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06.08.2013

18:06 Uhr

Börse Frankfurt

Dax rutscht unter 8300 Punkte

Maue Quartalszahlen und eine kassierte Ergebnis-Prognose haben den Dax am Dienstag deutlich ins Minus gedrückt. Daran konnten auch vergleichsweise gute Nachrichten aus Italien nichts ändern. Gewinner des Tages war Xing.

ISDAfix-Manipulation

Finanzbranche droht neuer Skandal

ISDAfix-Manipulation: Finanzbranche droht neuer Skandal

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FrankfurtBeeinflusst von zum Teil enttäuschenden Quartalszahlen und Gewinnwarnungen hat der Dax am Dienstag mit Verlusten geschlossen. Bei Handelsende in Frankfurt notierte der deutsche Leitindex 1,17 Prozent schwächer bei 8299 Punkten. Für den MDax ging es um 0,37 Prozent auf 14.599 Zähler nach oben, der TecDax verlor 0,13 Prozent und stand am Abend bei 1008 Stellen. Der EuroStoxx 50 büßte 0,7 Prozent ein und rutschte auf 2789 Punkte ab.

Gute Konjunkturdaten aus Italien hatten den Dax gegen Mittag vorübergehend etwas deutlicher ins Plus gehievt. Die Wirtschaft des südeuropäischen Landes ist im Frühjahr weniger geschrumpft als gedacht. Am Ende gewann mit der Gewinnwarnung von K+S dann aber die auf Hochtouren laufende Berichtssaison hierzulande wieder die Oberhand. Am Morgen hatten alleine aus dem Dax bereits vier Unternehmen über das abgelaufene Quartal berichtet.

Auch wenn der Markt sich in dieser Woche eher kaum von der Stelle rühren werde, sei die Grundstimmung intakt, hieß es bei Händlern. „Der Markt scheint immer noch auf steigende Tendenzen eingestellt. Sollten negative Nachrichten ausbleiben, wird er dieses Niveau halten und sich langsam nach oben bewegen“, sagte Randy Frederick vom Schwab Center for Financial Research.

Die Meilensteine des Dax

1. Juli 1988

Der Dax wird aus der Taufe gehoben. Basis der Berechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten.

5. April 1991

In Frankfurt geht das „Interbank Informations System” - kurz Ibis genannt und eine Art Vorläufer des Xetra-Systems - an den Start.

19. Januar 1996

Die Börse führt den MDax ein, dem zunächst 70 mittelgroße Unternehmen angehören. Im März 2003 wird der MDax auf 50 Unternehmen verkleinert.

18. November 1996

Bei der Privatisierung der Deutschen Telekom wird die T-Aktie als Volksaktie vermarktet. Das Interesse der Öffentlichkeit am Dax nimmt dramatisch zu.

10. März 1997

Start des Neuen Marktes. Nach einer Reihe von Skandalen wird das Segment am 21. März 2003 wieder abgeschafft. Am 24. März 2003 wird als inoffizieller Nachfolger der TecDax eingeführt, dem 30 Tech-Aktien angehören.

28. November 1997

Mit dem neuen elektronischen Handelssystem Xetra - kurz für „Exchange Electronic Trading” - bricht für die Börse ein neues Zeitalter an. Zunächst werden 109 Aktien auf Xetra gehandelt. Später öffnet die Börse Xetra für alle deutschen sowie für europäische und US-Aktien.

7. März 2000

Der Dax erreicht ein Rekordhoch von 8136,16 Punkten. Händler begründen die Euphorie mit Fusionsfieber. Ein geplanter Zusammenschluss der Deutschen mit der Dresdner Bank scheitert aber. Die Dresdner Bank geht an die Allianz, die sie im Mai 2009 an die Commerzbank weiterreicht. Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Danach beginnt beim Dax eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2000

Auf dem Höhepunkt der Börseneuphorie wird die Chip-Tochter von Siemens, Infineon, zu einem Emissionspreis von 35 Euro an den Anleger gebracht. Die Platzierung ist 33-fach überzeichnet. Beim Börsendebüt am nächsten Tag erreicht die Aktie in der Spitze knapp 85 Euro. Heute notieren die Infineon-Titel bei 6,60 Euro. Danach beginnt eine langjährige Abwärtsbewegung, die von den Anschlägen in New York und Washington am 11. September 2001 verschärft wird.

12. März 2003

Der Dax rutscht unter 2200 Punkte und notiert damit so tief wie zuletzt im November 1995. Im Laufe des Jahres dreht er. Mit der Erholung der Weltwirtschaft in den Folgejahren wächst auch das Vertrauen in die Gewinnentwicklung der Unternehmen wieder.

1. Juni 2007

Erstmals seit März 2000 steigt der Dax wieder über 8000 Punkte.

13. Juli 2007

Mit 8.152 Zählern setzt der Dax einen neuen Meilenstein. Trotz erster Bankenpleiten und Notoperationen der EZB am Geldmarkt hält sich der Dax zu Beginn des Krisenjahres 2008 über 8000 Zählern. Doch ab dann geht es bergab. 2009 beschleunigt der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate die Talfahrt des Dax.

21. Januar 2008

Der Absturz des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate leitet die Talfahrt des Dax ein. Am 21. Januar fällt der Index um mehr als 500 Zähler oder sieben Prozent auf 6790 Punkte.

