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19.05.2015

17:40 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schielt wieder auf die 12.000 Punkte

Die Ankündigung der EZB ihre Anleihekäufe im Juli und August hochzufahren lassen den Euro abstürzen. Der Dax wiederum legt über 250 Punkte zu. Dabei ändert die EZB nichts am Gesamtvolumen ihres Anleihekaufprogramms.

Börse am Abend

Die Mischung macht's: Dax springt nach oben

Börse am Abend: Die Mischung macht's: Dax springt nach oben

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FrankfurtDer schwache Euro treibt die Anleger wieder einmal an die Aktienmärkte. Die europäische Gemeinschaftswährung rauschte am Dienstag 1,5 Prozent ins Minus auf 1,1139 Dollar. Für den Dax ging es umgekehrt satte 2,2 Prozent ins Plus auf 11.853 Punkte. Der MDax beendete den Handel 1,8 Prozent im Plus auf 21.035 Zähler. Der TecDax stieg um 2,7 Prozent auf 1734 Punkte.

Ein schwacher Euro gilt derzeit als das Kaufargument an der Börse in Frankfurt. Denn er macht Produkte europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt konkurrenzfähiger. Ausgelöst wurde der Kursrutsch beim Euro durch Aussagen von Benoit Coeure. Das EZB-Ratsmitglied hatte angekündigt einen Teil der für Juli und August geplanten Bond-Käufe auf Mai und Juni vorzuziehen. Der Grund hierfür sei die geringe Marktliquidität während der Sommerferien-Monate. Mit den jüngsten Kursturbulenzen am Anleihemarkt habe dies nichts zu tun.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

Parallel zum Kursverfall der europäischen Gemeinschaftswährung ging die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen zweitweise von 0,651 auf 0,574 Prozent zurück. Am Ende des Frankfurter Börsenhandels stabilisierte sich die Rendite wieder bei 0,612 Prozent. Der Bund-Future stieg im Gegenzug um 0,3 Prozent auf 154,95 Punkte.

„Das ist keine Änderung der Geldpolitik“, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Es sei nur logisch, in Monaten mit dünnen Umsätzen eher weniger zu kaufen, um die Kursentwicklung nicht über Gebühr zu beeinflussen. Offenbar hätten aber einige Anleger nur „Verstärkung der Anleihekäufe“ gelesen und darauf reagiert. „Das zeigt, wie nervös der Markt ist.“

Worüber an der Börse sonst noch gesprochen wird

Lufthansa

Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines will nach Jahren der Sanierung wieder auf einen Wachstumskurs umschwenken. „Wir erwarten für die kommenden drei bis fünf Jahre Wachstum an Passagieren, Umsatz und Mitarbeitern“, sagte Austrian-Finanzchef Heinz Lachinger am Dienstag. Die Zahl der Passagiere soll um 1,5 Millionen und der Umsatz um 210 Millionen Euro steigen. Dazu will die Fluglinie 400 neue Arbeitsplätze schaffen.

Die österreichische Fluglinie war seit dem Kauf durch die Lufthansa gegen Ende des vorigen Jahrzehnts eine der größten Baustellen des deutschen Konzerns. „Die Restrukturierung hat uns wieder fit für den rauen Luftfahrtmarkt gemacht“, sagte der scheidende Konzernchef Jaan Albrecht. Lufthansa-Aktien sanken heute um 0,3 Prozent.

Deutsche Firmen investieren wieder in der Euro-Zone

Die deutschen Unternehmen im Ausland rechnen auch wegen des Aufschwungs in der Euro-Zone mit besseren Geschäften. 53 Prozent erwarten in den kommenden zwölf Jahren steigende Erlöse, ergab eine am Dienstag veröffentlichte Umfrage der Auslandshandelskammern (AHKs) unter 3000 Mitgliedsunternehmen weltweit. 41 Prozent sehen eine stabile Entwicklung, sechs Prozent befürchten einen Rückgang. „Die Zuversicht der Unternehmen fürs eigene Geschäft zieht sich nahezu durch alle Weltregionen“, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier.

Skype-Konkurrent Momo verfünffacht Umsatz

Eine Verfünffachung des Umsatzes hat Momo am Dienstag zu einem Kurssprung verholfen. Die in den USA gelisteten Aktien des chinesischen Software-Entwicklers stiegen vorbörslich um knapp 19 Prozent. Dem Anbieter eines Chat-Programms zufolge stieg der Umsatz dank starken Kundenwachstums auf 26,3 Millionen Dollar. Der Gewinn habe bei 0,03 Dollar je Aktie gelegen. Die Zahl der aktiven Nutzer habe sich auf 78,1 Millionen fast verdoppelt.

