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18.06.2012

18:04 Uhr

Börse Frankfurt

Dax rettet moderates Plus ins Ziel

Griechenland wählt den Euro. Das hilft dem Dax - zumindest ein bisschen. Allerdings liegen schon längst andere Sorgenkinder im Fokus der Investoren. Die Risikoaufschläge für Spanien erreichen neue Höhen.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtEin Rekordhoch spanischer Anleiherenditen hat am Montag die Erleichterung über den Wahlausgang in Griechenland verdrängt. Die Rendite für spanische 10-Jahrestitel kletterte über die kritische Marke von sieben Prozent und erreichte damit den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Der Dax schloss am späten Nachmittag 0,3 Prozent höher bei 6.248 Punkten, nachdem er in den ersten Handelsminuten bis auf 6.316 Zähler geklettert und im Tagesverlauf sogar zweimal kurzzeitig im Minus zu finden war. Der MDax behauptete 0,4 Prozent auf 10.089 Punkte und die Technologiewerte im TecDax zogen um 0,6 Prozent an auf 731 Punkte. Der Euro als Krisenbarometer zeugte von ungeminderter Unsicherheit: Der Kurs sackte vom höchsten Stand seit Ende Mai bei 1,2747 US-Dollar wieder um mehr als einen Cent ab.

Experten äußerten sich mit Blick auf Griechenland vorsichtig . Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, schätzt, dass die griechische Bevölkerung die auferlegten Reformen und Sparmaßnahmen auf Dauer nicht mittragen wird.„Griechenland dürfte selbst gelockerte Auflagen nicht erfüllen. Will sie ihre Glaubwürdigkeit nicht vollständig verlieren, wird die Staatengemeinschaft irgendwann gezwungen sein, Griechenland den Geldhahn zuzudrehen. Der griechische Staat wäre dann rasch pleite", sagte Krämer gegenüber Handelsblatt Online. „Vermutlich wird Griechenland der Währungsunion in fünf Jahren nicht mehr angehören“, so der Experte weiter.

Sparpolitik

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Griechenland kann nach Angaben von Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter auf die Auszahlung weiterer Hilfen nur dann hoffen, wenn es Vertragstreue zeigt. Die kommende griechische Regierung müsse deshalb die vereinbarten Bedingungen für das internationale Finanzpaket einhalten, sagte Kampeter am Montag im ARD-Morgenmagazin. Allerdings deutete er an, dass die EU dann dem Land entgegenkommen könnte. "Gleichzeitig ist uns klar, Griechenland kann auch nicht überfordert werden", betonte der CDU-Politiker. Bereits Sonntagabend hatte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) gesagt, dass man Griechenland vielleicht mehr Zeit geben könnte, die vereinbarten Reformen umzusetzen.

Der Tag an den Märkten (Stand 18:05 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Unterdessen bemühen sich die Befürworter des Sparkurses um eine rasche Regierungsbildung in dem hoch verschuldeten Land. "Es gibt keine Zeit zu vergeuden", sagte der Chef der konservativen Neuen Demokratie (ND), Antonis Samaras, in der Nacht zu Montag. Dessen Partei wurde stärkste Kraft vor dem radikalen Linksbündnis Syriza und der sozialistischen Pasok. International wurde das Wahlergebnis mit Erleichterung aufgenommen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte in einem Telefonat mit Samaras die Erwartung, dass Griechenland seine europäischen Verpflichtungen einhalten werde. An den Finanzmärkten wurde das Wahlergebnis mit Gewinnen quittiert.

Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam die konservative ND auf 29,7 Prozent und kann ein Regierungsbündnis mit der Pasok bilden. Gemeinsam verfügen beide Parteien über eine Mehrheit im Parlament. Das Linksbündnis Syriza, das die Sparauflagen des internationalen Euro-Rettungspakets kippen will, landete mit 27 Prozent auf dem zweiten Platz.

Die Woche an den Märkten

Mittwoch

Die deutschen Erzeugerpreise für Mai geben Aufschluss darüber, wie hoch der Inflationsdruck im Land ist. Der Rat der US-Notenbank Fed entscheidet über den Leitzins. Die Bank of England veröffentlicht das Protokoll ihrer geldpolitischen Sitzung von Anfang Juni. Gazprom Germania, H&M und Otto legen Zahlen vor. Brenntag, Eurokai, Patrizia und Raiffeisen International laden zur Hauptversammlung.

