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20.05.2016

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt bei über 9.900 Punkten

VonIlias Stampoulis

Am Freitag erholt sich der Leitindex mehr als ein Prozent. Anleger verdauen zum Wochenausklang mindestens teilweise die Sorgen vor einer verfrühten US-Zinswende und den Monsanto-Übernahmeplänen von Bayer.

Börse am Abend

Aufschwung im Dax

Börse am Abend: Aufschwung im Dax

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FrankfurtDer deutsche Aktienmarkt hat sich am Freitag vom schwierigen Donnerstag erholt. Der Deutsche Aktienindex beendete einen ruhigen Freitagshandel letztlich 1,2 Prozent fester bei 9.916 Punkten. Damit konnte der Leitindex einen Großteil seiner Vortagsverluste aufholen. Auf Wochensicht bleibt damit ein leichtes Minus von 0,5 Prozent. Zur Wochenmitte hatte nicht nur die sich anbahnende US-Zinserhöhung die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Auch das nun bestätigte Interesse des Dax-Schwergewichts Bayer am Saatgutkonzern Monsanto entfachte keine gute Stimmung auf dem Parkett.

Das Leverkusener Pharma- und Chemie-Unternehmen will den US-Rivalen Monsanto kaufen, doch das gefällt den Aktionären nicht. Sie fürchten eine mögliche Kapitalerhöhung, um den auf mehr als 50 Milliarden Euro geschätzten Deal zu finanzieren. Die Bayer-Aktie hatte am Donnerstag mehr als acht Prozent nachgegeben. Und mit ihrer Gewichtung im wichtigsten Deutschen Börsenbarometer – Bayer ist mit knapp zehn Prozent Gewicht der wichtigste Titel im Deutschen Aktienindex – einen großen Anteil daran getragen, dass der Dax anderthalb Prozent abgerutscht war. Mit einem Plus von 1,2 Prozent orientierte sich das Papier nun am Markttrend.

So scheinen sich am Freitag die Gemüter wieder etwas zu beruhigen, auch was eine mögliche Erhöhung der Leitzinsen in den USA betrifft. Nach den gestern veröffentlichten Sitzungsprotokollen des für die Zinsen zuständigen Offenmarktausschusses der amerikanischen Notenbank Federal Reserve, wird der nächste Schritt der im Dezember eingeschlagenen Zinswende immer wahrscheinlicher. Fed-Chefin Janet Yellen hält einen Beschluss für höhere Zinsen in der nächsten Ausschusssitzung am 15. Juli für gerechtfertigt, sollte das Wirtschaftswachstum weiter anziehen.

Damit scheint eine Furcht zutage zu treten, die schon überstanden schien: Die Angst vor dem Zinsgespenst. Bevor die erste Zinserhöhung seit der Finanzkrise beschlossen worden war, hatten die Geldpolitiker mit ihrem zurückhaltenden Agieren die Märkte teils gar verunsichert, wurde die Bedachtsamkeit irgendwann als Zögerlichkeit empfunden. Doch nun ist das Gesamtbild ein anderes: Die US-Wirtschaft brummt nach winterlichem Stottern zwar, vor allem Arbeitsmarkt nähert sich der Vollbeschäftigung.

Doch die Börsianer fragen sich, ob die weltgrößte Ökonomie in diesem schwierigen Umfeld 2016 bereits höhere Leitzinsen vertragen kann. Hinzu kommt, dass mit einer gezügelteren Geldpolitik einer der Wachstumstreiber der hohen Aktienstände – das billige Geld der Notenbanken – langsam aber sicher wegbrechen würde. Noch scheint der Konjunkturglaube allein nicht auszureichen, um sich zur neuen Antriebskraft für die Finanzmärkte zu entwickeln. An dieser Front dürfte es heute aber weitgehend ruhig bleiben, aus den Vereinigten Staaten stehen zum Wochenausklang keine konjunkturellen Eingaben an.

Generell notierten europäische Titel in einem Erholungstrend am Freitag wieder höher. Der schmale Leitindex des gemeinsamen Währungsraumes, der Euro-Stoxx-50, notierte 1,5 Prozent fester bei 2962 Punkten. Auch die Anzeigetafeln der zweiten Frankfurter Reihe färbten sich grün. Der MDax schloss 1,4 Prozent fester auf 20.268 Zählern, der TecDax rückte mit 1667 Stellen 1,3 Prozent vor. Ab dem Nachmittag wirkte die Wall Street stützend auf den Handel, der Dow-Jones-Index holte sich 0,6 Prozent zurück bei 17.538 Punkten. Die vorsichtig-optimistische Stimmung konnte auch kein leicht gesunkener Ölpreis stören, denn die tonangebenden Sorten Brent und WTI bleiben weiter in Nähe zu der wichtigen 50-Dollar-Marke, auch wenn sie heute bei knapp 25 US-Cent einbüßten.

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