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03.03.2014

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt 330 Punkte tiefer

Der drohende Krieg um die Krim hat den Deutschen Leitindex am Rosenmontag einbrechen lassen. Anleger flohen auf breiter Front aus Aktien. Besonders hart traf es Unternehmen mit starken Russlandumsatz.

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FrankfurtDie Eskalation in der Ukraine versetzte die Märkte am Rosenmontag in tiefe Sorge. Während vor allem die Aktienmärkte kräftig unter Druck gerieten, flüchteten die Anleger in als sicher geltende „Häfen“ wie Gold und deutsche Staatsanleihen. Der deutsche Leitindex Dax schloss ganze 3,4 Prozent schwächer bei 9.358 Punkten. Das ist der größte Tagesverlust seit Juni 2013, als Spekulationen um die Straffung der US-Geldpolitik für Verkäufe sorgten.

Auch der Eurostoxx50 erlitt am Montag einen Kurseinfall. Er notierte 2,9 Prozent schwächer bei 3.056 Punkten. Der TecDax verlor 3,5 Prozent auf 1241 Punkte, der Mdax sank 2,6 Prozent auf 16.449 Punkte.

„Die Investoren hatten das Risiko einer Eskalation der Lage in der Ukraine unterschätzt“, sagte Aktienhändler David Thebault vom Brokerhaus Global Equities. „Die Ereignisse vom Wochenende sind ein Weckruf.“ Sollten die Spannungen sich verschärfen, habe Deutschland am meisten zu verlieren, sagte Markus Huber, Analyst bei Peregrine & Black.

Der Tag an den Märkten (Stand: 15:15 Uhr)

Eurostoxx

- 0,2Prozent (3089 Punkte)

Dax

- 0,9 Prozent (9267 Punkte)

Euro

+ 0,02 Prozent (1,3880 Dollar)

Öl (Brent)

- 1,0 Prozent (108,20 Dollar)

Gold

- 0,2 Prozent (1341,2 Dollar je Feinunze)

Bund Future

+0,15 (142,5)

Russland treibt offenbar den Militäraufmarsch an der Grenze zur Ukraine voran. Das Parlament in Moskau hat einen Militäreinsatz in der Ukraine schon genehmigt. Die Regierung in Moskau argumentiert, sie müsse nach dem Machtwechsel in Kiew die Russen in der Ukraine schützen. Die neue ukrainische Regierung spricht von einer Invasion.

Vor allem die Währungen, Börsen und Staatsanleihen zahlreicher osteuropäischer Länder standen unter massivem Druck. Der russische Rubel fiel zum amerikanischen Dollar um 1,44 Prozent zurück und damit auf einen Tiefststand. Die russische Zentralbank stemmte sich mit einer überraschenden Zinserhöhung gegen die Abwertung des Rubel. Deutliche Verluste gab es auch beim polnischen Zloty und dem ungarischen Forint. Die Landeswährungen Rumäniens, der Tschechei und Bulgariens gaben ebenfalls nach.

An der russischen Börse sackten Gazprom-Aktien um mehr als 12 Prozent ab. Erst jüngst wurde bekannt, dass der russische Staatskonzern seinen Anteil am europäischen Gasmarkt mittlerweile auf einen Rekordwert von mehr als 30 Prozent gesteigert hatte. Die aktuelle Krise untermauere die Einschätzung, dass sich Europa in der Energieversorgung um andere Quellen bemühen müsse, sagte ein Händler.

Einige Investoren schichteten ihr Geld in die „Antikrisen-Währung“ Gold um. Der Goldpreis stieg um bis zu 1,9 Prozent auf 1351,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Silber verteuerte sich um 1,6 Prozent. Als „sicherer Hafen“ gelten auch Staatsanleihen. Der Bund-Future, der auf den zehnjährigen Titeln des Bundes basiert, gewann 62 Ticks auf 145 Punkte. Die Krim-Krise trieb auch den Ölpreis in die Höhe. Die richtungweisende Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 111,43 Dollar je Barrel (159 Liter) so viel wie noch nie in diesem Jahr.