Donnerstag

Die Markit-Einkaufsmanagerindizes für Deutschland und Europa für Juni geben Aufschluss über die Stimmung bei Unternehmen. Für die Euro-Zone werden die Leistungsbilanz im April und das Verbrauchervertrauen im Juni veröffentlicht. Aus den USA kommen der Industrieindex Philadelphia Fed, Frühindikatoren und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe für die Woche. Die Europäische Zentralbank entscheidet über den Leitzins. Oracle legt Zahlen vor. Deutsche Euroshop und Ströer laden zu ihren Hauptversammlungen (HV).

Freitag

Das Münchener Ifo-Institut gibt seinen Geschäftsklimaindex für Juni bekannt. Tipp24 und Toshiba laden zur HV.

In Fernost zogen die Aktienkurse bereits deutlich an. Analysten bewerteten die Rally in Asien aber als kurzlebig. Fumiyuki Nakanishi von SMBC Friend Securities führte die Gewinne darauf zurück, dass ein "Drachmageddon" nicht in Sicht sei. Norihiro Fujito von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley erklärte aber, die Eurokrise habe mehr Facetten als Griechenland. "Wenn die siegreiche Partei nicht die Lebensbedingungen der Griechen verbessert, wird sich ihre Unterstützung hin zur Syriza verschieben. Dann sind wir genauso weit wie zuvor."

Kommentare (67)

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Account gelöscht!

18.06.2012, 07:43 Uhr

Vorsicht Strohfeuer!!!,ca. 6390 im Dax zum Ausstieg nutzen.

Account gelöscht!

18.06.2012, 07:52 Uhr

Die Headline müsste auch 6300 heißen, da wir gerade bei 6291 stehen. Also 30 Punkte über dem Schlusskurs 22:00 von Freitag

Die 100mrd Offerte für Spanien hat die Märkte einen halben Tag beruhigt. Mal sehen, wie kurz es bei der Griechenland-Wahl dauert. 6200 Schlusskurs!

Also von Börsenparty keine Spur. Spanien und Italien sind eh die bestimmenden Themen. Allen Shorties einen wundervollen Tag :-)

Account gelöscht!

18.06.2012, 08:05 Uhr

Die Presse kommentiert das Griechen-Wahl-Ergebnis positiv, als Sieg der Vernunft, Hoffnung auf Besserung und die Märkte atmen auf.
Lächerlich, ich denke das ist eher negativ.
Die Griechen hatten ihre Chance, doch diese große Chance haben sie vertan,
nun werden Sie von der EU weiter unter Druck gesetzt und kaputtgespart und wir dürfen es auch noch bezahlen.
Nun bleibt es weiter ein korruptes Fass ohne Boden.
Und der seit Jahren anhaltende Albtraum geht in die Verlängerung.
Sie wollen nur nehmen und es kommt nie etwas zurück. Das endet im Streit. Der geht sogar so weit, dass man uns allesamt als Nazis betitelt.
Wie groß das griechische Chaos noch werden wird, das wird sich im Laufe der nächsten Tage zeigen, mit geringen Aussichten auf eine schnelle Regierungsbildung.
Die Reformbemühungen dieser verfilzten Parteien halten sich doch schwer in Grenzen. Diese Parteien haben den Karren überhaupt erst in den Dreck gefahren.
Berechenbar ist die Politik dieses Landes jedenfalls nicht.
Wenn jetzt auch noch die Börsen steigen, dann hat der Schwachsinn echt Methode.
Zeigt wie die ständig negativen Nachrichten schon abgestumpft haben, wenn Ignoranz und Gleichgültigkeit Oberwasser gewinnen.
Jetzt wird schon als positiv bewertet was nicht extrem negativ ist.
Obwohl jeder weiss, dass die ihre Schulden nie zurück zahlen werden.
Bin eigentlich Optimist, aber nicht wenns um Griechenland geht.
Die Reichen zahlen nach wie vor keine Steuern, und die Finanzbeamten werden alles versuchen, damit das auch so bleibt. Denn sie leben nicht schlecht von der griechischen Ferkelei (Fakelaki)-Korruptions-Kultur.

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