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20.07.2012

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt fast zwei Prozent im Minus

Der deutsche Leitindex geht deutlich im Minus aus der Woche. Grund dafür ist vor allem die Bekanntgabe der EZB, dass griechische Staatsanleihen vorerst nicht mehr als Sicherheiten hinterlegt werden können.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfNach unerwarteten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) zu griechischen Staatsanleihen haben fast alle europäische Aktienmärkte ihre Verluste ausgebaut. Der Dax verlor etwa 1,9 Prozent auf 6.630 Zähler.

Der EuroStoxx50 lag bei Handelsschluss sogar 2,7 Prozent im Minus bei 2.241 Punkten. Die Renditen für spanische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit stiegen mit 7,3 Prozent auf den höchsten Stand seit Einführung des Euro. Die Kurse gerieten unter Druck, nachdem die EZB mitgeteilt hatte, ab kommendem Mittwoch vorerst keine Staatsanleihen Griechenlands mehr als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften zu akzeptieren.

Über die Wiederzulassung der Papiere werde erst nach dem nächsten Bericht der Troika über den Stand der Reformen in dem Euro-Land entschieden. Der Leitindex der griechischen Börse schloss im Gegensatz zu den nordeuropäischen Pendants mit einem Plus von 0,7 Prozent.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Auch der Euro hat seine Verluste am Nachmittag ausgebaut. Zuvor hatte die spanische Region Valencia erklärt, dass sie die Zentralregierung in Madrid darum bitten werde, bei der Rückzahlung von Schulden zu helfen. Die Erklärung sorgte schon am Vormittag für einen Kurseinbruch des Euro.

Fast zeitgleich teilte Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden vormittags mit, dass die Finanzminister der Euro-Länder grünes Licht für das Rettungspaket spanischer Banken gegeben haben. Der Euro-Rettungsschirm EFSF stellt bis zu 100 Milliarden Euro für die Restrukturierung des spanischen Bankensektors bereit.

Am Ölmarkt haben Anleger derweilen Kasse gemacht. Der Preis für ein Barrel Öl der Nordseesorte Brent gab zeitweise um 1,1 Prozent nach auf 106,58 Dollar je Barrel, US-Leichtöl WTI verbilligte sich um ein Prozent auf 91,72 Dollar. In den vergangenen vier Wochen war der Ölpreis angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten um knapp 20 Prozent gestiegen. Die Analysten der LBBW rechnen eher mit einem Rückgang der Preise. "Die Öllager sind gut gefüllt, und das Ölangebot ist trotz der geopolitischen Unsicherheiten mehr als ausreichend", schrieben sie in einem Kommentar.

Deutliches Plus : Chefwechsel gefällt HeidelDruck-Anlegern

Deutliches Plus

Chefwechsel gefällt HeidelDruck-Anlegern

Innerhalb von wenigen Minuten schossen die Aktien um bis zu 7,8 Prozent in die Höhe.

Die Aussicht auf ein weiteres Antidumping-Verfahren gegen China hat den Solarwerten zu Gewinnen verholfen. SMA Solar und Solarworld verteuerten sich heute im TecDax um zwölf beziehungsweise 9,5 Prozent. Das Bundesumweltministerium erwägt ein Verfahren gegen China wegen der Unterstützung von Solarfirmen.

Die Bonner Solarkonzern Solarworld hatte bereits zusammen mit amerikanischen Firmen in den USA eine Klage gegen chinesische Billigimporte angestrengt und einen Teilerfolg erzielt. "Für die Solarfirmen wäre ein weiteres Verfahren sicherlich eine gute Nachricht, die krisengebeutelte Branche klammert sich derzeit an jeden Strohhalm", sagte ein Börsianer. Die Aktien von Solarworld und SMA haben seit Jahresbeginn 67 beziehungsweise 49 Prozent verloren.

Der Chefwechsel bei Heidelberger Druck ist bei Anlegern gut angekommen. Die Aktien schossen zeitweise um bis zu 7,8 Prozent auf 1,12 Euro in die Höhe. Zum Handelsende notierten die Titel ein Prozent im Plus. Der frühere Chef des Duft- und Aromenherstellers Symrise, Gerold Linzbach, soll zum 1. September Bernhard Schreier an der Firmenspitze ablösen. "Der neue CEO ist als Sanierer bekannt und dies sollte den Weg für weitere Restrukturierungen ebnen. Wir betrachten die aktuellen Bemühungen als unzureichend," schrieb DZ-Bank-Analyst Jasko Terzic in einem Kommentar.

Die geplante Börsenzulassung eines REIT (Real Estate Investment Trust) hat den Aktien von IVG Kursgewinne beschert. Die Titel des Immobilienunternehmens verteuerten sich um 7,4 Prozent. IVG hatte am Morgen mitgeteilt, die Börsenzulassung für einen REIT beantragt zu haben. Das Listing habe technische Gründe und daher keine Auswirkungen auf die Bilanz von IVG, schrieb Analyst Jochen Rothenbacher von Equinet in einem Kommentar. "Meiner Meinung nach ist dieser Schritt positiv, da er die Bandbreite der indirekten Immobilienprodukte, die IVG anbieten kann, vergrößert."

Kommentare (60)

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Dexia

20.07.2012, 08:06 Uhr

"Der Dax braucht eine Pause"

also wirklich, er ist ganz aus der Puste. Zeit, dass Wochenende anfängt, damit er sich hinlegen kann.

tsss

Pauli-Hans

20.07.2012, 08:07 Uhr

Muahahaua.

Jetzt kommt wieder eine Abwärtswelle. Ich habs im Hafenschlick gelesen.

Adam_Ries

20.07.2012, 08:36 Uhr

Der Einwand, dass es Deutschland ja besser gehe und deshalb die anderen das deutsche Modell einführen sollten, ist jedoch, wie der ehemalige US-Finanzminister und Harvard-Professor Larry Summers sagte, "ein Musterbeispiel für einen Denkfehler": Was für einen Einzelnen gut ist, ist nicht notwendigerweise für alle gut. Deutschland hat seine Wettbewerbsfähigkeit seit 1999 beständig verbessert, allerdings um den Preis einer jahrzehntelangen Quasi-Stagnation. Heute führt diese Wettbewerbsfähigkeit dazu, dass sich Deutschland auf Kosten seiner Euro-Partner bereichert und zugleich den Ast absägt, auf dem es sitzt.

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