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28.06.2017

18:04 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt dritten Tag in Folge mit Verlust

Widersprüchliche Signale zur EZB-Geldpolitik haben die Märkte am Mittwoch in Aufregung versetzt. Die Notenbank teilte mit, Draghis Aussage sei falsch interpretiert worden. Der Dax nutzte das, um seine Verluste einzudämmen.

Börse am Abend

Dax erholt sich: Anleiheprogramm geht weiter

Börse am Abend: Dax erholt sich: Anleiheprogramm geht weiter

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FrankfurtDer Dax hat am Mittwoch erneut nachgegeben. Dabei passte sich der deutsche Leitindex den gesamten Tag über dem Auf und Ab des Euro an, der letztlich wieder spürbar in Richtung 1,14 US-Dollar stieg. Ein stärkerer Euro erschwert Exporte außerhalb der Euroregion und drückt damit Aktien von Unternehmen, die einen Großteil ihrer Waren im Ausland absetzen.

Mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 12 647 Punkte ging der Dax aus dem Handel. Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen abgebildet sind, büßte 0,3 Prozent auf 24.831 Punkte ein. Für den TecDax ging es um kräftigere 1,1 Prozent auf 2221 Zähler nach unten, womit der deutsche Technologiewerte-Index die Verluste der technologieorientierten US-Börsen vom Vorabend nachvollzog.

Für den Dax hatte es am morgen allerdings noch deutlich schlechter ausgesehen. Belastet von einem teureren Euro war er in den ersten Handelsminuten um 0,8 Prozent abgerutscht. Zudem belastete der jüngste Kursrutsch an der Wall Street den deutschen Aktienmarkt. Zwischenzeitlich fiel der deutsche Leitindex um rund ein Prozent auf ein Fünf-Wochentief von 12.536 Punkten. Erst ein zwischenzeitlicher Kursrutsch des Euros am Nachmittag hellte die Laune der Anleger wieder auf. Denn ein schwächerer Euro erleichtert den Export.

Folgen der Draghi-Rede: Euro antwortet auf Zickzackkurs mit Jahreshoch

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Der Euro legte am Mittwoch einen Zickzackkurs hin. Schuld daran ist ein Streit über die Frage, wie eine Rede von EZB-Chef Mario Draghi zu interpretieren ist. Am Nachmittag erreichte er den höchsten Stand seit einem Jahr.

Hintergrund war, dass sich nach Informationen aus Notenbank-Kreisen die Europäische Zentralbank bei den jüngsten Äußerungen ihres Präsidenten Mario Draghi missverstanden sieht. Seine Aussagen von der Notenbank-Konferenz in Sintra vom Dienstag seien als ausgewogenes Statement gedacht gewesen, das einerseits das solide Wachstum im Euroraum und andererseits die Notwendigkeit einer weiteren geldpolitischen Unterstützung betonen sollte, zitierte die Nachrichtenagentur Bloomberg mehrere mit der Sache vertraute Personen. Draghis Bemerkungen hatten zunächst für starken Auftrieb beim Euro gesorgt, weil sie als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden worden waren.

„Da ist wohl was schiefgelaufen bei der EZB-Kommunikation“, sagte ein Börsianer. „Mehr Verwirrung als Nutzen.“ Investoren hatten Draghis optimistische Aussagen zur Konjunktur als Fingerzeig gedeutet, dass die Notenbank im September eine Drosselung ihrer Anleihekäufe ankündigen könnte. Aktuell pumpt die Notenbank monatlich 60 Milliarden Euro in die Finanzmärkte.

Parallel dazu notierte der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, mit 96,13 Punkten zeitweise so niedrig wie zuletzt vor knapp acht Monaten. US-Notenbankchefin Janet Yellen hatte am Dienstag bekräftigt, dass der Leitzins behutsam angehoben werden soll. „Der Markt fühlt sich entsprechend in seiner Erwartung, dass bis Ende 2018 kaum noch Zinserhöhungen seitens der Fed kommen, bestätigt“, sagte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

Verstärkt werde diese Einschätzung durch den erneuten Rückschlag für die geplante Abschaffung der US-Gesundheitsreform Obamacare, fügte sie hinzu. Der Senat verschob eine Abstimmung darüber. Da es US-Präsident Donald Trump offenbar schwer falle, seine Ideen in den eigenen Reihen durchzusetzen, schwänden die Hoffnung auf eine baldige Umsetzung seiner Steuersenkungs- und Investitionspläne.

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Im Dax litten die Aktien der Technologiewerte besonders unter dem Kursrutsch an der Nasdaq. SAP verlor 0,8 Prozent, Infineon 0,7. Ein erneuter Ausverkauf bei US-Technologieaktien hatte auch hierzulande die Kurse nach unten gezogen. Investoren stellten langsam die Bewertungen im amerikanischen Tech-Sektor infrage, sagten Analysten. Hinzu kämen Konjunktursorgen. „Denn Technologiefirmen spüren konjunkturelle Flauten deutlicher als die Old Economy“, hieß es bei der Postbank. Auch die Aktien von Dialog Semiconductor, AMS, STMicro und ASM International gaben bis zu vier Prozent nach.

Zu den Verlierern gehörte die Papiere von RWE (minus 2,4 Prozent), nachdem die Commerzbank zum Reduzieren der Aktien des Energieversorgers geraten hatte. Auch Eon gab um 1,3 Prozent nach. Die Aktien der Lufthansa zogen derweil um 3,6 Prozent an. Für die Anteilscheine der Commerzbank ging es um 3,2 Prozent nach oben, nachdem das Bankhaus Lampe mitteilte, dass es eine positive Kostenüberraschungen durch die Digitalisierung für möglich hält. Die Deutsche Bank legte um 1,4 Prozent zu.

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