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17.05.2016

17:50 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt im Minus

Steigende US-Verbraucherpreise bringen Zinsspekulationen ins Spiel. Schuld an der gestiegenen Inflation sind die Ölpreise. An den Börsen kommt das nicht gut an. Der Dax scheitert erneut an der 10.000-Punkte-Marke.

Börse am Abend

Dax schließt mit 9.890 Punkten

Börse am Abend: Dax schließt mit 9.890 Punkten

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FrankfurtWieder aufkeimende Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung in den USA haben am Dienstag die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten gedrückt. Zudem warfen Anleger nach einem negativen Analystenkommentar Autoaktien aus ihren Depots. Der Dax drehte nach einem kurzen Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten in den roten Bereich und schloss am Abend mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 9890 Zählern. Der Euro Stoxx 50 büßte 0,5 Prozent ein und fiel auf 2938 Punkte.

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„Das Ergebnis hat die Erwartungen des Marktes übertroffen.“ Diesen Satz wollen die Konzerne hören – und schrauben oftmals Erwartungen im Vorfeld künstlich herunter. Analysten übernehmen diese Meldungen oft ungeprüft.

Die Verbraucherpreise in den USA kletterten im April wegen der gestiegenen Ölpreise binnen Jahresfrist um 1,1 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. „Die steigende US-Inflation lässt die Zinsphantasien wieder aufkochen“, sagte Analyst Niall Delventhal vom Brokerhaus FXCM. „Damit ist das Unbehagen am Markt zurück.“ Die Währungshüter hatten im Dezember erstmals seit fast zehn Jahren die Leitzinsen wieder leicht angehoben. Eine geldpolitische Straffung bereits im Juni gilt unter Börsianern als nicht ausgeschlossen. Der Euro legte 0,2 Prozent zu auf 1,1338 Dollar.

An den Ölmärkten ging es wegen der Hoffnungen auf ein Ende des Überangebots zeitweise deutlich nach oben: Der Preis für die US-Ölsorte WTI stieg auf ein Sieben-Monats-Hoch von 48,42 Dollar je Barrel (159 Liter) und notierte nach einigem Hin und Her zuletzt rund ein Prozent fester bei 48,30 Dollar. Bei einem Preis von mehr als 50 Dollar müsse jedoch wieder mit einem steigenden Angebot gerechnet werden, weil sich dann die technisch aufwendige und teure Schieferöl-Förderung wieder lohne, sagte Jochen Stanzl, Analyst des Online-Brokers CMC Markets. Das bremst den Anstieg des Ölpreises. In den vergangenen Monaten hatten die Kursturbulenzen am Rohstoffmarkt wiederholt für Unruhe an den Aktienbörsen gesorgt.

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Auf Unternehmensseite standen die Automobilwerte im Fokus, nachdem Analysten der britischen Bank HSBC ihre Einschätzung für den globalen Autosektor von „neutral“ auf „underweight“ gesenkt hatten. Die Aussichten für die Branche seien nicht mehr so rosig wie zu Beginn des Jahres, einige Aktien seien überbewertet. Die Wachstumsdynamik werde sich im zweiten Halbjahr abschwächen und die Risiken im chinesischen Automarkt stiegen, erklärte HSBC-Experte Horst Schneider. Die Aktien von BMW fielen um drei Prozent, Titel von Volkswagen verloren 2,7 Prozent, Daimler verbilligten sich um 1,8 Prozent und Peugeot verloren rund vier Prozent. Die Aktie des Autozulieferers Continental musste Abschläge mehr als drei Prozent hinnehmen.

Größter Verlierer im Dax waren die Titel von RWE, die um mehr als vier Prozent nachgaben. Aktionäre verschreckt die Abstufung durch die Rating-Agentur Moody's auf Baa3. Der Energieversorger liegt seitdem nur noch einen Stufe über einem Ramsch-Niveau. Besser präsentierte sich Thyssen-Krupp mit einem Plus von 1,5 Prozent und die Commerzbank, die 0,6 Prozent zulegen konnte.

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