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22.02.2013

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schafft endlich wieder eine Gewinnwoche

Am letzten Wochenhandelstag hat der Ifo-Index für Konjunkturoptimismus gesorgt. Einen Dämpfer bekam der Dax von der EU-Kommission. Doch die größte Sorge bleibt die anstehende Wahl in Italien.

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FrankfurtDie Konjunkturhoffnung ist am Freitag gestiegen und hat die Aktienmärkte beflügelt. Am letzten Handelstag der Woche stieg der Dax um ein Prozent auf 7.661 Punkte und schaffte damit auf Wochensicht ein Plus von etwas weniger als einem Prozent.

Der Ifo-Index fiel besser aus als erwartet und sorgte bei den Anlegern für Kauflaune. Ein zurückhaltender Ausblick der EU-Kommission zu den wirtschaftlichen Perspektiven und eine geringer als erwartet ausgefallene Rückzahlungsquote für EZB-Kredite dämpften die Stimmung nur kurzzeitig.

Offenbar nutzten einige Anleger nach den Kursverlusten des Vortages die Gelegenheit, um sich das eine oder andere Schnäppchen zu sichern, sagte Aktienhändlerin Anita Paluch von Gekko Global Markets. Finanzmarkt-Experte Richard Griffiths von Berkeley Futures wertete die aktuelle Erholung als positives Signal. „Die Tatsache, dass Händler Rücksetzer zum Einstieg nutzen, zeigt, dass sie an eine Fortsetzung der weltweiten Konjunkturerholung glauben, auch wenn sie einige Zeit dauern wird“, sagte Griffiths.

„Der Ifo ist ein sehr guter Indikator, auch für die Weltwirtschaft, weil er auch die Einschätzung vieler Export-Unternehmen widerspiegelt“, betonte Kapitalmarktanalyst Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Der Geschäftsklimaindex des Ifo-Institutes stieg im Februar auf 107,4 Punkte. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Wert 105 Zählern gerechnet.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Weniger optimistisch fielen allerdings die Prognosen der EU-Kommission aus: Sie geht nun davon aus, dass die Euro-Zone 2013 schrumpft, bislang hatte sie ein leichtes Plus vorhergesagt. Außerdem erwartet sie, dass Spanien und Frankreich ihre Defizit-Ziele für 2013 verfehlen werden.

Größter Unsicherheitsfaktor für den Markt blieb die am Sonntag und Montag anstehende Parlamentswahl in Italien. Investoren fürchten, dass das hoch verschuldete südeuropäische Land im Falle eines Wahlsiegs von Silvio Berlusconi von seinem Sparkurs abrücken und sich die Euro-Krise damit wieder verschärfen könnte. Der umstrittene Politiker hat bereits angekündigt, unter dem scheidenden Ministerpräsidenten Mario Monti eingeführte Reformen rückgängig machen zu wollen. Am Freitagmittag lag der italienische Leitindex ein Prozent im Plus, nachdem er am Vortag um drei Prozent abgerutscht war.

„Wir gehen davon aus, dass - wer immer auch die Wahl in Italien gewinnt - er nicht völlig unverantwortlich agieren wird“, schrieb der Chefvolkswirt der Berenberg Bank, Holger Schmieding, in einem Kommentar. „Nach jahrelanger Euro-Krise sollten sich alle italienischen Politiker dessen bewusst sein, dass die Märkte jegliche drastische Abweichung vom Pfad der Tugend abstrafen werden.“ Rom könne es sich sogar leisten, eine Zeitlang ziemlich untätig zu sein, da Mario Monti die wichtigsten Weichen gestellt habe.

Kommentare (32)

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22.02.2013, 08:34 Uhr

Jaaaaa, heute 10:30 Uhr Ifo-Index. Dann geht die Post ab - wohin auch immer.

Bis kurz vor 14:30 Uhr, da kommen nämlich Verbraucherpreise und anschließend ist die Lage dann klar, der Weg frei. Nur die Richtung fehlt.

Anschließend warten wir dann ganz gespannt auf die Ergebnisse der Kürbisernte in Krakolistan um vollends die Gewissheit zu bekommen ...... Toller Tag wird das.


Account gelöscht!

22.02.2013, 08:43 Uhr

Ifo-Index wird meines Wissens nach um 10:00 Uhr bekanntgegeben.

Account gelöscht!

22.02.2013, 09:16 Uhr

Das dachte ich mir schon! Die privaten Tader werden bevorzugt und kriegen das um 10 Uhr mitgeteilt.

Wir, die armen Schlucker fern des Tradings nur mit einem Analogmodem an den Rest der Welt angekoppelt, kriegen das um 10:30 Uhr erst mitgeteilt. So jedenfalls versucht uns offenbar das hinterlistige "Finanzen.net" reinzulegen.

Danke, Privat-Trader, dass Du uns raus hilfst, aus dem Dunkel ins Licht.

Ich fordere Konsequenzen: Outet Finanzen.net endgültig als Büchsenspanner der üblen Trader-Kaste!!!

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