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10.08.2015

17:45 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt ein Prozent fester

Die Hoffnungen auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik locken die Bullen zurück auf das Parkett. Damit gerät die Furcht vor der US-Zinswende wieder etwas in den Hintergrund, wenn auch die Spekulationen bleiben.

Börse am Abend

Plötzlich stiegen alle Indizes: Deutschland, Europa, Weltweit

Börse am Abend: Plötzlich stiegen alle Indizes: Deutschland, Europa, Weltweit

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FrankfurtDer Dax hat zum Wocheneinstand ordentlich zulegen können. Bis zum Mittag ohne klaren Trend unterwegs, triumphierten im weiteren Verlauf die Bullenbörsianer. Eine starke Erholung an den kriselnden Shanghaier Börse hatte an den europäischen Marktplätzen für Optimismus gesorgt – Anleger hier und dort hoffen auf staatliche Konjunkturhilfen im Reich der Mitte. So geriet auch die Sorge um die nahende Zinswende in den Vereinigten Staaten wieder etwas in den Hintergrund. Letztlich schloss der Deutsche Aktienindex ein Prozent fester bei 11.604 Zählern.

In der vergangenen Woche hatte der Dax eine starke Performance hingelegt, ehe solide US-Arbeitsmarktdaten am Freitag das amerikanische Zinsgespenst auf dem Parkett poltern ließen. Die Zahlen waren leicht hinter den Erwartungen geblieben. So dürften die Spekulationen um den Zeitpunkt der ersten Leitzinserhöhung auch diese Woche überdauern. Das Gros der Marktakteure sah die Wende bisher frühestens im September verortet. Trotz aller Vorsicht scheint die Stimmung an den Märkten weiterhin gut zu sein.

Die Deutschen und Aktien

Spekulationsobjekt

Eine aktuelle Studie der Direktbanken zeigt, dass Aktien von Privatanlegern weiterhin als extrem risikobehaftet wahrgenommen werden. Für 46 Prozent der Befragten ist die Aktie ein „rein spekulatives“ Anlageinstrument.

Quelle: „Aktion pro Aktie “

Geldanlage für Reiche

Eine Aktie ist für über die Hälfte der befragten Personen nur etwas für vermögende Investoren. 51 Prozent sind der Auffassung, dass eine Aktieninvestition nur für reiche Personen lukrativ ist.

Sicherheitsorientiert

Wenn sich deutsche Anleger für eine Investition in Aktien entscheiden, legen sie weiterhin den Fokus auf Sicherheit. 71 Prozent investieren konservativ und sicherheitsorientiert in Aktien.

Langfristige Wertsteigerung

Aktienkäufer in Deutschland lassen sich nicht von dem täglichen Auf-und Ab an den Märkten verführen. Sie hoffen auf eine langfristige Wertsteigerung. Die Studienergebnisse zeigen, dass 74 Prozent der Probanden höchstens zweimal im Jahr handeln.

Gleich mehrere Anlagestrategen haben zuletzt ihre Kursziele für die deutschen Standardwerte angehoben. Besonders optimistisch sind Hauck Aufhäuser und das Bankhaus Lampe, die den Dax zum Jahresende jeweils bei 12.100 Punkten sehen. „Wir haben die Spitze des Aktienzyklus noch nicht gesehen“, sagt Ralf Zimmermann, Aktienstratege vom Bankhaus Lampe.

Die Unsicherheit über das weitere Vorgehen der US-Notenbank Fed lässt viele Börsianer allerdings vorsichtig werden. Mit größeren Kursprüngen im Dax ist vorerst nicht zu rechnen. Große Angst, dass die erste Zinserhöhung seit Jahren die Aktienkurse stark belasten könnte, haben die Experten aber derzeit auch nicht. Sie gehen von einem moderaten Zinsschritt aus – und der sei schließlich eingepreist.

Die zweite Frankfurter Reihe konnte ebenfalls weiter vorrücken. Die Nebenwerte des MDax schlossen 0,6 Prozent fester bei 21.229 Punkten. Der TecDax rückte sogar 1,2 Hundertstel vor auf 1781 Zähler. Der Leitindex des Euro-Raums, der Euro-Stoxx-50, gewann ein Prozent auf 3673 Stellen. An der Wall Street bescherte das Wunschdenken in Richtung Peking dem Dow ein stolzes Plus. Zudem sorgte Anleger-Legende Warren Buffett für Kauflaune in New York. Der Dow-Jones-Index kam zum Frankfurter Schlusssignal auf 17.588 Punkte, was ein Plus von 1,2 Prozent bedeutete.

Neben der Geldpolitik in den Vereinigten Staaten bleibt der Anleger-Blick auf China. Im Reich der Mitte rumorte es zuletzt stark. Der Übergang in die von Peking ausgerufene „neue Normalität“, einer Phase schwächeren, aber nachhaltigeren Wachstums, das die Regierung mit etwa sieben Prozent beziffert, lief bisher holprig. Nach der heftigen Korrektur an den heiß gelaufenen Börsen in Shanghai und Shenzhen sorgten schwache Konjunkturdaten in den vergangenen Woche für Kopfschmerzen.

Am Samstag war bekannt geworden, dass die Juli-Ausfuhren des Exportweltmeisters um 8,3 Prozent gesunken sind, mehr als erwartet. Auch die Erzeugerpreise waren rückläufig. Der Leitindex Shanghai Composite konnte sich zum Wochenbeginn dennoch ordentlich erholen und stieg um knapp fünf Prozent. Der Hang Seng der internationaler ausgerichteten Börse Hong Kongs gab um 0,2 Prozent nach. Die Anleger der Volksrepublik spekulierten auf eine Lockerung der chinesischen Geldpolitik - und nicht nur diese, wie europäische und amerikanischer Dienstagshandel bewiesen. „Viele Anleger setzten auf neue konjunkturstützende Maßnahmen durch die chinesische Notenbank“, sagte ein Händler.

Kommentare (1)

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Herr walter rehm

10.08.2015, 10:34 Uhr

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