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28.02.2014

17:47 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt in Sichtweite des Allzeithochs

Nach zahlreichen Anläufen schließt der Dax am Freitag oberhalb der 9600-Punkte-Marke. Der Leitindex schafft den höchsten Tagesgewinn seit anderthalb Wochen, am Allzeithoch biss er sich jedoch die Zähne aus.

US-Daten helfen Dax auf die Sprünge

Video: US-Daten helfen Dax auf die Sprünge

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FrankfurtLang hat es gedauert bis der Dax an diesem Freitag die 9600-Punkte-Marke langfristig überwinden konnte. Doch mit einer gut gelaunten Wall Street im Rücken nahm das deutsche Marktbarometer am Nachmittag die Hürde und hatte am Abend sogar die nächste Hundertermarke im Blick. Am Ende schloss der Deutsche Aktienindex mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 9692 Punkten und ist nur noch knapp 100 Punkte von seinem Allzeithoch von 9794 Zählern entfernt.

Für den deutschen Leitindex war es dies der höchste Tagesgewinn seit anderthalb Wochen. Der MDax notierte 0,2 Prozent fester bei 16.857 Punkten. Der TecDax rückte sogar 1,7 Prozent vor auf 1283 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx50 kehrte ebenfalls zurück ins Plus, zählte 3139 Stellen und ging damit 0,2 Prozent stärker aus dem Handel.

Zwar wuchs die US-Wirtschaft im vierten Quartal 2013 nur um 2,4 Prozent - knapp unter dem von Ökonomen prognostizierten Wert von 2,5 Prozent - doch die Börsen auf beiden Seiten des Atlantiks stiegen weiter an, fand man doch im harten US-Winter einen Schuldigen.

Eine überraschend stabile Inflation im Euro-Raum hatte die Märkte bis lang in den Nachmittag rein beunruhigt, hatte doch ein Teil der Anleger auf eine weiter sinkende Teuerung gesetzt und damit auf eine Ausweitung der ultralockeren Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank gehofft.

Die Teuerungsrate im Euro-Raum im Februar blieb nach einer vorläufigen Schätzung der Europäischen Statistikbehörde mit 0,8 Prozent so hoch wie im Januar. Börsianer spekulieren nun über den Kurs der Währungshüter, die am nächsten Donnerstag zu einer EZB-Ratssitzung zusammenkommen werden um über weitere Maßnahmen zu entscheiden.

Am Vormittag konnte auch ein starker deutscher Einzelhandel den Dax nicht weiter vorantreiben. Im Januar stieg der Umsatz der Branche so kräftig wie seit fast sieben Jahren nicht mehr. Sie zogen preisbereinigt (real) um 2,5 Prozent zum Vormonat an, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Ökonomen hatten ein Prozent Wachstum erwartet, nachdem im Dezember noch ein Minus von 2,1 Prozent gestanden hatte.

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Die Konsumlaune der Deutschen ist wegen der Rekordbeschäftigung und der Aussicht auf steigende Löhne derzeit so gut wie seit sieben Jahren nicht mehr, fanden die Nürnberger Marktforscher der GfK bei ihrer monatlichen Verbraucherumfrage heraus. Allerdings profitiert der Einzelhandel nur bedingt davon, weil das Geld derzeit vor allem in Dienstleistungen, Renovierungen oder Reisen fließt.

Am späten Nachmittag hellten weitere Konjunkturdaten die Stimmung weiter auf. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex für Februar stieg überraschend auf 59,8 Punkte , verglichen mit 59,6 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 56,4 Punkte gerechnet. Das Verbrauchervertrauen der Uni Michigan zog im Februar ebenfalls überraschend an und verbesserte sich von 81,2 auf 81,6 Punkten zuvor.

Kommentare (17)

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28.02.2014, 07:53 Uhr

" eine konjunkturstimulierende Geldpolitik sei noch für eine geraume Zeit angemessen. Das Ende der Konjunkturhilfen peile sie für den Herbst an. "

Sie ist ja auch nicht so ungeschickt und bindet den Leuten auf die Nase, dass bei verbessernder Lage auf dem Arbeitsmarkt Herbst auch Juli heißen kann. Oder dass eine kräftige Frühjahrsbelebung den Zeitpunkt schneller näher rücken lässt. In jedem Fall ist die Geldparty vorbei.

Von Bernanke lernen, heißt nicht wie er im Mai 2013 schon vor der Zeit die Pferde scheu zu machen *g*

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28.02.2014, 11:19 Uhr

Solange das mit der Ukraine geht,halte ich ein ATH für unwahrscheinlich.Zweitens:Eine Leitzinssenkung wird nicht kommen,da die "PIIGS-Rendite" fällt.Somit ist das unnötig.Im Gegenteil,Deutschland bekam jetzt schon zweimal bei Auktionen nicht alle Papiere los,weil der Zins der geboten wird,unter der Inflationsrate liegt.Das die es bestimmte Leute gibt,die immer wieder mit Negativzinsen spekulieren,liegt schlicht daran,dass sie die Blase weiter befeuern wollen.Ich halte Draghi aber für so klug,dass nicht zu tun.Bisher konnte er sich,mit Weidmann u.a. zusammen gegen solche Wünsche der EZB-Vertreter aus Österreich und Frankreich durchsetzen.

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28.02.2014, 11:33 Uhr

".Das die es bestimmte Leute gibt,die immer wieder mit Negativzinsen spekulieren,liegt schlicht daran,dass sie die Blase weiter befeuern wollen.Ich halte Draghi aber für so klug,dass nicht zu tun."

Richtig, das sehe ich genau so. Außerdem sind Draghi politisch die Hände gebunden. Aleihekäufe und Zinssenkungen sind für absehbare Zeit ausgeschlossen. Auch angesichts der hohen KGV in den populären Indices und der Gefahr, der im plötzlichen Kollabieren dieser Aktienblase(n) liegt, werden die Notenbanken keine unnötigen Anstrengungen mehr unternehmen, die Geldmenge zu vergrößern. (Es gibt natürlich noch andere Gründe, nicht weiter zu drucken)

Wir haben das Limit erreicht bzw. überschritten, da die positiven Wirkungen die negativen nicht einmal mehr aufwiegen...

Höchststände im Dax erwarte auch ich nicht mehr.



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