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17.06.2015

17:42 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt auf Vier-Monats-Tief

Heute war für die Anleger vieles zu ungewiss. Vor allem das Gezerre um Griechenland lastete auf den Nerven der Investoren. Etwas Abwechslung bietet dagegen der Zinsentscheid der amerikanischen Fed am Abend.

Börse am Abend

Dax schließ auf neuem Tiefstwert

Börse am Abend: Dax schließ auf neuem Tiefstwert

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FrankfurtWenn sich die Politik in das Börsengeschehen einmischt, geht es meist heiß her. Beim Dax ist diese Überhitzung bereits seit Tagen zu spüren. Im Zuge der Griechenland-Krise springt der Leitindex hin und her. So auch heute. Der Dax schaffte im Verlauf des Tages mehrmals den Sprung sowohl ins Minus als auch in die Gewinnzone. Nach einem weiteren kurzen Ausflug ins Plus, rutschte der Index ab und schloss 0,6 Prozent tiefer bei 10.978 Punkten. Das ist der tiefste Schlussstand seit vier Monaten.

Grund für das Hin- und Her beim Dax sind der ungelöste Griechenlandstreit sowie die am Abend erwarteten Protokolle der US-Notenbank Fed. „Die Griechenland-Stimmung schwankt weiter zwischen Hoffen und Bangen, und die heutige 'große' FOMC-Sitzung bietet daher eine willkommene Abwechslung”, schrieben die Analysten der Commerzbank in einem Kommentar. Anleger erhofften sich von den Erläuterungen der Fed-Chefin Janet Yellen am Abend (MESZ) Hinweise auf den Zeitpunkt der erwarteten US-Zinserhöhung.

Fakten rund um den Dax

Die Anfänge

Der Dax führt den Index der „Börsen-Zeitung” fort. Basis der Indexberechnung ist der 30. Dezember 1987 mit einem Wert von 1.000 Punkten. Die historische Zeitreihe reicht bis 1959 zurück.

Wer ist gelistet?

Im Dax sind die Aktien der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse enthalten.

Wie wird der Dax berechnet?

Der Index wird sekündlich auf Basis der Xetra-Kurse von 9.00 bis 17.30 Uhr berechnet und ist ein Performance-Index. Damit unterscheidet er sich vom Dow-Jones-Index für die US-Standardwerte, in dem die Aktien nicht gewichtet sind.

Wonach werden die Aktien gewichtet?

Das Gewicht einer Aktie bemisst sich nach dem Anteil an der gesamten Kapitalisierung der im Index enthaltenen Werte.

Was entscheidet über die Aufnahme in den Dax?

Wichtigstes Kriterium für die Dax-Aufnahme sind der Wert des Unternehmens an der Börse (Marktkapitalisierung) und der Börsenumsatz. Jeweils zu Monatsbeginn erstellt die Börse nach diesen Kriterien eine Rangliste, die dem Arbeitskreis Aktienindizes als Entscheidungsgrundlage bei der Überprüfung des Index dient. Daneben werden unter anderem auch der Streubesitz oder die Sektorenzugehörigkeit berücksichtigt.

Wie beeinflussen Dividenden den Index?

Bei Dividenden- oder Bonuszahlungen wird die Indexberechnung um den Betrag der Barausschüttung korrigiert. Ähnliches gilt bei Kapitalmaßnahmen.

Wer bestimmt über den Dax?

Die Zusammensetzung des Dax wird einmal jährlich im September vom Arbeitskreis Aktienindizes überprüft. Diesem gehören die Deutsche Börse und Banken aus dem In- und Ausland an. Der Arbeitskreis tagt aber vier Mal im Jahr: im März, Juni, September und Dezember.

„Je nachdem, wie stark die Federal Reserve die Märkte auf eine Zinserhöhung in den kommenden Monaten vorbereitet, könnte dies der kurzfristig positiven Stimmung allerdings wieder einen Dämpfer versetzen”, prognostizierte Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets. Die meisten Fachleute rechnen damit, dass die Abkehr von der ultra-lockeren Zinspolitik in den USA im September oder noch später vollzogen wird.

Unter dessen wird die Situation in Europa immer brenzliger. Zuletzt warnte sogar die griechische Zentralbank vor einer drohenden Staatspleite. Ein Scheitern der Verhandlungen mit den Geldgebern würde nach Einschätzung der Notenbank in den Grexit führen. Dies wäre der Beginn eines schmerzhaften Weges, heißt es in einer Mitteilung.

Griechenland und seine Geldgeber stehen unter hohem Zeitdruck, ihren Schuldenstreit beizulegen. Das laufende Hilfsprogramm, auf dessen Basis die Regierung in Athen auf kurzfristige Zahlungen von rund 7,2 Milliarden Euro hofft, läuft Ende des Monats aus.

Die Nervosität über den Ausgang des Verhandlungs-Hickhack war vor allem am Rentenmarkt zu spüren. Die Rendite der zehnjährigen griechischen Anleihen kletterte in der Spitze auf ein Zwei-Monats-Hoch von 13,031 Prozent nach 12,93 Prozent im Schlussgeschäft des Vortages.

Für Nachrichten sorgte auch die Europäische Zentralban (EZB). Ihr Anleihekaufprogramm zeigt Wirkung. Die Inflationsrate lag im Mai bei 0,3 Prozent, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch mitteilte und damit eine erste Schätzung von Anfang Juni bekräftigte. Noch im April hatten die Preise stagniert, nachdem sie zuvor vier Monate in Folge gefallen waren.

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