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15.10.2013

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt auf dem höchsten Stand aller Zeiten

Der Dax steigt zum ersten Mal in seiner Geschichte über 8800 Punkte und schließt so hoch wie nie zuvor. Die Anleger feiern schon jetzt die Lösung des US-Haushaltsproblems – und das obwohl es noch gar keine Lösung gibt.

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FrankfurtIn den USA ist man sich noch nicht einig, in Frankfurt wird aber jetzt schon gefeiert. Der Dax war von Beginn an auf Angriff eingestellt. Zur Mittagszeit eroberte der Leitindex dann zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte die 8800-Punkte-Marke. Bei einem Kurs von 8821 Punkte markierte er eine neues Allzeithoch. Am Ende ging der Leitindex mit einem Plus von 0,9 Prozent auf 8804 Punkten aus dem Handel.

Allerdings bleibt die Aussagekraft des heutigen Handelstages anzuzweifeln. Denn mit einem Umsatz von gerade einmal zwei Milliarden Euro, hielt sich die Marktbeteiligung in Grenzen. Das lässt darauf schließen, dass die Anleger, trotz aller Euphorie einer sich abzeichnenden Lösung in US-Haushaltsstreit, noch lange kein bedingungsloses Vertrauen in die Aktienmärkte aufbauen konnten.

In der zweiten Reihe ging der MDax ebenfalls auf Rekordjagd. Er ging mit einem Plus von 1,1 Prozent auf 15.423 Punkten aus dem Handel. In der Spitze erreichte er einen Punktestand von 15.462 – in der Historie des MDax ein bisher unerreichter Wert. Der TecDax erreichte mit 1100 Punkten den höchsten Stand seit mehr als elf Jahren. Den Tag schloss der Technologieindex 1,1 Prozent im Plus ab auf 1099 Zählern.

US-Präsident Barack Obama hat vor einem Treffen mit den Spitzen beider Kongress-Parteien von Fortschritten in der Debatte gesprochen. Der demokratische Mehrheitsführer, Harry Reid, sagte am Montag: „Wir hoffen, dass mit etwas Glück morgen ein schöner Tag sein wird.“ Auch McConnell – bislang ein erbitterter Gegenspieler Reids – zeigte sich zuversichtlich. „Man kann klar sagen, dass wir substanzielle Fortschritte erzielt haben, und wir freuen uns darauf, in der nahen Zukunft weitere Fortschritte zu erzielen“, sagte der konservative Politiker.

Was passiert, wenn der Supermacht USA das Geld ausgeht?

Wie wahrscheinlich ist ein Zahlungsausfall der Supermacht?

Experten sind zunehmend besorgt. „Genauso, wie in den fünfziger Jahren ein Nuklearkrieg im Bereich des Möglichen lag, ist auch ein Zahlungsausfall der USA nicht mehr ausgeschlossen“, sagt Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank.

Holger Schmieding, Chefökonom der Berenberg Bank und normalerweise eher als Optimist bekannt, sieht ebenfalls „ernsthafte Risiken“. Robert Halver, Leiter der Aktienanalyse bei der Baader Bank, demonstriert hingegen Zuversicht: „Ich bin mir sicher, sie bekommen das hin.“ Doch fest steht: Die Gelassenheit schwindet. Die politischen Fronten in den USA scheinen verhärteter denn je.

Was passiert am Tag X?

Laut US-Finanzminister Jack Lew muss bis zum 17. Oktober eine Einigung erfolgen, ansonsten kommt die Pleite. Dennoch wird am Tag X zunächst kein Zahlungsausfall bei US-Staatsanleihen eintreten. Nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's könnten sich die USA mit Haushaltstricks noch bis Mitte November über Wasser halten. Dann läuft die Zeit aus. Für viele Analysten wäre dies der größte anzunehmende Unfall.

Sollte es im November zu einem Zahlungsausfall der USA kommen, könnten Anleger in Panik verfallen. „Vor allem bei US-Staatsleihen würde es starke Verwerfungen geben“, sagt Asoka Wöhrmann, oberster Fondsmanager der Deutsche-Bank-Tochter DWS.

Nehmen die Märkte die Unsicherheit klaglos hin?

Nein. „Je länger sich die US-Streitigkeiten hinziehen, desto bedrohlicher wird die Situation auch für die internationalen Aktienmärkte und den nationalen Rentenmarkt“, warnt Analyst Jan Bopp vom Bankhaus Metzler. Zwar sind herbe Verluste oder größere Verwerfungen an den Aktienmärkten bislang ausgeblieben.

Zum Wochenstart zeigten die Kurven an den Kurstafeln an den meisten Börsenplätzen allerdings bereits nach unten - sowohl in Asien als auch in Europa. Die Angst vor einem Zahlungsausfall macht sich auch am US-Anleihemarkt bemerkbar: Die Versicherungsprämien auf amerikanische Staatsanleihen haben am Freitag den höchsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Warum ist die Schuldenobergrenze überhaupt so wichtig?

