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18.11.2013

18:05 Uhr

Börse Frankfurt

Dax-Rally geht weiter - 9200-Punkte-Marke fällt

Gestützt auf Kursgewinne der Versorger verabschiedet sich der Dax mit einem weiteren Rekord aus dem Handel. Die Notenbanken treiben die Kurse und die Wirtschaft brummt. Anleger fragen sich: Wann endet die Rally?

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FrankfurtNach einem zunächst verhaltenen Start hat der Dax mit einem neuen Schlussrekord den montäglichen Parketthandel beendet. Er schloss 0,6 Prozent fester auf 9225 Punkten. Bereits am Nachmittag erklomm der Dax sein neues Allzeithoch bei 9253 Punkten. Das ist der höchste Wert, den der Dax seit seinem Bestehen erreicht hat. Als Kursstütze sahen Börsianer Aussagen des EZB-Direktoriumsmitglieds Yves Mersch, denen zufolge die Konjunktur der Eurozone das Schlimmste hinter sich hat. Zudem lieferten die Übersee-Börsen positive Impulse.

Die Nachrichtenlage blieb am Montag übersichtlich - Marktexperten sprachen von einem ruhigen Handel. Auch die Nebenwerte-Indizes schlugen sich zum Wochenauftakt gut: Der MDax stieg um 0,7 Prozent auf 16.215 Punkte und für den TecDax ging es um 0,4 Prozent auf 1157 Punkte hoch.

Folgen der Leitzinssenkung

Wie funktioniert der Leitzins?

Der Leitzins bestimmt die Konditionen, zu denen sich Kreditinstitute Geld bei der EZB leihen können. Außerdem richten sich die Banken auch bei ihren Geldgeschäften untereinander nach den Entscheidungen der EZB.

Was, wenn der Leitzins sinkt?

Sinkt der Leitzins, fallen in der Regel auch die Interbankzinssätze. Die niedrigeren Zinsen am Geldmarkt können die Banken an ihre Kunden weiterreichen. Sparzinsen - wie für Tages- oder Festgeld - liegen dabei oft unterhalb des Leitzinssatzes, Kreditzinsen eher darüber. Mit dieser Spanne zwischen Geldmarktzins und den Zinssätzen, die Banken Verbrauchern gewähren oder von diesen kassieren, verdienen die Institute ihr Geld.

Was bedeutet die Leitzinssenkung für Sparer?

Die erneute Leitzinssenkung deutet nach Angaben von Marcus Preu vom Finanzportal Biallo darauf hin, dass die Niedrigzinsphase länger anhält als erwartet. Eine schnelle Trendwende sei damit unwahrscheinlich. „Da schauen die Anleger jetzt erstmal in die Röhre“, sagt Preu. Andererseits profitierten die Verbraucher derzeit von der niedrigen Inflationsrate. Die Verbraucherpreise in Deutschland waren im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nur um 1,2 Prozent gestiegen.

Was sollten Verbraucher mit ihrem Ersparten tun?

Nach den Worten von Max Herbst von der FMH Finanzberatung ist es derzeit„"ziemlich egal, ob ich mein Geld zur Bank trage oder zuhause lasse. Einige Sparkassen böten schon jetzt einen Zinssatz von 0,1 Prozent für Tagesgeldkonten. Die Finanzinstitute seien wegen des billigen Geldes derzeit nicht auf das Geld von Privatleuten angewiesen und müssten sie nicht mit attraktiven Sparzinsen locken. „Die Banken brauchen den Anlagekunden momentan nicht“, stellt Herbst fest.

Was bringen langfristige Anlagen?

Verbraucher, die nicht unbedingt auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen, sollten ihr Geld den Experten zufolge längerfristig anlegen, um sich auskömmliche Zinsen zu sichern. Bei zweijähriger Laufzeit gibt es laut Herbst derzeit maximal 1,9 Prozent Zinsen, bei drei Jahren Laufzeit 2,15 Prozent. Bei vierjähriger Laufzeit gebe es 2,30 oder 2,40 Prozent, „aber da wird die Luft schon dünn“, sagt Herbst mit Blick auf die Auswahl attraktiver Festgeldangebote.

Werden Baukredite billiger?

Auch wenn der Leitzins nicht unbedingt der Referenzzins für Baukredite ist, können Bauherren nach den Worten von Preu derzeit "in Ruhe planen". Der zwischenzeitige Zinsanstieg beim Baugeld sei inzwischen wieder gestoppt. Laut Michiel Goris vom Immobilienfinanzierer Interhyp sind die Zinsen für Immobilienkredite mit zehnjähriger Zinsbindung in den vergangenen Tagen zum Teil auf rund 2,5 Prozent gesunken. Er empfehle Immobilienkäufern und Bauherren daher, die derzeit günstigen Zinsen zu nutzen und sie sich langfristig zu sichern.

Was wird aus der Restschuld?

Käufer mit viel Eigenkapital bekämen derzeit einen Immobilienkredit mit einem Zinssatz von 2,5 Prozent, erklärte Goris. Darlehen mit fünfjähriger Zinsbindung seien sogar für rund 1,7 Prozent erhältlich. Derart kurzfristige Finanzierungen kämen aber nur für Anschlussfinanzierungen mit geringer Restschuld in Frage.

Die designierte US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte in der Vorwoche betont, ihr Haus werde die Wertpapierkäufe im Volumen von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich vorerst nicht drosseln, um die Erholung der US-Konjunktur nicht zu gefährden. Einige Tage zuvor hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins überraschend auf rekordniedrige 0,25 Prozent gesenkt. Am Montag gaben auch positive Konjunkturdaten aus der Eurozone den Börsen Rückenwind. So hat sich der Exportüberschuss in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr als verdoppelt.

Für Diskussionsstoff auf dem Börsenparkett sorgten die geplanten Reformen in China. Den Analysten der ANZ Bank zufolge ist dies der größte Umbau der heimischen Wirtschaft seit den 1990er Jahren. Sollten die Pläne erfolgreich umgesetzt werden, verringere sich das Risiko, dass sich der Aufschwung abschwäche. Die Aktienbörsen in Shanghai und Hongkong reagierten mit Kursgewinnen von jeweils knapp drei Prozent.

Ein anderer Börsianer warnte allerdings vor überzogenen Erwartungen. „Man muss erst einmal abwarten, ob und wie gut die Reformen greifen und wie lange das ganze dauert.“

Kommentare (60)

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Herr_Dax

18.11.2013, 07:54 Uhr

Ich weiß nicht ob Sie es schon wußten

aber die Märkte sind weiterhin von der Technik bestimmt.

Ich bin mir nicht mehr sicher ob ich Ihnen das schon am Freitag,Donnerstag,Mittwoch,die letzten Wochen und das mehrmals täglich geschrieben habe,aber solange die Notenbanken das Spiel weiterspielen bleibt das Casino geöffnet.
Da kann der Kleinsparer nur staunen wenn die Gewinnmaschinen der Mächtigen Millionen in Sekunden machen und immer Gewinn deswegen haben die Banken auch keine Probleme.
Es werden nur knappe Puten gehandelt,wegen der Gewinnmaximierung.

Egal was kommt,sie(dieMächtigen) können mittlerweile alles passend "programmieren"

Jaaa, das weiss ich ganz genau, genau wie man nach Xetraschluss ausserbörslich immer die besten Preise bekommt.


Achja, und Geld macht Geld

Typ_aus_dem_Internet

18.11.2013, 09:10 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

00Putenkiller

18.11.2013, 09:12 Uhr

Tagestief 9144. Jetzt gehts UP. Ein Putensterben par excellence...

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