„GTA“-Entwickler übertrifft Wachstumsprognosen

Ermuntert vom anhaltenden Erfolg der Videospiel-Reihe „Grand Theft Auto“ haben Anleger am Dienstag beherzt bei Take-Two Interactive zugegriffen. Die Aktien des Software-Entwicklers legten im vorbörslichen US-Geschäft um 7,2 Prozent zu. Der Reingewinn stieg im abgelaufenen Quartal von 0,21 auf 0,49 Dollar je Aktie. Damit übertraf Take-Two das neunte Quartal in Folge die Prognosen der Analysten, die diesmal nur einen Gewinnanstieg auf 0,27 Dollar vorhergesagt hatten. Allein GTA V verkaufte sich Take-Two zufolge 52 Millionen Mal.

Starker Dollar belastet Wal-Mart

Die Dollar-Stärke und Investitionen haben dem weltgrößten Einzelhändler und Metro-Konkurrenten Wal-Mart im ersten Geschäftsquartal einen Gewinnrückgang von fast sieben Prozent auf 3,34 Milliarden Dollar eingebrockt. Vorbörslich rutschen die Papiere 2,2 Prozent ins Minus.

ZEW-Index sinkt zum zweiten Mal in Folge

Der Optimismus von Börsenprofis in Deutschland nimmt überraschend deutlich ab. Das entsprechende ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten sank im Mai zum zweiten Mal in Folge und sackte auf den tiefsten Stand seit Dezember ab. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 225 Anlegern und Analysten mitteilte, gab es einen unerwartet starken Rückgang um 11,4 auf 41,9 Punkte. „Dennoch gehen nach wie vor nur wenige Umfrageteilnehmer von einer tatsächlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aus“, betonte ZEW-Präsident Clemens Fuest.

Deutsche Konzerne profitieren von Euro-Schwäche

Die deutschen Großkonzerne verdanken ihr Umsatzwachstum zum Jahresauftakt zum größten Teil dem schwachen Euro. Insgesamt steigerten die Unternehmen im Leitindex Dax ihre Umsätze im ersten Quartal um neun Prozent auf 336 (Vorjahr: 307) Milliarden Euro. Mindestens 60 Prozent der Zuwächse – also etwa 17 Milliarden Euro – seien aber auf Währungseffekte zurückzuführen, hat die Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) in einer am Dienstag veröffentlichten Studie errechnet. „Die exportorientierten Unternehmen in Deutschland profitieren massiv vom niedrigen Euro-Kurs, der ihre Produkte im Ausland billiger macht oder zu positiven Wechselkurseffekten bei der Umrechnung in Euro führt“, sagte EY-Partner Thomas Harms.

Deutsche Telekom übernimmt slowakische Tochter

Die Deutsche Telekom übernimmt den größten Telefonkonzern der Slowakei komplett. Für den 49-Prozent-Anteil zahlt das Unternehmen nach eigenen Angaben vom Dienstag 900 Millionen Euro an den slowakischen Staat. Die Transaktion habe keine Auswirkung auf Umsatz oder Betriebsgewinn (Ebitda), weil die Slovak Telekom als Tochter bereits voll in der Bilanz des Dax-Konzerns berücksichtigt sei. Allerdings steige das Ergebnis je Aktie. Dies sei den Anteilseignern der Deutschen Telekom zuzurechnen. Die Telekom sieht den slowakischen Konzern als „äußerst attraktives Unternehmen“. Slovak Telekom sei führend in den Bereichen Festnetz, Breitbanddienste und Pay-TV und zudem der zweitgrößte Mobilfunkanbieter in der Slowakei.

Neben dem Euro sorgte heute außerdem die Hoffnung auf ein baldiges Ende des griechischen Schuldenstreits. Nach den Worten von Arbeitsminister Panos Skourletis dürfte Athen bald einen Durchbruch in den Gesprächen mit seinen internationalen Geldgebern erzielen. Finanzminister Yanis Varoufakis hatte sich am Montag ähnlich geäußert.

Trotz der Gewinne an den Börsen bleibt die Lage weiterhin instabil. Kursgewinne haben derzeit eine sehr kurze Halbwertszeit. Schuld daran sind Griechenland, der Euro und die US-Wirtschaft beziehungsweise die Federal Reserve. Die Kombination aus der noch ungelösten Schuldenfrage Athens, der Schwäche der europäischen Gemeinschaftswährung und der Zinswende in den USA verunsichern die Anleger.

Kommentare (5)

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Herr walter rehm

19.05.2015, 13:47 Uhr

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Herr walter rehm

19.05.2015, 14:15 Uhr

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Herr walter rehm

19.05.2015, 14:29 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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