Die USA können nur etwa 80 Prozent ihrer staatlichen Ausgaben aus Einnahmen wie beispielsweise Steuern finanzieren. Deshalb muss viel Geld in Form von Krediten an den Finanzmärkten aufgetrieben werden. Das ist grundsätzlich kein Problem. US-Staatsanleihen gelten traditionell als sicher.

Ein Grund: Die USA verschulden sich in der globalen Leitwährung Dollar, die ihre Notenbank Fed theoretisch in unbegrenzter Menge drucken kann. Allerdings hat sich das Land bereits im Ersten Weltkrieg selbst ein Schulden-Limit verordnet.

Das könnte nun zum Verhängnis werden. Das Debakel ist aber vor allem ein Ergebnis politischer Grabenkämpfe - die USA schieben zwar einen enormen Schuldenberg vor sich her, doch das hat ihre Gläubiger bislang noch nie wirklich gestört.

„Obwohl die bislang vorhandenen Informationen sehr vage sind, bleiben die Marktteilnehmer optimistisch und haben sich von der guten Laune der US-Spitzenpolitiker der beiden Parteien anstecken lassen“, schrieben die Analysten der Essener National-Bank in einem Kommentar.

Marktexperte Dirk Gojny von der Essener National-Bank wiegelte die derzeitige Situation an den Börsen etwas ab. Trotz des neuen Optimismus scheint am Markt weiter Vorsicht zu herrschen. „Die Lage ist nach wie vor undurchsichtig,“ sagte Gojny. Zwar sollten nun zügig Gremien geschaffen werden, um Details zu verhandeln. „Wie weit man von einem Deal tatsächlich entfernt ist, lässt sich aber nicht beurteilen, so dass es durchaus möglich ist, dass die Verhandlungen über den Stichtag 17. Oktober hinausgehen“, erklärte er.

US-Haushaltsstreit

US-Politiker sehen „enorme Fortschritte”

US-Haushaltsstreit: US-Politiker sehen „enorme Fortschritte”

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Insidern zufolge sieht der diskutierte Kompromiss vor, die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar so weit anzuheben, dass die Zahlungsfähigkeit der USA bis mindestens Mitte Februar gewährleistet ist. Gleichzeitig solle bis Jahresende eine Einigung zur Sanierung des defizitären Haushalts erzielt werden.

Gestärkt von dem sich abzeichnenden Kompromiss holte der Dollar gegenüber dem Euro deutlich auf. Die europäische Gemeinschaftswährung lag am Mittwoch 0,5 Prozent im Minus auf 1,3490 Dollar.

Kommentare (53)

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Programmierer

15.10.2013, 08:08 Uhr

Aber wir waren doch gestern so nervös, außer ich, denn es hat Dank meinem System wie angesagt mit Dax und Allianz funktioniert.
Ich lehne mich zurück und beobachte meine 8516er mit 100 Punkte Stop.
Also nicht jammern und nichts machen wie meine schlechte Kopie sondern die Chancen nutzen und wie immer Rücksetzer kaufen.
Und nicht auf so einen Schwachsinn hören wie das ausserbörsliche Hoch muss innerbörslich bestätigtt werden.
Was soll dann heute passieren. Vorgestriges ausserbörsliches Hoch gestern nicht bestätigt, erst ausserbörslich wieder ausserbörsliches Hoch. Also zweimal ausserbörslich, + und + = Minus???, alles Schwachsinn.
Es geht weiter hoch da die Maschinen weiterhin auf Up programmiert sind,es ändert sich auch nichts solange die Notenbanken den Ball im Spiel lassen.
Jeder darf weiterhin dabei sein. Also nicht jammern,selber traden macht reich.

Blinde_Gier

15.10.2013, 09:20 Uhr

"Dax nimmt Kurs auf neues Allzeithoch"

und man fragt sich, warum?

Noch nicht genug dumme Kleinanleger gefunden?

Programmierer

15.10.2013, 09:47 Uhr

Der, der das System verstanden hat fragt sich nicht warum.

Ich sage die Gründe seit Wochen und handel dananch.
Meine 8516er jetzt Stop 8666.
Kleinanleger spielen keine Rolle.
Die Instis müssen mit dem Geld ja irgendwohin.
Das Casino bleibt geöffnet solange die Notenbanken den Eintritt bezahlen.
Jetzt jammern wieder alle,wieso so hoch,ist das normal....ich habe es die ganze Zeit gesagt , aber es wird darüber eher gelästert.
Selbst Schuld, sogar die schlechte Kopie ist ausgestiegen.
Der Ball rollt weiter, jeder kann ihn annehmen.

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