Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2013

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax muss dem hohen Tempo Tribut zollen

Die Rahmenbedingungen haben sich leicht verschlechtert. Aussagen von US-Investor Carl Icahn und und dem New Yorker Notenbanker William Dudley belasten die Börsen. Der Dax kann die Rekordjagd nicht fortsetzen.

Börse am Abend

Video: Börse am Abend

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtDer Deutsche Aktienindex geht mit leichten Verlusten aus dem Handel. Nach dem gestrigen Rekordtag schließt der Dax heute mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 9193 Punkte. In der zweiten Reihe fielen die Indizes ebenfalls zurück. Der MDax lag 0,1 Prozent im Minus auf 16.207 Punkte. Der TecDax sank um ein Prozent auf 1146 Zähler.

In den USA verlief der Handel ähnlich. Der Dow Jones notierte bei einem Kurs von 15.982 Punkten nahezu unverändert. Der S&P-500 und der Nasdaq bewegten sich ebenfalls kaum von der Stelle.

Für Zurückhaltung sorgen derzeit die Aussagen zweier wichtiger Personen. Die eine ist der New Yorker Notenbanker William Dudley, die andere der US-Großinvestor Carl Icahn. Ersterer hatte sich positiv über die Konjunktur der USA geäußert, was bei den Börsianern wiederum Spekulationen über eine frühere Drosselung des Anleihekaufprogramms der Fed auslöste. „Vielleicht kommt es in den USA doch früher als bisher gedacht zu einer Drosselung der Geldflut“, spekulierte ein Händler.

Icahn seinerseits warnte die Anleger vor einem zu großen Engagement in Aktien. Er sei derzeit bei Aktien sehr vorsichtig, sagte Icahn am Montag auf einer Reuters-Veranstaltung. Schließlich könnten die Kurse tief fallen, weil die Gewinne vieler Unternehmen mehr durch die niedrigen Kreditzinsen befeuert würden als durch die Strategie des Managements.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Dass die Kurse an den Börsen den realwirtschaftlichen Kennzahlen weit enteilt sind, wird durch eine Untersuchung von Thomson Reuter StarMine bestätigt, nach der 48 Prozent der europäischen Unternehmen die Erwartungen im dritten Quartal verfehlt haben. Auch hierzulande fürchten viele Experten, dass der Rekordlauf an den Börsen vor allem auf die ultralockere Geldpolitik der großen Zentralbanken zurückzuführen ist.

„Um höhere Kurse zu sehen, müssen die Gewinne steigen“, sagte Gerhard Schwarz, Aktienstratege bei der Baader Bank. Die Bedingungen für steigende Gewinne sind jedenfalls hierzulande gut. Der am Vormittag veröffentlichte ZEW-Index für Deutschland fiel besser aus als erwartet. Das Barometer für die Konjunkturerwartung der kommenden sechs Monate stieg im November um 1,8 auf 54,6 Punkte.

„Der ZEW-Index für den November öffnet bereits den Blick in das kommende Jahr. Die aktuellen Notierungen des Konjunkturbarometers signalisieren einen spürbaren Anstieg der Wachstumsraten“, sagte Thomas Gitzel von der VP Bank.

Für Unternehmen also gute Rahmenbedingungen mit steigenden Gewinnen ihre Aktienkurse näher an die „Realität“ heranzuführen und so die von der Fed seit Monaten angekündigte und immer wieder verschobene Drosselung des Anleihekaufprogramms abzufedern.

Bei den Einzelwerten sorgte Infineon für Gesprächsstoff. Der Chipkonzern kauft wie erwartet in größerem Maßstab Aktien zurück. Bis Herbst 2015 sollen dafür bis zu 300 Millionen Euro ausgeben werden, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die Infineon-Spitze hatte bereits vor einer Woche angedeutet, ihre Eigentümer neben der Dividende von zwölf Cent je Aktie auch mit einem Aktienrückkauf zu verwöhnen. Die bedankten sich bei Infineon mit einem Kursplus von 1,7 Prozent.

Kommentare (24)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Naja

19.11.2013, 08:10 Uhr

"The S&P 500 is 75% Overvalued: GMO"

Jeder NORMAL denkenede Mensch weiß, daß die Wahrheit in der Mitte liegen dürfte, also bei 1000 - 1200 Punkten.

Mal sehen, wann sich diese Erkenntnis durchsetzt.

goldeneye

19.11.2013, 08:29 Uhr

wenn`s um Zocken geht ......

Herr_Dax

19.11.2013, 08:43 Uhr

Ich weiß nicht ob Sie es schon wußten,

und ob ich das gestern,am Freitag,Donnerstag,die letzten Wochen/Monate,sogar mehrmals täglich gepostet habe.

Zur Sicherheit deshalb nochmal, die Märkte werden emotionslos von der Technik bestimmt.
Einige wenige Mächte haben ihre Maschinen auf Gewinnmaximierung programmiert, dann hätte ich da noch:

Rücksetzer kaufen,Casino,Spiel,Vor Handelsstart,ausserbörslich, Kleinsparer,Steuerzahler,
knappe Scheine,Millisekunden Geld verdienen,NACH Xetraschluss ohne Risiko, nirgends so einfach,Notenbanken,billiges Geld...

Es tut mir leid wenn ich das nur in Stichworten aufliste,nicht wie sonst mehrmals einen Roman dazu schreibe,aber ich ich habe heute sehr viele Anwendungen und meine netten Pfleger will ich nicht warten lassen.


Aber einen noch

Geld macht Geld

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×