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28.08.2012

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax rettet die 7.000-Punkte

Der Dax verteidigt die psychologisch wichtige Marke mit letzter Kraft. Konjunktursorgen belasten Märkte weltweit. Lediglich die Hoffnung auf einen Fed-Eingriff am Freitag hat heute einen größeren Absturz verhindert.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfDer deutsche Aktienmarkt hat angesichts tendenziell negativer Konjunkturdaten im Minus geschlossen. Höhere Verluste wurden Marktbeobachtern zufolge von der anhaltenden Spekulation auf deutliche Zentralbank-Interventionen verhindert. Der Dax bewegte sich während des gesamten Handelstages um die psychologisch wichtige 7000-Punkte-Marke und schließt letztlich knapp darüber mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 7.002 Punkte. Die mittelgroßen Standardwerte im MDax gibt insgesamt um 0,5 Prozent auf 11.002 Punkte nach. Für den Technologie-Index TecDax geht es mit einem Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Die Meldung, wonach die mit Finanzproblemen kämpfende spanische Provinz Katalonien den Staat um Finanzhilfen von 5,0 Milliarden Euro gebeten hat, sorgte laut Händlern am Nachmittag für Unruhe. Zudem droht der Tropensturm „Isaac“ auf seinem Weg zur US-Südküste nun doch zum Hurrikan zu werden. Das könnte den Ölpreis nach oben treiben und die Börsen belasten, hieß es. Ferner warten Anleger nervös auf die Rede von Fed-Präsident Ben Bernanke auf einer Notenbankkonferenz in Jackson Hole am Freitag. Händler Markus Huber von ETX Capital sagte: „Alles in allem besteht im Moment zu diesen Preisen kein größeres Kaufinteresse. Viele Anleger erwarten den Dax weiterhin in einer Spanne zwischen 6.880 und 7.110 Punkten und warten mit ihrem Einstieg folglich wieder auf niedrigere Kurse.“ Die Stimmung unter US-Verbrauchern fiel schlechter aus als erwartet und setzte die Märkte zudem noch unter Druck.

Kein größeres Kaufinteresse - Douglas starten durch

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Der Euro pendelte lange um die Marke von 1,25 Dollar und legte erst am Nachmittag ein halbes Prozent zu. Damit tritt die Gemeinschaftswährung seit fünf Handelstagen nahezu auf der Stelle. Händlern zufolge wagen sich Anleger vor der Rede von Fed-Chef Ben Bernanke auf dem Notenbankertreffen in Jackson Hole am Freitag nicht aus der Deckung. Auch das weitere Vorgehen der EZB wurde mit Spannung erwartet. Bundesbankchef Jens Weidmann hatte sich am Wochenende offen gegen ein von Notenbankchef Mario Draghi in Aussicht gestelltes neues Anleihe-Kaufprogramm ausgesprochen. Das sei "zu nah an einer Staatsfinanzierung durch die Notenpresse", so Weidmann. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) will Zweifel an ihrer Unabhängigkeit im Zusammenhang mit ihren geplanten Staatsanleihekäufen zur Rettung von Krisenstaaten zerstreuen. "Wir werden nur innerhalb unseres vertraglichen Mandats operieren", versprach das deutsche Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen am Montagabend in Hamburg in Richtung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und anderer Kritiker des EZB-Vorhabens. "Die Notenbank kann und darf nicht für Fehler der Fiskal- oder der Finanzmarktpolitik aufkommen." Die Regierungen müssten durch einen entschlossenen Reformkurs ihre Glaubwürdigkeit wieder herstellen. Auch bei einer weiteren Integration der Eurostaaten hin zu einer politischen Union werde die EZB ihre Unabhängigkeit behalten.

Der Tag an den Märkten (Stand:17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank hat Beiersdorf und Henkel Händlern zufolge Auftrieb gegeben. Die Aktien der Konsumgüter-Hersteller verteuerten sich in der Spitze um jeweils 2,7 Prozent. Damit sind beide so teuer wie noch nie. Die Deutsche Bank habe die Papiere jeweils auf "Buy" von "Hold" heraufgestuft, sagten Börsianer. Die Titel schlossen jeweils 0,5 und 1,4 Prozent höher.

Daimler will in den kommenden Jahren mit Hilfe eines neuen Stadtlieferwagens und einer stärkeren internationalen Präsenz schneller als der weltweite Transporter-Markt wachsen. Bis Ende dieses Jahrzehnts werde die Nachfrage nach leichten Nutzfahrzeugen bis 7,5 Tonnen rund um den Globus jährlich voraussichtlich um mehr als vier Prozent wachsen, sagte der Chef der Daimler-Sparte Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg, am Montagabend in Kopenhagen. Mit dem ab September in der EU, Türkei, Norwegen und Australien erhältlichen Lieferwagen für Gewerbekunden konkurriert Daimler unter anderem mit dem VW Caddy und dem Citroen Berlingo und füllt eine seit Jahren bestehende Lücke in seiner Angebotspalette. Die Aktien verbuchten bis Handelsende einen Abschlag von 0,3 Prozent.

