sorgen bereiteten im Handelsverlauf vor allem die Rendite-Anstiege der Anleihen aus den südeuropäischen Ländern. Die bewegten sich zwischen rund 15 Basispunkten bei Ländern wie Spanien und rund 110 Basispunkten bei Griechenland. Die wachsenden Sorgen der Anleger spiegelten sich auch in einer Auktion spanischer Titel wider, die mit 3,2 Mrd. Euro unter dem Maximalziel von 3,5 Mrd. Euro geblieben war.

An der Wall Street gab der Dow Jones Industrial Average kurz nach der Eröffnung um 0,9 Prozent auf 16.006 Punkte nach. Der S&P 500 büßte 1,1 Prozent auf 1842 Zähler ein. Wal-Mart Stores Inc. notierten 1,8 Prozent niedriger. Der Einzelhändler hatte die Umsatzprognose für 2014 auf 2 bis 3 Prozent Wachstum von zuvor bis zu 5 Prozent gesenkt. Der Aktienkurs von Goldman Sachs Group fiel um 2,2 Prozent, obwohl die Bank mit einem Gewinn je Aktie von 4,57 Dollar im dritten Quartal deutlich über den erwarteten 3,21 Dollar lag.

Mit den Titeln der Deutsche Bank AG und der Commerzbank AG, die um 2,72 Prozent und 1,2 Prozent absackten, gerieten zwei Bankwerte unter die Räder. „Es ist eine Mischung aus Sorgen zum Ausblick für das weltweite Wirtschaftswachstum und zum Inflationsausblick angesichts einer Reihe enttäuschender Daten“, sagte Jeremy Batstone-Carr, Leiter des Research von Charles Stanley & Co. Es bestehe die Möglichkeit, dass die Erwartungen an die Unternehmensergebnisse für das vierte Quartal angesichts des makroökonomischen Abschwächung nochmals zurückgenommen werden könnten.

Wo die Deutschen ihr Geld lagern

Festverzinsliche Wertpapiere (inklusive Zertifikate)

216 Milliarden Euro (vier Prozent)

Sonstige Anteilsrechte (zum Beispiel GmbH-Anteile)

199 Milliarden Euro (vier Prozent)

Aktien

300 Milliarden Euro (sechs Prozent)

Sonstige Anlageformen

355 Milliarden Euro (sieben Prozent)

Investmentfonds

450 Milliarden Euro (neun Prozent)

Versicherungen

1552 Milliarden Euro (30 Prozent)

Bargeld und Einlagen

2082 Milliarden Euro (40 Prozent)*

*Quelle: Deutsche Bundesbank

Der Stoxx Europe 600 fiel um 0,35 Prozent auf 310,28 Zähler. Der Euro Stoxx 50 sank um 0,46 Prozent auf 2879,10 Punkte. Zu den größten Verlierern gehörten auch in diesem Index Bankenwerte, die angesichts der wachsenden Konjunktursorgen und der Renditeanstiege um drei Prozent fielen. Insbesondere italienische Titel wie Monte dei Paschi di Siena, die Banca Popolare dell'Emilia Romagna und Carige setzten ihre Talfahrt ungebremst fort. Sie verloren zwischen knapp acht und 4,4 Prozent, der Handel wurde zeitweise ausgesetzt.

Händlern zufolge steigt vor der Veröffentlichung des EZB-Bankenstresstests am 26. Oktober die Nervosität. Derzeit scheuten Anleger das Risiko, sagte ein Börsianer. Der Bankenindex der Euro-Zone verlor 2,7 Prozent. In Paris gaben die Aktien der BNP Paribas fast drei Prozent nach.

Kommentare (31)

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Carl Icahn Jr.

16.10.2014, 08:11 Uhr


Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Hans Sauer

16.10.2014, 08:31 Uhr

Die Bildunterschrift könnte auch anders lauten: "Mit bangem Blick schaut eine Händlerin, weil sie vergessen hat, die Milch vom Herd zu nehmen."

Herr Ylander Ylander

16.10.2014, 08:33 Uhr

Glaube, Hoffnung, Liebe?

Spes saepe fallit.

Nein, die Indices müssen weiter runter.

Der Dividendron muss gestutzt werden, damit er im Frühjahr wieder schön austreiben und blühen kann.

Wir sollten dieses Jahr den DAX noch bei 7.000 Punkten sehen, und das ist gut.

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