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10.07.2012

17:51 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt deutlich im Plus

Anleger zeigten sich von positiven Wirtschaftszahlen sichtlich überrascht. Investoren, die auf eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Rettungsschirm warteten, wurden dagegen enttäuscht.

Börse Frankfurt am Abend

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FrankfurtAusnahmsweise blickten Börsianer nach Karlsruhe, wo das Bundesverfassungsgericht über die Instrumente der Euro-Retter entscheiden sollte. Die Überraschung kam jedoch von Konjunkturseite. Nachdem der Handelsstart nicht sehr vielversprechend verlaufen war, sprang der Dax im Vormittagshandel deutlich ins Plus und schloss schließlich 0,79 Prozent höher bei 6.438 Punkten. Der EuroStoxx ging um 0,8 Prozent auf 2244 Zähler nach oben.

Dass für das Plus machten zunächst Einige Spekulationen über die Entscheidung des Bundesverfassungsgericht verantwortlich. Doch die meisten Frankfurter Börsianer gaben sich eher zugeknöpft, denn wirkliche Gründe für das Plus machten sie kaum aus. Plausibler war die Erklärung, dass die überraschend guten Konjunkturdaten aus Großbritannien und Italien für Kauflaune sorgten.

Schließlich hatte Verfassungsgerichtspräsident Andreas Voßkuhle zu Beginn der mündlichen Verhandlung erklärt, in den Verfahren über die Eilanträge werde noch keine endgültige Entscheidung über die Verfassungsmäßigkeit der Gesetze gefällt. Beteiligte schätzen ab, dass das Verfahren noch einige Monate dauern könnte.

In London wurde dagegen kolportiert, das deutsche Bundesverfassungsgericht habe die Verfassungsmäßigkeit des ESM-Rettungspaktes schon durchgewunken. "Da gehen viele Twitter-Gerüchte um", sagte ein Börsianer in London.

Das Bundesverfassungsgericht verhandelt in Karlsruhe über mehrere Eilanträge zum Stopp des Euro-Rettungsschirms ESM und des neuen EU-Fiskalpakts für mehr Haushaltsdisziplin. Mit einer Entscheidung über die Frage, ob der ESM und der Fiskalpakt gegen das Grundgesetz verstoßen, wird in einigen Wochen gerechnet. An der mündlichen Verhandlung in Karlsruhe nimmt auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) teil.

Dieser mahnte vor dem höchsten deutschen Gericht, eine deutliche Verschiebung des ESM über den Juli hinaus "könnte eine erhebliche Verunsicherung der Märkte bedeuten". Die Krisensymptome würden verstärkt, "mit negativen ökonomischen Folgen", sagte Schäuble. Die Spekulationen über den Euro-Austritt einiger Länder würden angeheizt.

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Großbritannien legte um 10:30 Uhr seine Zahlen zur Industrieproduktion im Mai vor. Die Daten fielen unerwartet gut aus. Allerdings sagen Analysten, dass das große Plus einem zusätzlichen Arbeitstag im Mai zu verdanken ist; ein Feiertag wurde in den Juni verlegt. Andere Börsianer verwiesen auch auf gute Konjunkturzahlen aus Italien.

Die Zahlen von Alcoa sorgten für gemischte Gefühle: Zwar legte der Aluminiumproduzent einen Quartalsverlust vor, dieser war aber nicht ganz so schlimm wie erwartet. Alcoa gilt wegen der breiten Verwendung von Aluminium als ein Gradmesser für die Konjunktur. In Autos wird Aluminium etwa für Motorblöcke eingesetzt, bei Flugzeugen für den Rumpf.

Im Fokus steht weiter das Treffen der Finanzminister der Euro-Länder. Die Euro-Finanzminister haben sich auf Eckpunkte der Finanzhilfen für Banken in Spanien geeinigt, was an den Börsen für Erleichterung sorgte. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sagte in der Nacht zum Dienstag in Brüssel nach dem Treffen der Eurogruppe, es gebe darüber eine politische Verständigung. Deutschland und andere Staaten könnten nun die Entscheidungsverfahren in ihren Parlamenten einleiten, sodass endgültig am 20. Juli grünes Licht gegeben werden könne.

Die Woche an den Märkten

Montag

Ob die Inflation in China weiter auf dem Rückzug ist, verraten in der Nacht die jüngsten Erzeuger- und Verbraucherpreise. Für Deutschland werden am Morgen Zahlen zum deutschen Einzelhandel und der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe veröffentlicht. Am Abend kommen zudem Zahlen zu den US-amerikanischen Verbraucherkrediten. Nach Börsenschluss präsentiert Alcoa seine Bilanz des zweiten Quartals.

Dienstag

Wenn in Deutschland die Börsen öffnen, liegen das Verbrauchervertrauen aus Japan und die Daten zum chinesischen Außenhandel bereits vor. Crop Energies veröffentlicht Geschäftszahlen, Lufthansa Verkehrszahlen.

Mittwoch

Am Morgen gibt das Statistische Bundesamt die endgültige Inflationsrate für Deutschland im Juni bekannt. Im Laufe des Nachmittags kommen aus den USA Daten zum Handel, bevor am Abend das letzte Sitzungsprotokoll der US-Notenbank veröffentlicht wird. Ahlers und Gerresheimer präsentieren ihre Halbjahresergebnisse, Fraport seine Verkehrszahlen.

Donnerstag

Nach Zahlen zur europäischen Industrieproduktion richtet sich der Blick wieder auf die USA: Hier werden die Ein- und Ausfuhrpreise bekanntgegeben sowie die wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe. Um 20 Uhr deutscher Zeit folgen die Daten zum Staatshaushalt. Südzucker veröffentlicht frische Zahlen.

Freitag

Am frühen Morgen legt China Daten zur Industrieproduktion sowie sein Bruttoinlandsprodukt für das zweite Quartal vor. Aus den USA kommen die Erzeugerpreise sowie das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan.

Das Treffen der Euro-Finanzminister hatte auch ein bisschen Druck von spanischen und italienischen Anleihen genommen. Die Minister hatten sich in der Nacht auf Eckpunkte der Finanzhilfen für Spaniens Banken geeinigt. Daraufhin fiel die Rendite für zehnjährige spanische Staatsanleihen auf 6,93 Prozent. Die Rendite für zehnjährige italienische Papiere sackte um zwölf Basispunkte auf 5,98 Prozent. Die Marke von sieben Prozent gilt langfristig als nicht mehr finanzierbar für das Schuldenmachen von Staaten.

Kommentare (62)

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Schwejk

10.07.2012, 07:38 Uhr

alte Sorgen Guten Morgen Guten Morgen

Zigeuner

10.07.2012, 08:27 Uhr

Sagt mal wie oft tagt die FED eigentlich? Jede Woche keimt Hoffnung auf QE3 auf. Ich meine, ist ein Nein nicht zu akzeptieren?

OMG

10.07.2012, 08:31 Uhr

Es stellt sich heraus, dass die pessimistischen Prognosen der Herren Realist und Hamburger eine Menge Geld kosten können. Der herbeigesehnte Crash will einfach nicht kommen und wird es möglicherweise auch gar nicht. Anstelle dessen wird vielleicht das Geld weniger wert.

Wer bevorzugt in dieser Zeit Euros auf dem Konto gegenüber Qualitätsaktien?

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