Die Woche an den Märkten

Montag

In Deutschland werden die Außenhandelspreise und der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht. Die Unternehmensanalysten warten auf Zahlen von BayernLB, Corealkredit Bank und Tiffany.

Dienstag

Analysten blicken auf den deutschen GfK-Konsumklimaindex, einen schweizerischen Konsumindikator, Wachstumszahlen aus Spanien und das US-Verbrauchervertrauen. Italien und Spanien emittieren Staatsanleihen. Die WGZ Bank hält ihre Halbjahres-PK ab. Unternehmensdaten kommen von Schaeffler, Crédit Agricole, L'Oréal, Bawag.

Mittwoch

Es stehen deutsche Verbraucherpreise, ein schweizerisches Konjunkturbarometer, das französische Geschäftsklima, das italienische Verbrauchervertrauen sowie US-Wachstumsdaten und der Fed-Konjunkturbericht an. Italien begibt Staatsanleihen. Unternehmensdaten kommen von Dekabank, NordLB, Eurokai, Volvo, Raiffeisen International.

Donnerstag

Die Analysten haben den deutschen Arbeitsmarkt, das italienische Geschäftsklima sowie Wirtschaftsvertrauen, Geschäftsklima und Verbrauchervertrauen für die Euro-Zone auf dem Schirm. Die USA veröffentlichen Haushaltsdaten der Privaten sowie die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Zahlen bieten DZ Bank, Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Cat Oil, EVN, Baloise.

Freitag

Aus Japan kommen die Verbraucherpreise, Daten zum Arbeitsmarkt und zur Industrieproduktion. Für Deutschland werden Einzelhandelsumsätze, für die Euro-Zone ein Verbraucherpreisindex und Arbeitsmarktdaten publiziert. Aus USA kommen der Einkaufsmanagerindex, das Verbrauchervertrauen und Auftragseingänge. US-Notenbankpräsident Bernanke hält eine wichtige Rede.

Das schwache Geschäft in Europa und Südamerika hat den Gewinn des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler im ersten Halbjahr sinken lassen. Der Betriebsgewinn schrumpfte um knapp zwölf Prozent auf 780 Millionen Euro, wie der Continental -Großaktionär in Herzogenaurach mitteilte. Der Umsatz kletterte zugleich um fünf Prozent auf rund 5,7 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite (Ebit-Marge) sank um 2,6 Punkte auf 13,8 Prozent. Schaeffler rechnet damit, dass die Automobilproduktion und das Industriegeschäft in Nordamerika und Asien weiter wachsen werden, während die Situation in Europa und Südamerika "herausfordernd" bleibe. "Wir beobachten die gesamtwirtschaftliche Situation und die Entwicklung unserer Absatzmärkte sehr aufmerksam", erklärte Vorstandschef Jürgen Geißinger. Die Konjunktur sei nahezu in allen Regionen von Unsicherheit und Risiken geprägt. An seinem Ausblick hielt das Management dennoch fest. Demnach strebt das fränkische Familienunternehmen im Gesamtjahr weiter eine operative Marge von mehr als 13 Prozent an. Der Umsatz soll um mehr als fünf Prozent klettern. Die Anteilsscheine wurden zum Tagesschluss 0,5 Prozent teurer gehandelt.

Kommentare (16)

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28.08.2012, 10:01 Uhr

Ich bin gespannt auf die Quartalszahlen von Schaeffler. Das Unternehmen erwirtschaftete im Jahr 2011 einen Umsatz von 10,7 Milliarden (+6%). Vor allem vom guten Geschäft in den USA (+17%) und Asien (+14%) profitiert das Unternehmen sehr. CEO Juergen Geissinger betonte noch im Mai, dass er an seiner Wachstumsprognose von fünf Prozent Umsatzplus für das Gesamtjahr 2012 festhalte.

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28.08.2012, 10:03 Uhr

Richtig, alles nur Nebelkerzen und Scheingefechte.

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28.08.2012, 11:52 Uhr

Mahlzeit zusammen! Und hiermit wurde die 7.000er Marke von oben getestet und hat gehalten. Wieder ein Puzzelteil mehr das ein Widerstand geknackt wurde. Wenn wir bis Ende der Woche nicht mehr darunter zurückfallen sollten die Kurse nächste Woche steigen.

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