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15.02.2012

17:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt fester - Sorge um Griechenland bremst

Neue Zweifel an der Kooperation Griechenlands haben die Anleger am Mittwoch am Ende wohl doch nicht so kalt gelassen. Der Dax musste seine Tagesgewinne deutlich eingrenzen. Nun werden neue Ergebnisse erwartet.

Trotz Gegenwind stand der Mittwoch im Zeichen der Bullen. dpa

Trotz Gegenwind stand der Mittwoch im Zeichen der Bullen.

FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt klammern sich am Mittwoch in Sachen Griechenland inzwischen an jeden Strohhalm: Obwohl die Entscheidung über die Freigabe der Rettungsgelder für das klamme Land erneut vertagt wurde, schloss der Dax am späten Nachmittag 0,4 Prozent fester bei 6.758 Zähler. Allerdings war der deutsche Leitindex im Laufe des Tages bereits bis auf 6.830 Punkte gestiegen. Es waren vor allem wieder die Zweifel an der Rettung Griechenlands die dem Dax etwas Wind aus den Segeln nahmen. Auch der Euro rutschte auf ein Tagestief von 1,3068 Dollar von kurz zuvor noch über 1,32 Dollar. Der Bund-Future sprang um bis zu 60 Ticks auf 139,12 Punkte hoch. Der MDax kletterte um ein Prozent auf 10.353 Punkte, der TecDax stieg um 0,9 Prozent auf 781 Punkte.

Zuvor war aus Kreisen in Brüssel verlautet worden, wegen des wachsenden Misstrauens über den Reformwillen Griechenlands werde auf Druck Deutschlands in der Eurogruppe über eine Verschiebung des zweiten Rettungspakets diskutiert. „So ganz überraschend käme das nicht, schließlich wurde die Entscheidung über die Rettungsgelder schon mehrfach vertagt“, erklärte Helaba-Analyst Christian Schmidt. „Klar ist bislang nur, dass die Rettung Griechenlands weiterhin mit vielen Fragenzeichen und Unklarheiten verbunden ist“, fügte Schmidt hinzu. Spannend sei nun vor allem die Frage, wie die Politiker einen Zahlungsausfall verhindern wollen, erklärte ein Devisenhändler. Denn am 20. März muss das Land 14,5 Milliarden Euro zurückzahlen, ansonsten droht die Zahlungsunfähigkeit. Das wollen die Politiker aber den Brüsseler Insidern zufolge verhindern.

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„Das griechische Drama wäre kein solches ohne den steten Wechsel von Hoffen und Bangen“, kommentierten die LBBW-Analysten Matthias Krieger und Gernot Griebling die erneute Verzögerung. Die Experten zeigten sich aber zuversichtlich: „Bis Montag - dem nächsten möglichen Termin für ein Treffen der Finanzminister der Euro-Gruppe - sollten alle geforderten Voraussetzungen erfüllbar sein.“ Mit ausreichend gutem Willen könnte das Hilfspaket also zu Wochenbeginn beschlossen werden.

Zuvor hatten Marktteilnehmer noch auf mehrere Kaufargumente aus Übersee hingewiesen: „Der Nikkei legt mit plus 2,3 Prozent das Tempo vor, hinter dem eine neue Geldspritze der dortigen Notenbank steht“, sagte Börsenbriefautor Hans Bernecker. Am Vortag hatte die Bank of Japan (BoJ) nach schwachen Wirtschaftsdaten überraschend eine erneute Aufstockung des Kaufprogramms für Wertpapiere angekündigt. Andere Börsianer verwiesen zudem gen China, wo nochmals zugesichert wurde, sich in der Rettung der Eurozone zu engagieren. Zudem blieben die Anleger optimistisch, dass sich die „Troika“ aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds mit der griechischen Regierung noch auf die zusätzlich geforderten Sparmaßnahmen einigen wird.

Wie sich der Dax entwickelt, hängt auch von der Entwicklung in Griechenland ab. Die Parteien müssen sich zu den Reformen bekennen. Ergebnisse aus Telefongespräch der europäischen Finanzminister sind kursrelevant. Griechenland muss am 20. März fällige Anleihen im Volumen von 14,5 Mrd. Euro ablösen.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:55 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Bund-Future

138,70 Euro (+ 0,3 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Puma hat seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert, hebt aber die Dividende nicht so stark an wie von Investoren erhofft. Der Überschuss sei um 13,8 Prozent auf 230,1 Millionen Euro geklettert, teilte der Sportartikel-Hersteller am Mittwoch im fränkischen Herzogenaurach mit. Der Umsatz erhöhte sich um elf Prozent auf gut drei Milliarden Euro. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von 2,96 Milliarden Euro und einem Nettogewinn von 225 Millionen gerechnet. Puma-Aktien verteuerten sich um 3,4 Prozent und gehörten damit zu den größten Gewinnern im MDax.

