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21.01.2010

07:17 Uhr

Börse Frankfurt

Dax reißt wichtige Unterstützungsmarke

Der Zwischenbericht von Goldman Sachs hat die Anleger zu Gewinnmitnahmen im großen Stil veranlasst. Der Dax rutschte im späten Geschäft um 1,8 Prozent auf 5 746 Punkte und schloss damit so niedrig wie seit Mitte Dezember nicht mehr. Aktienhändler verweisen auf den Durchbruch einer wichtigen charttechnischen Unterstützungsmarke. Jetzt könnte es weiter nach unten gehen.

Die Zahlen von Goldman Sachs sorgen für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett. Reuters

Die Zahlen von Goldman Sachs sorgen für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett.

HB FRANKFURT. Der Dax ist heute mit den schwachen US-Börsen deutlich abgerutscht und hat unter 5 800 Punkten geschlossen. Händler verwiesen auf den Durchbruch einer wichtigen charttechnischen Unterstützungsmarke bei rund 5 830 Punkten. Wenn diese falle, könnte es bis auf 5 500 Punkte nach unten gehen, hatten Börsianer bereits seit Tagen gewarnt.

Der überraschend deutliche Anstieg der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der Vorwoche lastete auf der Stimmung. Zudem war der Konjunkturindex der Fed von Philadelphia schlechter als gedacht ausgefallen. "Viele fürchten, dass die Konjunktur in den USA nicht so stark wie erwartet, anziehen wird", erklärte ein Händler.

"Die Zahlen von Goldman Sachs waren gut, aber nicht gut genug, um auf dem Niveau weiter am Aktienmarkt zu kaufen", fasste ein Händler zusammen. Die Absicht der US-Regierung, das Bankengeschäft stärker zu regulieren, belastete ebenfalls die Kurse und sorgte an der Wall Street nach Handelsschluss in Europa für eine beschleunigte Talfahrt. Zudem hatten einige Konjunkturdaten aus den USA Zweifel an einer raschen Erholung der US-Wirtschaft geschürt.

Goldman Sachs hatte für das vierte Quartal 2009 mit seinen Gewinn die Prognosen deutlich übertroffen. "Goldman Sachs druckt weiter Geld", sagte Walter Todd, Portfolio Manager bei Greenwood Capital Associates. Händler in Frankfurt waren etwas skeptischer. Die Zahlen seien zwar sehr gut, aber damit sei schon gerechnet worden, erklärte einer. In der aktuellen Berichtssaison hat Goldman Sachs nun als letzte der großen US-Banken seine Bilanz vorgelegt. Insgesamt hinterließen die Institute ein gemischtes Bild: Während hohe Kreditverluste einigen zu schaffen machte, florierte bei anderen das Investmentbanking. Doch genau hier drohen demnächst Einschnitte. US-Präsident Barack Obama legte seine Pläne am Abend zeitgleich mit dem Handelsschluss in Europa vor. Noch während er sprach, beschleunigten die Aktien von Goldman Sachs ihre Talfahrt. Auch die übrigen Bankenwerte gerieten in New York massiv unter Druck.

In Frankfurt fielen die Titel der Deutschen Bank um 2,5 Prozent auf 47 Euro. Commerzbank verloren 3,8 Prozent. In London rutschten Barclays um knapp sechs Prozent ab, in Paris Societe Generale um 4,7 Prozent.

Starker Dollar drückt Adidas und Puma

Unterstützung bekamen die Börsen von der guten Aufnahme der Geschäftszahlen des Internet-Auktionshauses Ebay und der Kaffeehauskette Starbucks begründet. Ebay-Aktien verteuerten sich in New York um gut zwölf Prozent, Starbucks um knapp ein Prozent.

Der starke Anstieg des Dollar machte den Börsianern ebenfalls zu schaffen. Der Euro war zeitweise auf ein Sechs-Monats-Tief von 1,4028 Dollar gefallen, womit die Kosten für Unternehmen steigen, die Rohstoffe im Dollarraum einkaufen müssen. So fielen im Dax Adidas knapp drei Prozent und im MDax Puma um 3,5 Prozent.

Thyssen-Krupp verloren knapp vier Prozent. Der Vorstand hatte auf der Hauptversammlung eine Kostenexplosion beim Bau eines neuen Stahlwerks in Brasilien einräumen müssen.

In Helsinki gewannen Nokia knapp ein Prozent. Der weltgrößte Handy-Hersteller will auf seinen Geräten künftig einen kostenlosen Navigationsdienst anbieten. Für die Anbieter von herkömmlichen Navi-Geräten wie TomTom oder Garmin wäre das ein herber Schlag. TomTom brachen in Amsterdam denn auch um 10,6 Prozent ein, während Garmin an der Nasdaq 4,6 Prozent niedriger notierten.

Daneben bestimmte Analystenkommentare das Auf und Ab vieler Aktien: Ein kritischer Kommentar von Morgan Stanley drückte die Aktien von Bayer um 4,9 Prozent ins Minus. Dagegen profitieren Metro und RWE von Kaufempfehlungen und hielten sich mit Kursgewinnen von bis zu 0,4 Prozent auch zum Handelsschluss noch im Plus.

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