Wegen Spekulationen auf einen Angebotsengpass schossen die Preise für Weizen um 4,6 Prozent in die Höhe. Sie waren mit 6,265 Dollar je Scheffel so teuer wie zuletzt Mitte Dezember. Die Ukraine ist ein wichtiger Getreide-Lieferant. Parallel zum Weizen stieg der Preis für Mais um 3,1 Prozent auf ein Sechs-Monats-Hoch von 4,7225 Dollar.

Die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe des Euroraums haben unterdessen keine Überraschungen gebracht. Mit 53,2 lagen sie im Februar leicht über der Vorabschätzung von 53,0. “Per saldo sind die konjunkturellen Perspektiven zwar freundlich und es gibt keinen Grund an dem Erholungsszenario in der Eurozone zu zweifeln, die EZB scheint aber besorgt über das geringe Teuerungsniveau”, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Helaba in einem Kommentar im Vorfeld der Zahlen. “Vor diesem Hintergrund sollte bei der EZB-Ratssitzung am Donnerstag nichts ausgeschlossen werden, wenngleich wir eine Leitzinssenkung nicht als wahrscheinlich ansehen.”

Kommentare (4)

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03.03.2014, 08:14 Uhr

Ist er das der schwarze Schwan? Man kann nur hoffen, dass die Lage in der Ukraine nicht weiter eskaliert.

Ich bleibe dabei - wir sehen die 9000 vor der 10000.

Account gelöscht!

03.03.2014, 12:45 Uhr

Wie gehabt: Last In - First Out (9600 - 9400) per Short-ETF.

Account gelöscht!

03.03.2014, 16:17 Uhr

Man kann sich auch vorstellen wie schwer es ist ein Riesenreich wie Russland mit Dutzenden von Ethnien zu regieren. Jeder sieht welche Unruhen seit Jahren in Tschetschenien bestehen bzw. davon ausgehen. uswusf.
EU steht in Lettland sozusagen.... in Russland (auch bei der Bevölkerung!!) natürlich "gar keine" historischen Ängste zu befürchten deswegen.
UNd ganz wichtig: UNd Putin, jeder weiß welches Geltungsbedürfnis der hat.

Dann kommt die Olympiade nach Sotchi und unsere schlauen Politiker sagen da erst mal alle ab. IN der Presse: 20 Quardatkilometer unschuldiger Wald gerodet und UNrecht auf den Baustellen. Die Russen halt...
Als was wollen wir uns aufschwingen? Umweltschützer? Rechtsgelehrte? Geborene Menschenrechtler? und dann dür 5,- € T-shirts aus Bangaldesh aus dem Supermarkt?

Vor genau 50 Jahren wurde in USA die Rassentrennung abgeschafft. Und wofür wir im Westen 100-200 Jahre gebraucht haben vom Kaiserreich zur stabilen Demokratie... da sollen die Russen sich mal ein Vorbild nehmen, das muss man doch in 20 Jahren schaffen!

Nur zur KLarstellung: Ich rechtfertige nix was in der Ukraine derzeit passiert und dort herrscht klares UNrecht. Das muss enden.
Aber der überhebliche Zeigefinger aus dem Westen als wären hier nur gerechte Kriege in den letzten Jahren ausgerufen worden. Nervtötend!

Nehmt den Mann für voll und respektiert was er (und was auch viele Russen denken!!) erreicht hat.
Auch ohne dass er in der Ukraine erst mal einmarschieren muss.

Und so blöd das aus Sicht der Finanzmärkte klingt: Die Ukraine ist zu unbedeutend für eine echte Börsenkatastrophe. Möge es so bleiben. (sorry, wenn das als Zynismus gewertet wird... so meine ich das nicht)

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