Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.07.2015

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax rettet sich ins Plus

Bei der heutigen Flut an Bilanzen und Prognosen fiel es vielen Anlegern schwer, klare Sicht zu behalten. Auch zum Börsenschluss zeigte sich keine klare Tendenz. Im Blick: die Aktien von Siemens und Lufthansa.

Börse am Abend

Dax rettet sich- nach auf und ab- ins Plus

Börse am Abend: Dax rettet sich- nach auf und ab- ins Plus

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtEinen spannenden Tag haben die Anleger hinter sich: Gleich sechs Dax-Konzerne präsentierten ihre Bilanzen. Die überwiegend positiven Zahlen konnten die Börsianer aber nicht freudig stimmen. Der Dax schließt mit einem kargen Plus von 0,4 Prozent bei 11.257 Zählern. Die Indizes in der zweiten Reihe: Der MDax gewann 0,1 Prozent auf 20.565 Punkte, der TecDax verlor 0,4 Prozent auf 1762 Stellen.

„Der Anteil europäischer Unternehmen, die die Erwartungen übertroffen haben, ist so hoch wie noch nie seit Beginn unserer Aufzeichnungen 2009“, schrieben die Analysten der US-Bank JPMorgan in einem Kommentar. Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black mahnte allerdings zur Besonnenheit. „Das ist angesichts des deutlichen Euro-Kursverfalls und der anziehenden Konjunktur nicht allzu überraschend.“

Siemens hat seine Anleger am Donnerstag mit besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen erfreut. Der Münchner Konzern übertraf die Schätzungen der Analysten im dritten Quartal deutlich und bekräftigte trotz schwächerer Märkte in China seine Jahresprognose. „Besser als erwartet und befürchtet“, kommentierte ein Händler. „Die Aktien sollten auf Erholungskurs gehen.“

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Tatsächlich kam der Bericht an der Börse sehr gut an: die Titel gewannen bis zu 4,3 Prozent und waren damit zeitweise stärkster Dax-Wert. „Aus unserer Sicht geht die Transformation weiter, wir würden eine erhöhte Dividendenausschüttung oder eine Verstärkung der Aktienrückkäufe nicht ausschließen“, sagte Analyst Alexander Hauenstein von der DZ Bank.

Die Wachstumsdelle Chinas lässt den Chipkonzern Infineon bei seinen Jahreszielen vorsichtiger werden. Vor allem das Geschäft mit der Autoindustrie – das größte im Konzern – schwächelt in dem für Infineon wichtigen Wachstumsmarkt. Die starke Nachfrage in den USA und die anhaltende Erholung in Westeuropa könnten das nicht vollständig kompensieren, sagte Vorstandschef Reinhard Ploss.

Er erwartet das Umsatzplus im Geschäftsjahr 2014/15 (bis Ende September) nun nur noch am unteren Ende der ausgegebenen Spanne von 34 bis 38 Prozent. „Erstmal ist aber keine Sorge angebracht“, beschwichtigte er. Auch wenn die Lage an den einzelnen Märkten mal schwieriger werde: „Wir sind klar auf unserem Wachstumskurs.“ Die Geschäfte liefen rund, die Integration des übernommenen US-Rivalen International Rectifier (IR) laufe planmäßig und Infineon sei auf Kurs zu seinen Renditezielen.

An der Börse sorgte Ploss mit dem Ausblick für Unruhe. Die Infineon-Aktien fielen zunächst um fast vier Prozent auf 9,84 Euro und hielten damit im Dax die rote Laterne. Nach wenigen Minuten grenzten die Papiere aber ihre Verluste ein und drehten nach einer Hochstufung durch die Commerzbank ins Plus. Einige Analysten hoben Fortschritte bei der Profitabilität hervor und bescheinigten dem bayerischen Unternehmen gute Aussichten. 

Ein wenig verunsichert zeigten sich die Anleger von den jüngsten Aussagen der US-Notenbank Fed. Die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen bewerteten die Entwicklung des Arbeitsmarkts am Mittwochabend zwar positiv. Konkrete Hinweise darauf, dass die Zinsen – wie von vielen Experten erwartet – bereits im Spätsommer steigen werden, lieferten sie aber nicht.

Die Zinswende sei näher gerückt, urteilte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. „Zumindest das kann man aus der Fed-Sitzung mitnehmen. Viel mehr aber auch nicht.“

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×