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06.08.2012

18:15 Uhr

Börse Frankfurt

Dax scheitert an 7.000-Punkte-Marke

Nach der Rally vergangene Woche hat der Dax am Montag Kurs auf die Marke von 7.000 Punkte genommen. Trotz positiver Signale aus Athen reichte es für den Leitindex aber heute noch nicht ganz. Glänzen konnten Solarwerte.

Dax nimmt 7.000 Punkte ins Visier

Video: Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtGute Nachrichten aus Griechenland haben den Dax zum Wochenstart weiter steigen lassen. Am Montag schaffte es der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 6918 Punkte erstmals seit Anfang April wieder über die 6900-Punkte-Marke. Damit knüpfte er an seinen knapp vierprozentigen Kurssprung vor dem Wochenende an.

Der MDax legte am Montag um 1,23 Prozent auf 11.125 Punkte zu - bis zum gut fünf Jahre alten Rekordhoch fehlen dem Index der mittelgroßen Unternehmen damit weniger als 400 Punkte. Für den TecDax ging es um 1,29 Prozent auf 795 Punkte nach oben. Der Euro kostete bei Börsenschluss etwas über 1,24 Dollar. In Madrid legte der spanische Leitindex IBEX in der Spitze um 4,4 Prozent zu, nachdem der Handel am Morgen wegen technischer Probleme unterbrochen worden war.

Der Tag an den Märkten (18:00 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Die griechische Regierung hatte sich am Sonntag mit den internationalen Kreditgebern auf die Eckpunkte eines weiteren, milliardenschweren Sparpakets geeinigt. Dass der spanische Ministerpräsident ein Gesuch für weitere Rettungshilfen nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen hatte, habe zudem Hoffnungen auf baldige und energische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) wie den Kauf spanischer Anleihen genährt, sagte Marktstratege Ishaq Siddiqi von ETX Capital. Dies spiegelte sich auch in den leicht rückläufigen Renditen für Staatsanleihen der Euro-Problemländer wider: So fiel etwa in Spanien die Rendite für zehnjährige Papiere weiter von der als kritisch erachteten Sieben-Prozent-Marke zurück.

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„Marktseitig rechnet man nun damit, dass bereits im September die ersten Anleihekäufe von italienischen und spanischen Papieren vollzogen werden“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar. Auch die Analysten von Barclays Capital urteilten in einem Kommentar: „Die Wahrscheinlichkeit weiterer Zentralbank-Maßnahmen bleibt hoch.“ Dies seien gute Voraussetzungen für Kursgewinne bei riskanteren Anlagen wie Aktien.

Sowohl die EZB als auch die amerikanische Notenbank Fed hatten es in der vergangenen Woche bei ihren Zinsentscheiden vermieden, neue Maßnahmen anzukündigen. Doch die Börsianer erwarten, dass Mario Draghi, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), schon bald die „Bazooka“ einsetzen und beispielsweise ein Anleihe-Aufkaufprogramm für die kriselnden EU-Länder auflegen wird. Dabei kommt es weniger auf den Zeitpunkt der Ankündigung für neue Hilfen an, sondern nur auf die Grundhaltung der EZB - und die ist klar: Draghi wird den Euro um jeden Preis retten.

Die Woche an den Märkten

Montag

Bauindex und Sentix-Konjunkturindex für Deutschland. Zahlen melden Landesbank Berlin, SHW, Tipp24, Easyjet.

Dienstag

Britische und italienische Industrieproduktion sowie italienische Wachstumszahlen, schweizerische Arbeitslosenquote und Verbraucherpreise. Bei den Unternehmen veröffentlichen Zahlen: Bridgestone, Pfeiffer Vacuum, Lanxess, Leoni, Münchener Rück, Air Berlin, Voestalpine, Air France KLM, Walt Disney.

Mittwoch

Deutsche Industrieproduktion, US-Produktivität. Die Bank von Japan beginnt ihre geldpolitische Sitzung. Bei den Firmen liefern Zahlen: Nikon, Axel Springer, Stada, Fraport, Brenntag, Klöckner & Co, Douglas, Heidelberger Druck, Evotec, Freenet, Gigaset, Grammar, SAS, OMV, Swisscom, ING, Rio Tinto, News Corp, J.C. Penney.

Donnerstag

Chinesische Industrieproduktion sowie Erzeuger- und Verbraucherpreise, japanisches Verbrauchervertrauen, Ifo-Wirtschaftsklima für den Euro-Raum, US-Zahlen zum Arbeitsmarkt sowie zur Handelsbilanz. Firmendaten veröffentlichen Rhön Klinikum, Lufthansa, Deutz, Symrise, Bilfinger Berger, Commerzbank, MLP, OVB, Deutsche Telekom, Cewe Color, Jungheinrich, TAG Immobilien, Patrizia Immobilien, Palfinger, Aegon, Aviva, Nestlé, Swiss Re.

Freitag

Chinesischer Außenhandel, deutscher Verbraucherpreisindex, französische Industrieproduktion, US-Einfuhrpreise. Zahlen von Thyssen-Krupp, Rheinmetall, Hannover Rück, TUI, Deutsche Postbank, Drillisch IVG Immobilien, Bechtle.

Bei genauer Betrachtung werde „ziemlich deutlich“, dass etwas Großes auf dem Weg ist, erklärte Jim O'Neill, Chairman von Goldman Sachs Asset Management, in einer Kundennotiz. Das Ausbleiben von Zentralbank-Aktionen in der vergangenen Woche, die Draghi-Kommentare vergangene Woche und der Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner in Deutschland deuten auf einen Eingriff in den kommenden Wochen hin, der „durchdachter ist, als viele annehmen“.

Optimismus versprüht auch Wolfang Duwe von der Bremer Landesbank. Der Markt habe die Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi verarbeitet, daher könne es weiter nach oben gehen. „Außerdem ist die Bewertung des Marktes günstig“, fügt Duwe hinzu. Weniger euphorisch ist Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Er schließt auch Kursverluste in der neuen Woche nicht aus, da der Dax sich zuletzt gut entwickelt hat. Seit Ende Juni hat der Leitindex rund zehn Prozent gewonnen. „Es wird sehr volatil an den Märkten bleiben, denn die EZB hat keine konkreten Maßnahmen angekündigt. In den nächsten Wochen wird es daher viele Spekulationen geben darüber, ob, wann und was da kommen wird.“

Kommentare (39)

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Account gelöscht!

06.08.2012, 07:19 Uhr

" ... dass Notenbanken und Politik eingreifen und damit die Aktienmärkte unterstützen werden. ..."

Ich würde das so formulieren:
Notenbanken und Politik greifen ein, was zu einer lange nicht dagewesenen Inflationierung führen wird, weshalb Anleger bei massiver Liquidität in vermeintliche Sachwerte "Aktien" flüchten, während fundamentale Daten den Anstieg der letzten Wochen nicht begründen können.

Account gelöscht!

06.08.2012, 07:20 Uhr

Seit 05.06.2012 fast 1000 Punkte Plus im Dax, die liquiditätsgetriebe Euphorie (Gier) ist zurück, dies ist ein Warnsignal.

Tomate

06.08.2012, 07:31 Uhr

Tamm Tamm, warten wir mal die bevorstehende GR Pleite ab. Bevor Griechenland nicht aus dem Euro raus ist dürfte keine nachhaltige Erholung in der Krise möglich sein.
Und wenn es soweit ist reisst der Dax ein Loch von 7200 auf 5900 an einem Tag!

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