Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

12.01.2011

06:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt fast zwei Prozent im Plus

Der gute Auftakt der Bilanzsaison ermutigt die Anleger. In der Hoffnung auf positive Zahlen der Unternehmen griffen sie wieder zu Aktien. Auch das starke Wirtschaftswachstum in Deutschland sorgte für gute Laune. Bankenwerte legen kräftig zu. Die Auktion neuer portugiesischer Staatsanleihen haben die Märkte gut verdaut.

Quelle: dpa

HB FRANKFURT. Das ist noch einmal gut gegangen. Das wieder wachsende Vertrauen von Anlegern in die Euro-Zone hat den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch beflügelt. Der Dax kletterte am Mittwoch um 1,8 Prozent auf 7069 Punkte und blieb damit nur knapp 20 Punkte unter seinem letzten Hoch vom 21. Dezember. "Die Auktion portugiesischer Staatsanleihen ist gut über die Bühne gegangen, und die deutsche Wirtschaft ist so stark wie seit der Wiedervereinigung nicht gewachsen. Das macht die Anleger etwas mutiger", sagte ein Händler. Für den MDax ging es um 1,88 Prozent auf 10 310,24 Punkte nach oben und damit auf den höchsten Stand seit November 2007. Der TecDax legte um 1,22 Prozent auf 888,56 Punkte zu und zeigte sich damit so stark wie seit über drei Jahren nicht mehr. Der EuroStoxx50 für die Euro-Zone legte 2,2 Prozent auf 2860 Stellen zu. Das Handelsvolumen im Dax stieg auf 122,6 (Dienstag: 115) Millionen Aktien. Der Umsatz kletterte auf 3,8 (3,7) Milliarden Euro.

Das Bruttoinlandsprodukt der größten europäischen Volkswirtschaft wuchs 2010 um 3,6 Prozent, nachdem es 2009 mit einem Minus von 4,7 Prozent noch so stark wie noch nie seit Bestehen der Bundesrepublik geschrumpft war. "Das unterstützt die Prognose vieler Experten, dass es mit Aktien weiter aufwärts geht in diesem Jahr", sagte ein Börsianer. "Momentan halten sich viele Investoren allerdings noch zurück. Sie wollen erst mal abwarten, wie die Quartalszahlen deutscher Konzerne ausfallen." Vom starken deutschen Wachstum profitierten laut Händlern unter anderem Stahl- und Chemiewerte. Die Papiere von Thyssen-Krupp verteuerten sich um 2,3 Prozent, die Aktien von BASF um 1,9 Prozent.

Das mit hohen Schulden kämpfende Portugal hatte Anleihen im Volumen von 1,25 Milliarden Euro am Markt platziert und war dabei auf eine starke Nachfrage von Investoren gestoßen. Unterdessen mehrten sich die Stimmen für eine Ausweitung des europäischen Rettungsschirmes. Hilfen lehnt das hoch verschuldete EU-Mitglied allerdings weiter ab. Börsianern zufolge verstärkte dies das Gefühl, dass die Euro-Zone die Entwicklung in Portugal und in der Staatsschuldenkrise in den Griff bekommt.

Im Dax standen die Bankenwerte erstmals seit langem wieder höher im Kurs. Händler verwiesen auf eine Studie von JPMorgan zu den europäischen Banken. Die Institute lägen gegenüber ihren US-Rivalen klar im Vorteil, schrieben die Analysten. In Frankfurt setzten sich Commerzbank-Papiere mit einem Plus 5,34 Prozent auf 5,640 Euro an die Dax-Spitze. "Die Titel sind in den vergangenen Tagen allerdings auch durchgeprügelt worden", sagte ein Händler. "Solange der Bund beteiligt ist und eine Kapitalerhöhung im Raum steht, werden Anleger die Finger von der Commerzbank-Aktie lassen." Die Aktien von Deutsche Bank gewannen 4,33 Prozent auf 42,240 Euro. Auch im Stoxx50 waren die Aktien aus der Finanzbranche gesucht, und zwar vor allem italienische und spanische Titel. So zogen Intesa Sanpaolo und Banco Santander jeweils um rund sieben Prozent an. Der Stoxx-Branchenindex der europäischen Banken legte 3,7 Prozent zu.

Mit einem satten Plus von 30,78 Prozent auf 2,405 Euro war das Papier von Sky Deutschland Favorit im MDax. Händler lobten insbesondere das Kundenwachstum beim Bezahlfernsehsender im vierten Quartal. Die Titel des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS stiegen nach einem milliardenschweren Großauftrag um 1,60 Prozent auf 20,340 Euro. Nach schwachen Zahlen und insbesondere einem enttäuschenden Ausblick büßten die Aktien des Handelskonzerns Douglas 1,83 Prozent auf 40,855 Euro ein.

Auch Übernahmegerüchte erwiesen sich als Kurstreiber. Spekulationen über eine Offerte des Baustoffkonzerns Saint-Gobain ließen die Gerresheimer-Titel um 4,64 Prozent auf 33,610 Euro steigen. Dass das chinesische Unternehmen Xinmao eine Offerte für den Autozulieferer Leoni vorlegen könnte, sorgte für Kursgewinne von 5,62 Prozent auf 35,025 Euro. Für die Papiere von Adva Optical ging es im TecDax um 5,52 Prozent auf 6,789 Euro hoch. Unter Händlern wurde der Bericht eines Börsenbriefs diskutiert, wonach der US- Netzwerkausrüster Juniper Networks Interesse an einer Übernahme hat.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

artur

12.01.2011, 10:55 Uhr

Swiss Franc gegen andere Währungen 2010. Der Euro ist das Schlusslicht. Der DAX ist %15 gestiegen der SMi hat sich nicht vom Fleck gerührt. So ein Zufall...Der Wind vom Aufschwung kommt eher von der brise die mal im Gesicht spürt wenn der Euro im freien Fall sich in Richtung Terminalvelocity bewegt...
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)
Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×