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10.10.2014

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt auf Jahrestief

Erst der Konjunkturknick, jetzt die Angst vor einer verfrühten Zinswende. Der Dax stürzt knapp zweieinhalb Prozent ab und landet da, wo er vor genau einem Jahr stand. Anleger fürchten eine scharfe Kurskorrektur.

Börse am Abend

Dax schließt unter 8.800 Punkten

Börse am Abend: Dax schließt unter 8.800 Punkten

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Dem Bären, der seit drei Wochen auf dem Frankfurter Parkett tobt, ist einfach nicht beizukommen. Nach einem glatten Talfahrt schloss der Dax am Freitag ganze 2,4 Prozent tiefer bei 8788 Punkten. Damit hat die Negativrally innerhalb der letzten drei Wochen knapp 1000 Punkte verbrannt. Nun steht der Dax dort, wo er vor genau einem Jahr auch schon stand. Und angesichts fehlender Impulse scheint diesem Bären so schnell nichts in die Schranken weisen zu können.

Zu viele Probleme wirken auf den Aktienmarkt. Neben den lauter werdenden Stottern der Konjunktur schlägt die Angst um eine frühe US-Zinswende auf den Anleger-Magen. Zur Wochenmitte hatten Protokolle der Federal Reserve die Anleger von einer späteren Leitzinserhöhung träumen lassen. Doch bei genauem Studium der Notenbank-Prognosen entpuppten sich diese Hoffnungen als Wunschdenken.

Für endgültige Ernüchterung sorgten dann die anschließenden Aussagen eine Notenbankers am Donnerstag. Der Chef der regionalen Notenbank von St. Louis, James Bullard, weiterhin von einer US-Leitzinserhöhung im ersten Quartal 2015 aus. „Die Märkte machen einen Fehler, wenn sie die Zinsprojektionen der Fed ignorieren“, sagte Bullard. Die Wall Street stürzte ab und bescherte dem Dax die Talfahrt zum Wochenausklang.

Auch in der zweiten Reihe kennt der Markt derzeit nur eine Richtung. Die Nebenwerte im MDax schlossen 2,2 Prozent tiefer bei 15.010 Punkten. Die Technologie-Titel im TecDax sackten sogar ebenfalls um 2,2 Prozent ab auf 1158 Zähler. Der Euro-Stoxx-50 büßte 1,5 Prozent ein und gab mit 2995 Punkten nach acht Monaten die 3000er Marke Preis. In New York pendelte der Dow-Jones nah um seinen Vortagskurs von 16.659 Ziffern.

Der technische Analyst Armin Kremser von der DZ Bank sieht „die Gefahr des Abschlusses einer längerfristigen „Kopf-Schulter“- Topformation rapide ansteigen und dem Dax erstmals seit August 2011 ein strategisches Verkaufssignal mit erheblichen Rückschlagsrisiken bescheren.”

Die Stimmung trübte sich weiter ein. Deutsche Konjunkturdaten waren unter der Woche deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben, der Internationale Währungsfond (IWF) musste seine Prognose für die Globalkonjunktur nach unten korrigieren. Bereits am Mittwoch war der Dax unter die psychologisch so wichtige 9000-Punkte-Marke gefallen. Am Donnerstag konnte er sich nur im frühen Handel behaupten und sackte dann ebenfalls deutlich ab.

In diesem schwierigen Marktumfeld profitierten die Börsen nicht einmal mehr von Notenbank-Signalen für eine weitere Lockerung der Geldpolitik, schrieb Aktienhändler Jonathan Sudaria vom Brokerhaus Capital Spreads in einem Kommentar. Sie würden stattdessen als Anzeichen für eine weitere Abschwächung der Konjunktur gewertet.

Chris Weston von IG Markets in Sydney ging in seiner Bewertung der Geldpolitik sogar noch einen Schritt weiter. Er steckt das Potenzial der noch verbliebenen Maßnahmen in einem engen Rahmen ab: „Noch immer fallen die Inflationserwartungen, und das Wachstum, besonders in Europa und Japan, ist gering“, schrieb der Stratege in einer Einschätzung. „Bedeutet das den Verlust des Vertrauens in die Geldpolitik? Es scheint so zu sein.“

Auch in den USA mehren sich die Zweifel, ob die hohen Bewertungen an den Börsen der wirtschaftlichen Realität noch gerecht werden. Bei der gerade begonnenen Berichtssaison zum dritten Geschäftsquartal scheuen viele Anleger daher das Risiko und halten sich zu Umschichtungen in ihren Depots bereit.

Kommentare (15)

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Oliver Stock Jr.

10.10.2014, 08:36 Uhr

"Gestern-Abend um 20:33:52 waren wir schon bei 8890,5 (6 Lots in 2 Clips. Da ist doch der heutige Abschlag (bis jetzt) noch human...."

Stimmt !

Herr Toni Trapper

10.10.2014, 09:48 Uhr

Glückwunsch! Ich habe mich totgelacht, wie Du die Trolls ausargumentiert hast! Weiter so!

Herr Peter Weber

10.10.2014, 10:20 Uhr

Bald haben wir wieder Kaufkurse!
Da gibt es dann Unternehmensbeteiligungen wieder im Sonderangebot weil die zittrigen Hände nervös werden...

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