9. März 2009

Die Krise der Banken hat Tribut gefordert: Mit 3588 Punkten erreicht der Dax zeitweise den niedrigsten Stand seit Oktober 2003. Doch es gibt Hoffnung. Denn nur wenige Tage später wirft die Fed die Notenpresse an. Von nun an geht es bergauf. Am 25. Oktober schafft der Dax zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

22. Mai 2013

Der Mai wurde für den Dax der Monat der Rekorde. Nachdem der Dax ein Rekordhoch nach dem anderen knackt, liegt das neue Allzeithoch bei 8.558 Punkten.

25. Oktober 2013

Der Dax schafft zum ersten Mal in seiner Geschichte den Sprung über die Marke von 9000 Punkten.

7. November 2013

Neuer Rekord: Der Dax steigt zwischenzeitlich auf ein Allzeithoch von 9193 Punkten, gab bis zum Handelsende aber einen Teil der Gewinne wieder ab. Zum Börsenschluss reichte es für 9081 Punkten. Die Anleger feierten die überraschende Senkung des Leitzinses durch die EZB auf 0,25 Prozent.

25. November 2013

Der Dax beginnt die neue Handelswoche mit einer Rekordjagd. Schon in den ersten Minuten springt der Index über das alte Rekordhoch von 9254 Punkten und pendelt bereits vormittags an der Marke von 9300 Punkten.

2. Dezember 2013

Trotz eines ruhigen Präsenzhandels konnte der Dax an diesem Montag eine neue Bestmarke setzen: Er stieg am Vormittag bis auf 9424,83 Punkte.

30. Dezember 2013

Der Dax beendet seine Jahresendrally knapp über der Marke von 9500 Punkten.

4. Februar 2014

Der Dax startet stark ins neue Jahr und erreicht am 17. Januar mit 9789 Punkten abermals ein Rekordhoch. Börsianer hoffen, dass der Index nun über die 10000-Punkte-Markte springt und werden enttäuscht: Gegen Monatsende geht dem Dax die Puste. Am 31. Januar schließt er bei 9349 Punkten und läutet den Februar mit fallenden Kursen ein.

Schlusslicht im Dax waren auch am Dienstag die Aktien von K+S. Sie brachen um weitere acht Prozent ein, nachdem der Düngemittelkonzern zuvor seine Prognose für 2013 kassiert hatte. K+S begründete dies mit den Marktturbulenzen infolge des Ausstiegs von Uralkali aus einer Vertriebsallianz. Das Festhalten an dem milliardenschweren Kali-Projekt in Kanada könne nun unter Umständen mittelfristig als Belastung gesehen werden, hieß es am Markt.

Ebenfalls deutlich ins Minus rutschten die Papiere der Münchener Rück: In den Monaten von April bis Juni traf der weltgrößte Rückversicherer die Analystenprognosen mit einem Gewinn von 543 Millionen Euro fast punktgenau. Im Vergleich zum Vorjahr ist das allerdings ein Rückgang um ein Drittel. Die Aktien verloren 5,4 Prozent.

Starke Verluste gab es auch bei RWE und Lanxess. Die Titel des Essener Energieversorgers sanken um 5,24 Prozent im Wert. Etwas weniger stark war der Abschlag beim Spezialchemiehersteller Lanxess. Der Konzern hat nach einem herben Gewinneinbruch im abgelaufenen Quartal seine Ergebnisprognose für das kommende Jahr gekippt. Das Ziel eines um Sondereinflüsse bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2014 sei nicht mehr realistisch, erklärte der Konzern am Dienstag bei Vorlage des Zwischenberichts zum zweiten Quartal. Das Mittelfristziel eines bereinigten operativen Gewinns von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2018 bleibe zwar bestehen, es sei aber nun schwerer zu erreichen, hieß es. Die Aktie gab 4,33 Prozent nach.

Ein Wechselbad der Gefühle erlebten die Aktionäre von Merck. Die Titel des Pharma- und Spezialchemiekonzerns notierten 2,26 Prozent schwächer bei 123,25 Euro, nachdem sie am Morgen mit 128,50 Euro noch auf ein Rekordhoch gestiegen waren. Die Zahlen seien gut, aber offensichtlich nicht gut genug, sagt ein Händler. „Die Anleger nehmen jetzt erst einmal ihre Gewinne mit.“ Auch LBBW-Analyst Timo Kürschner urteilt: „In Summe ordentliche Quartalszahlen. Die mittlerweile gestiegenen Erwartungen deutlich zu übertreffen, wird aber schwerer für Merck.“

Kommentare (51)

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Account gelöscht!

06.08.2013, 08:47 Uhr

Schon interessant wieviele Dax-Titel noch sehr weit weg von ihren kurz- und vor allem langfristigen Höchstständen sind.

Der Kursaufschwung ist von einigen, wenigen Titeln getrieben oder anders, wo würde der Dax ohne die Bremsklötze Eon, RWE, K+S, Siemens und Telekom stehen?

Das macht in meinen Augen die Titelauswahl nicht einfacher. Denn die Titel, die nicht steigen, wenn der Markt steigt, werden mit einigen antizyklischen Ausnahmen erst recht nicht steigen, wenn der Markt kräftig fällt.

Programmierer

06.08.2013, 09:01 Uhr

Kaufe daher Dax komplett, da ist man von solchen Verlusten verschont geblieben

Schnaeppchenjaeger

06.08.2013, 09:18 Uhr

Hm, Salzgitter bei 25 Euro einen Blick wert...? Denen wird es so lange schlecht gehen bis die Weltwirtschaft wieder anzieht. Wann das sein wird, keine Ahnung.

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