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12.07.2012

17:41 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt deutlich im Minus

Der zweitägige Aufwärtstrend ist gestoppt. Die Enttäuschung über die US-Notenbank Fed hat den Dax am Donnerstag ins Minus gedrückt. Die Aktien von SAP konnten nach einem starken Quartalsbericht deutlich zulegen.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtDie Zurückhaltung der US-Notenbank im Kampf gegen die Konjunkturflaute hat am Donnerstag die Anleger an den europäischen Aktienmärkten enttäuscht. Der Dax ging mit einem Minus von 0,53 Prozent auf 6.419 Punkte aus dem Handel. Die zweite Reihe zeigte sich ähnlich schwach: Der MDax fiel um 0,71 Prozent auf 10.371 Punkte zurück und der TecDax verlor 1,80 Prozent auf 738 Punkte.

Für einen Lichtblick am deutschen Aktienmarkt sorgte SAP mit der Vorlage eines Rekordumsatzes im zweiten Quartal - die Aktie schoss zeitweise um über fünf Prozent in die Höhe. An der Enttäuschung über die Federal Reserve änderte das freilich nichts. Börsianer hatten darauf gehofft, dass die US-Notenbank in ihrem Protokoll zur Sitzung im Juni klarere Hinweise auf weitere Maßnahmen zur Konjunkturbelebung und insbesondere ein neues Anleihenkaufprogramm "QE3" geben würde. Nur im Falle einer weiteren Eintrübung der wirtschaftlichen Lage wollen aber viele Mitglieder des für die Geldpolitik zuständigen Offenmarktausschusses zu diesem Mittel greifen, hieß es im Protokoll.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:30 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

"Das ändert nichts an meiner Einschätzung, dass es später in diesem Jahr oder zu Beginn des kommenden Jahres noch ein QE3 geben wird. Aber auf kurze Sicht war das eine Enttäuschung", sagte Philippe Gijsels, Leiter der Analyse bei BNP Paribas Fortis Global Markets. Roger Peeters von Close Brothers Seydler konnte dem Ganzen auch etwas Gutes abgewinnen: "Wenn die Fed es sich leisten kann, weniger aggressiv zu handeln, ist das ein Hinweis darauf, dass sie mehr Vertrauen in die gegenwärtige wirtschaftliche Situation hat." Gestützt wurde diese Argumentation durch die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt: In der vergangenen Woche stellten mit 350.000 Menschen so wenig Amerikaner einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe wie seit März 2008 nicht mehr.

Die Woche an den Märkten

Montag

Ob die Inflation in China weiter auf dem Rückzug ist, verraten in der Nacht die jüngsten Erzeuger- und Verbraucherpreise. Für Deutschland werden am Morgen Zahlen zum deutschen Einzelhandel und der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht. Am Abend kommen zudem Zahlen zu den US-amerikanischen Verbraucherkrediten. Nach Börsenschluss präsentiert Alcoa seine Bilanz des zweiten Quartals.

Dienstag

Wenn in Deutschland die Börsen öffnen, liegen das Verbrauchervertrauen aus Japan und die Daten zum chinesischen Außenhandel bereits vor. Crop Energies veröffentlicht Geschäftszahlen, Lufthansa Verkehrszahlen.

Mittwoch

Am Morgen gibt das Statistische Bundesamt die endgültige Inflationsrate für Deutschland im Juni bekannt. Im Laufe des Nachmittags kommen aus den USA Daten zum Handel, bevor am Abend das letzte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank veröffentlicht wird. Ahlers und Gerresheimer präsentieren ihre Halbjahresergebnisse, Fraport seine Verkehrszahlen.

Donnerstag

Nach Zahlen zur europäischen Industrieproduktion richtet sich der Blick wieder auf die USA: Hier werden die Ein- und Ausfuhrpreise bekanntgegeben sowie die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Um 20 Uhr deutscher Zeit folgen die Daten zum Staatshaushalt. Südzucker veröffentlicht frische Zahlen.

Freitag

Am frühen Morgen legt China Daten zur Industrieproduktion sowie sein Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal vor. Aus den USA kommen die Erzeugerpreise sowie das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Ohne klares Bekenntnis der US-Notenbank zu neuen Anleihekäufen hat der Euro am Donnerstag nachgegeben. Die Gemeinschaftswährung fiel zum ersten Mal seit zwei Jahren auf unter 1,22 Dollar, nachdem sie am Vortag zeitweise noch bis auf knapp unter 1,23 Dollar geklettert war. Ihr Pulver trocken hielt auch die japanische Notenbank (BoJ), sie beließ den Leitzins weiter im Korridor zwischen null und 0,1 Prozent. Daraufhin zog der Yen deutlich an und der Dollar fiel auf 79,24 Yen.

"Die Risikoscheu kehrt zurück an den Markt", sagte Lee Hardman, Währungsexperte bei BTMU. Die Anleger seien enttäuscht, weil die BoJ ihre Geldpolitik unverändert gelassen habe und weil die Fed kein klares Signal für baldige geldpolitische Lockerungen gegeben habe.

Nachdem sie am Morgen noch zurückgegangen waren, zogen die Renditen italienischer und spanischer zehnjähriger Anleihen im weiteren Handelsverlauf wieder an. Die Rendite italienischer Papiere kletterte auf 5,903 Prozent nach 5,801 Prozent am Vortag, die Rendite spanischer Papiere stieg auf 6,697 Prozent von 6,587 Prozent. Händler erklärten den Anstieg damit, dass kurzfristig orientierte Anleger wie Hedge Fonds Gewinne einstrichen.

Eine Emission italienischer einjähriger Geldmarktpapiere verlief ohne Probleme. Italien muss für die Papiere im Volumen von 7,5 Milliarden Euro 2,697 Prozent Zinsen zahlen nach 3,97 Prozent bei der letzten Auktion vor einem Monat. Analysten begründeten die Entspannung bei den Renditen unter anderem mit Fortschritten bei der Rettung spanischer Banken.

Kommentare (57)

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schlundsprach

12.07.2012, 07:25 Uhr

Das ist schon lange kein seriöses Börsengeschäft mehr, außer Nestle, Coca, British Tabbacco, Novo Nodisk sondern einfach infantile Gier, die ein geistig behinderter Mensch nie aufbringen könnte!!

kUEchensteuer

12.07.2012, 08:25 Uhr

+++Beitrag von der Redaktion gelöscht+++

Jagehtsnoch

12.07.2012, 08:29 Uhr

Führt doch die Leibeigenschaft für Aktiengesellschaften wieder ein – die Kurse würden durch die Decke schießen und alles würde gut.

Das System ist einfach nur krank.

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