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30.01.2014

17:31 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt im Plus

Anleger am deutschen Aktienmarkt agierten am Donnerstag nervös. Ein Plus an der Wall Street nach der erneuten geldpolitischen Straffung in den USA halfen dem Dax allerdings zu einem positiven Handelsschluss.

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FrankfurtPositiv aufgenommene Daten zum US-Wirtschaftswachstum haben dem Dax am Donnerstag ein moderates Plus beschert. Sie drängten die Sorgen über die Kapitalflucht aus den Schwellenländern und die weitere Straffung der amerikanischen Geldpolitik etwas in den Hintergrund. Der deutsche Leitindex, der in den vergangenen fünf Handelstagen fast vier Prozent verloren hat, schloss am Donnerstag 0,4 Prozent fester auf 9373 Zählern. Händler blieben vorsichtig. Sie sagten, die erneute Straffung der US-Geldpolitik verstärke den Trend der Kapitalflucht aus den Schwellenländern und die Angst vor einer neuen Krise in den betroffenen Volkswirtschaften wachse.

Der EuroStoxx50 arbeitete sich um 0,3 Prozent auf 3021 Punkte nach oben. Am Vormittag hatte er noch knapp ein Prozent im Minus notiert. Der MDax büßte zuletzt 0,1 Prozent ein auf 16.285 Punkte, und der TecDax lag 0,2 Prozent im Minus bei 1219 Punkten.

„Von der Einstellung 'Das wird schon alles gut' haben inzwischen doch einige Investoren Abstand genommen und sagen sich stattdessen, 'Womöglich könnte doch etwas Schlimmes kommen'“, sagte Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. In diesem Umfeld suchten Investoren sichere Anlagen und fragten verstärkt Bundesanleihen nach.

Die Wall Street verzeichnete am Donnerstag ebenfalls ein Plus. Der Dollar erfreute sich einer anhaltend starken Nachfrage. Die Federal Reserve hatte am Mittwochabend angekündigt, die monatliche Dosis ihrer Kapitalhilfen um zehn auf 65 Milliarden Dollar zu reduzieren. Zu einem Korb aus sechs wichtigen Währungen legte der Greenback daraufhin 0,6 Prozent zu. Auch zu den Devisen der Schwellenländer wertete der Dollar weiter auf.

Seit die USA die Zinswende eingeleitet haben, ziehen Anleger massiv Gelder aus den Schwellenländern ab. Das hängt zum einen mit der Hoffnung auf attraktivere Renditen mit Dollar-Anlagen, zum anderen aber auch mit hausgemachten Problemen der betroffenen Länder zusammen. Zudem sind deren Volkswirtschaften besonders eng mit China verflochten, und jeder Hinweis auf ein Stottern der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft belastet deren Finanzmärkte besonders stark. „Wenn China schwächelt, zieht das als erstes die Schwellenländer mit„, so Rahn. „Noch ist nicht klar, wie weit das geht, und das führt zu der hohen Volatilität am Markt.“ Zuletzt hatten sich die Anzeichen auf eine schwächere Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verdichtet.

Zur türkischen Lira verteuerte sich der Dollar um 0,6 Prozent und zum südafrikanischen Rand um 1,1 Prozent. Damit notierte er so hoch wie zuletzt im Oktober 2008. Der russische Rubel rutschte auf den niedrigsten Stand seit März 2009. Der Euro fiel zum ersten Mal in dieser Woche unter die Marke von 1,36 Dollar.
Die Aufwertung der US-Währung machte sich in sinkenden Kursen am Rohstoffmarkt bemerkbar. Händler verwiesen darauf, dass für wichtige Konsumenten in Asien die Einkaufspreise dadurch stark stiegen, das spiegele sich in einer geringeren Nachfrage wider. Der Preis für Kupfer fiel auf den tiefsten Stand seit zwei Monaten, Gold verbilligte sich um rund zwei Prozent.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat trotz einer deutlichen Zunahme der Arbeitslosenzahl auf über drei Millionen einen so guten Jahresauftakt erlebt wie lange nicht mehr. Erstmals seit 15 Monaten waren im Januar nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) wieder weniger Menschen arbeitslos gemeldet als ein Jahr zuvor.

Kommentare (19)

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30.01.2014, 09:37 Uhr

Gott sei Dank, dass diese ungesunde Geldpolitik langsam aber sicher zum Ende kommt. Von einer "normalen" Situation, insbesondere bei dem Zinsniveau, sind wir allerdings noch weit entfernt. Deshalb werden etwas niedrigere Aktienkurse zum Wiedereinstieg genutzt werden. Zur Zeit gibt es zu Aktien halt immer noch keine Alternative.

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30.01.2014, 09:53 Uhr

Das Gute im Schlechten:
MIt jedem Tag den es weiter runter geht steigen die Chancen für eine langfristig starke Gesamtrendite.
Frage also: Wann ist der mutige und vertretbare Zeitpunkt zuzuschlagen.
Ich denke, dass bei guten Nachrichten die Börse sehr schnell wieder aufholen kann. Derzeit vernachlässigte und traditionell träg reagierende europäische KOnsumtitel sehen derzeit langfristig erfolgversprechend aus, zumal akzeptable Dividendenrendite.

Account gelöscht!

30.01.2014, 10:17 Uhr

Wen meinen Sie - Nestle, Unilever, Danone + Bierproduzenten?

Grundsätzlich stimme ich Ihnen in dem Punkt zu - gerade langfristig. Kurzfristig sprechen m.M.n. ein KGV von 19 + vermutlich schlechte Quartalszahlen eher noch fürs Abwarten.

Die Unsicherheit wächst gerade & es sind doch einige noch bei 9600/9700 eingestiegen, die jetzt kalte Füsse bekommen.

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