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13.02.2012

18:03 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt im Plus – Griechen-Drama geht weiter

In Athen brannten die Gebäude, in Frankfurt wurde gekauft. Die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Spardiktat hat die Kurse nach oben getrieben. Doch von Entwarnung kann keine Rede sein. Die Lage bleibt brisant.

Börse Frankfurt am Mittag

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Düsseldorf/FrankfurtGriechenland steht vor der Zerreißprobe. Die Bürger entluden in der Nacht zum Montag ihren Frust über die Zustimmung des griechischen Parlaments zum Spardiktat der Troika und verwüsteten Teile der Athener Innenstadt.

Doch während die Bürger wüteten, entspannte sich die Lage an den Märkten ein wenig. Der Dax eröffnete die Woche im Plus und hielt dieses mit 0,7 Prozent auf 6.738 Punkte bis zum Schluss. Der MDax schloss 0,3 Prozent fester auf 10.280 Punkte und der TecDax notierte 0,6 Prozent fester auf 775 Zähler.

Mit der heutigen Zustimmung des griechischen Parlaments ist nun der Weg frei für die zweite Kredittranche in Höhe von 130 Milliarden Euro. Am Mittwoch wird die Euro-Gruppe über das Rettungspaket entscheiden. Außerdem werden die Details zum abgemachten Schuldenschnitt bekannt gegeben.

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:55 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Bund-Future

138,70 Euro (+ 0,3 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Experten gehen davon aus, dass erstens die 130 Milliarden Euro fließen werden, denn anderenfalls steht Griechenland unmittelbar vor der Pleite, und zweitens der hair-cut wohl 70 Prozent betragen wird.

Der griechische Beschluss sorgte neben Kursgewinnen beim Dax auch bei den Indizes der Krisenländer Portugal und Griechenland für ein dickes Plus. Der portugiesische PSI 20 notierte 1,4 Prozent fester und der Athener Leitindex stieg sogar um knapp sechs Prozent.

In den USA schien sich ebenfalls Erleichterung über die Zustimmung breit zu machen. Der Dow Jones lag nach Frankfurter Börsenschluss 0,4 Prozent im Plus auf 12.851 Punkte, der S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1.349 Punkte und der Nasdaq-100 notierte 0,6 Prozent fester auf 2.562 Zähler.

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„Die Leute waren dabei, die Geduld mit Griechenland zu verlieren“, sagte Markus Huber, Chef-Händler von ETX Capital. „Zum Schluss haben sich die Griechen aber zusammengerauft und dies ist definitiv positiv.“

Euphorie brach dennoch nicht aus, denn Griechenland steht immer noch am Scheideweg. Die Lage des südeuropäischen Staates ist nach der Abstimmung unverändert und über das zweite große Rettungspaket im Umfang von 130 Milliarden Euro stimmen die Verantwortlichen erst am Mittwoch ab. Bis dahin halten sich die Anleger von größeren Investitionen zurück.

Viele Börsianer sehen in den 130 Milliarden Euro allerdings nur eine Zwischenstation. Sie gehen davon aus, dass die Finanzhilfen nicht ausreichen und weitere Rettungspakete geschnürt werden müssen.

Griechenland wird also weiterhin Top-Thema an den Börsen bleiben und für Volatilität sorgen. Mit der heutigen Abstimmung ist zwar eine weitere Etappe zur Rettung gemeistert, von einer Rettung kann aber nicht die Rede sein. Vor allem die sozialen Unruhen im Ursprungsland der Demokratie, lassen viele Experten zweifeln lassen. „Es besteht weiterhin die Angst, dass die griechischen Bemühungen, die Sparziele zu erfüllen, nicht zuletzt wegen des fehlenden Rückhalts der Bevölkerung scheitern könnten“, schrieb Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar.

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Von der Parlamentsabstimmung konnten erwartungsgemäß die Finanztitel am meisten profitieren. Die Commerzbank verteuerte sich am Montag um 1,6 Prozent auf 2,09 Euro und die Deutsche Bank stieg um 0,5 Prozent auf 33,65 Euro. Aktien der Allianz schlossen 1,3 Prozent im Plus auf 88,08 Euro

Dennoch hält sich die Begeisterung noch in Grenzen. Händler mahnten zur Vorsicht: Noch seien nicht alle Etappen geschafft, um Griechenland vor einer Pleite zu bewahren, sagten sie. Erst wenn tatsächlich neue Hilfen für Griechenland freigegeben werden, dürften dies den Aktienmärkte einen ordentlichen Schub geben. „Es wird Zeit für eine Einigung mit Griechenland“, sagt Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. Wenn diese große Unsicherheitskomponente endlich raus sei, könnte der Dax auch die 7000 Punkte-Marke nehmen. Der Dax hat seit Jahresanfang bereits mehr als 13 Prozent zugelegt, nachdem er 2011 mit einem Minus von 14,7 Prozent eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte verzeichnet hatte.

Kommentare (48)

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Plonkpirat

13.02.2012, 08:01 Uhr

Die ENtscheidung ist den Parlamentariern doch sehr leicht gemacht worden. Wer nicht dafür stimmte fliegt aus der PArtei und verliert damit auf Sicht seinen Parlamentsplatz. Und draußen tobte der Mob? In andere Regionen (Syrien, Lybien ) nennt man sowas doch normalerweise das Volk, dass sich da für seine legitimen Rechte einsetzt.

Als Strafe für solch eine unseriöse und hetzerische Berichterstattung gibt es jetzt von mir erst einmal 5 Tage keinen Handelsblattkauf.

Hyaenen_Jaeger

13.02.2012, 08:13 Uhr

@ Plonkpirat

GHroßes Verständnis.

Und Sie müsssten erst mal die widerlichen Trader wahrnehmen, die sich hier in Kürze tummeln werden, um wie lästige Hyänen den Schaffenden ein paar Brocken hinterlistig wegreißen zu können.

Account gelöscht!

13.02.2012, 09:09 Uhr

genau - keiner der trader, die sich hier austauschen und etwas posten, geht einem vernünftigen beruf nach... alles bösewichte, die die krise verursacht haben und keinerlei moral besitzen. außerdem sind es auch die einzigen ihrer zunft. es gibt auf gar keinen fall weitere trader in deutschland, als die, die hier vorzufinden sind. also haut drauf, damit rettet ihr die welt!!!

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