Auch Adidas konnten von den positiv aufgenommenen Zahlen des Konkurrenten Puma profitieren und preschten an die Dax -Spitze vor. Sie kletterten um bis zu 3,8 Prozent auf einen Rekordwert von 59,96 Euro. „Die Zahlen von Puma waren gut und die gesamte Branche ist wegen der anstehenden Fußball-Europameisterschaft sowieso guter Dinge - das treibt auch Adidas nach oben“, sagte ein Händler. Puma hat seinen Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und rechnet auch 2012 und 2013 mit Umsatzzuwächsen im prozentual hohen einstelligen Bereich. Zudem lockt das neue Rekordhoch der Papiere des Sportartikelherstellers Börsianern zufolge zusätzliche, technisch orientierte Käufer an.

Im MDax legten TUI um 3,6 Prozent zu. Bereits am Vorabend hatte Europas größter Reisekonzern mitgeteilt, bei der langwierigen Trennung von der Container-Reederei Hapag-Lloyd ein Stück vorangekommen zu sein. Die Bilanz von Tui erfüllte die Erwartungen.

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Der Rekordumsatz bei Drägerwerk hat am Mittwoch die Anleger erfreut. Die Aktien des Medizin- und Sicherheitstechnikanbieters verteuerten sich im TecDax um 2,6 Prozent. Allerdings müssen sich die Aktionäre in diesem Jahr mit einer geringeren Dividende zufriedengeben. Drägerwerk will seine Kapitalstruktur neu ordnen und dafür Genussscheine für bis zu fast 300 Millionen Euro vom Markt zurückkaufen. Um sich das leisten zu können, soll die Dividende auf 0,19 Cent von 1,19 Euro gekürzt werden. „Uns überrascht die geplante Dividendenkürzung. Insgesamt ist allerdings die Umsatz- und Margenentwicklung tendenziell erfreulich. Wir bestätigen unser Halten-Rating“, schrieb LBBW-Analyst Volker Stoll.

Dem Handelskonzern Douglas liegen Finanzkreisen zufolge erste Offerten für die Buchhandelskette Thalia vor, die angesichts der erbitterten Konkurrenz durch Online-Buchhändler vor dem Umbau steht. Es gebe Interessensbekundungen, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch. Das „manager-magazin“ berichtete vorab, es liefen bereits Sondierungsgespräche mit potenziellen Investoren. Zu den Kaufinteressenten zähle die US-Beteiligungsgesellschaft Najafi, die bereits Buchclubs des Bertelsmann-Konzerns übernommen hatte. Thalia arbeite „mit Hochdruck“ an einem Restrukturierungsprogramm, sagte ein Douglas-Sprecher. Ziel sei, dass Thalia wieder die Kapitalkosten verdiene. Zugleich gebe es „derzeit in der gesamten Buchbranche regelmäßig Interessenbekundungen von dritter Seite“. Douglas nehme aber „zu Marktspekulationen nicht näher Stellung“. Die Titel legten im MDax 0,3 Prozent zu.

Der Atomstreit des Westens mit dem Iran und ein unerwarteter Rückgang der US-Öllagerbestände hat am Mittwoch die Ölpreise hochgetrieben. Nordseeöl der Sorte Brent kletterte um 1,2 Prozent auf 118,75 Dollar, nachdem sie zuvor bei 117 Dollar notiert hatte. Das Fass US-Leichtöl verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 101,37 Dollar.

Kommentare (35)

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Account gelöscht!

15.02.2012, 09:04 Uhr

herrlich...irgendwann musste die jap. notenbank ja intervenieren...läuft ;-)

auch k+s macht seit gestern wieder nen guten job...

BACKFISCH

15.02.2012, 09:05 Uhr

6800 ist Ende der Fahnenstange

Alpha

15.02.2012, 09:07 Uhr

wen interessiert die BoJ? Das ist doch nur ein Verschlimmbessern...Dax hat seine besten Tage gesehen

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