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07.06.2011

16:49 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt knapp über 7.100 Punkte

Der deutsche Aktienmarkt hat der pessimistischen Stimmung trotzen und eine minimale Erholung verbuchen können. Von Entwarnung will jedoch niemand sprechen.

Skeptischer Blick: ein "Xetra-Spezialist" an der Börse in Frankfurt. Quelle: dapd

Skeptischer Blick: ein "Xetra-Spezialist" an der Börse in Frankfurt.

FrankfurtDer Dax hat am Dienstag einen Erholungsversuch gestartet. Trotz negativer Indikatoren schloss der deutsche Leitindex mit einem leichten Plus von 0,3 Prozent bei 7.103 Punkten. Zeitweise schaffte er es sogar bis auf 7.148 Zähler. Banken und Broker hatten vor Eröffnung noch mit einem leichten Abschlag von 0,3 Prozent auf 7.066 Punkte gerechnet. Händler verwiesen auf Schnäppchenjäger, die das günstige Kursniveau zum Einstieg nutzten. Auch positive Konjunkturdaten hätten dem Dax gestützt, sagte Marktanalyst Andre Saenger von IG Markets. So waren im Euroraum die Umsätze des Einzelhandels im April deutlich stärker gestiegen als erwartet. Der MDax der mittelgroßen Werte aber gab am Dienstag um minimale 0,04 Prozent nach auf 10.656,04 Punkte. Der TecDax lag mit 0,5 Prozent im Minus bei 894,24 Punkten.

In den vergangenen vier Handelstagen hatte der deutsche Leitindex zeitweise knapp vier Prozent an Wert verloren bis auf ein Tief bei 7.021 Zählern. "Wir befinden uns derzeit in einem Stimmungstief", sagte ein Börsianer. Seitdem sich die wirtschaftlichen Hiobsbotschaften aus den USA häuften, seien die Investoren vorsichtig gestimmt. Große Sprünge im Dax seien nicht zu erwarten. Zudem dürfte das Thema „Finanzhilfen für Griechenland“
den Markt noch ein Stück weiter begleiten.

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Industrieaufträge steigen spürbar

Die deutsche Industrie hat im April deutlich mehr Aufträge erhalten als erwartet. Im Monatsvergleich seien die Aufträge bereinigt um 2,8 Prozent gestiegen, teilte das Wirtschaftsministerium in Berlin mit. Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Experten hatten mit einem Zuwachs um lediglich 1,9 Prozent gerechnet. Die Bestellungen aus den Inland stiegen um 2,1 Prozent, die Auslandsnachfrage kletterte mit 3,4 Prozent noch stärker. Starke Zuwächse meldeten die Hersteller von Investitionsgütern (plus 4,9 Prozent) und Konsumgütern (plus 3,6, Prozent). Bei den Vorleistungsgütern ging das Ordervolumen hingegen um 0,3 Prozent zurück. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich (März/April gegenüber Januar/Februar) nahmen die Auftragseingänge um 0,4 Prozent ab. In dieser Rechnung gingen sowohl die Aufträge aus dem Inland als auch aus dem Ausland leicht zurück. Darüber hinaus wurde der Rückgang des Vormonats wesentlich schwächer als bislang ausgewiesen. So sind die Neuaufträge im März nicht um 4,0 Prozent gesunken, sondern nur um 2,7 Prozent. Im Jahresvergleich stieg das Auftragsvolumen im April um bereinigt 10,5 Prozent, nach revidiert 10,1 (9,7) Prozent im Vormonat.

Versorger an Dax-Spitze

E.ON kletterten um 3,2 Prozent und profitierten dabei auch von positiven Analystenkommentaren. RWE konnten derweil knapp 2,2 Prozent zulegen. "Man muss sehen, dass die Titel im Zuge der ganzen Atomdebatte seit Anfang Mai rund 15 Prozent verloren haben" sagte ein Marktteilnehmer. "Da scheint es für einige an der Zeit, wieder einzusteigen." Kreisen zufolge will sich RWE zudem gegen den Atom-Abschaltplan der Bundesregierung wehren. E.ON notierten zuletzt so niedrig wie seit März 2009 nicht mehr, RWE war auf den tiefsten Stand seit Juni 2004 gefallen. Die UBS nahm am Dienstag die E.ON-Aktien auf ihre "key call list" auf. Das 20-prozentige Minus seit Jahresbeginn sei nicht gerechtfertigt, schrieb Analyst Patrick Hummel

Positiver Kommentar hilft ThyssenKrupp

ThyssenKrupp stiegen nach einer Kurszielerhöhung von Cheuvreux um 2,6 Prozent. Laut den Analysten von Cheuvreux hat Thyssen gute Wachstumschancen. Sie erhöhten das Kursziel auf 60 von 50 Euro und bestätigten ihre Bewertung "Selected List". Die Papiere des Stahlkonzerns Salzgitter notierten im MDax 2,4 Prozent fester.

Infineon nach Aussagen zum Wachstum gefragt

Infineon profitiert von Wachstumsaussagen

Die Aussicht auf ein stabil hohes Wachstum hat Infineon-Anlegern am Dienstag gefallen. Die Titel stiegen um 1,4 Prozent und gehörten damit zu den größten Dax-Gewinnern. Der Chiphersteller verzeichnet eine anhaltend hohe Nachfrage von Autoherstellern und Industriekunden und rechnet daher langfristig mit einem jährlichen Umsatzplus von mindestens zehn Prozent. Das Unternehmen hatte auf eine Veranstaltung vor Analysten zudem gesagt, für Übernahmen gut gerüstet zu sein. Die Konzernaussagen sorgten für eine positive Stimmung, sagte ein Händler.

Sky Deutschland klettert im MDax

Im MDax folgten Anleger einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs und griffen bei Sky Deutschlands zu. Die Aktien des Bezahlsenders verteuerten sich um 5,3 Prozent und waren damit Favorit in dem Nebenwerteindex. Die US-Bank Goldman Sachs hat die Papiere von "Neutral" auf "Conviction Buy" hochgestuft und das Ziel von 2,72 auf 5,00 Euro erhöht. Die Analysten begründeten dies damit, dass die jüngsten Ergebnisse auf eine deutliche Verbesserung der Verfassung des Bezahlsenders hinwiesen.

Hugo Boss mit Übernahmephantasien

Aktien von Hugo Boss konnten am Dienstag dank Spekulationen um einen möglichen Interessenten zulegen. Sie stiegen um 1,1 Prozent. Börsianer verwiesen auf einen Bericht der französischen Zeitung "La Tribune", demzufolge Pinault-Printemps-Redoute (PPR) einen größeren Zukauf plant. Dabei stehe das deutsche Modehaus auf der Einkaufsliste des Puma-Mutterkonzerns. Als weitere mögliche Ziele wurden Prada, Burberry und Polo Ralph Lauren genannt. Allerdings hatte Großaktionär Permira erst angekündigt, sich derzeit nicht von seinen Anteilen an dem Modekonzern trennen zu wollen.

Ehrgeizige Prognose lockt Anleger in Gesco

Die im SDax gelisteten Aktien der auf Werkzeug- und Maschinenbauer spezialisierten Beteiligungsgesellschaft Gesco verteuerten sich um 2,2 Prozent und legten damit stärker zu als der Nebenwerte-Index.
Der SDax notierte 0,2 Prozent fester. Die Prognosen für das Geschäftsjahr 2011/12 lägen über den Erwartungen, schrieb Equinet-Analyst Holger Schmidt. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung für die Titel. Der Konzernumsatz soll laut Unternehmen auf 390 Millionen Euro klettern und der Überschuss nach Anteilen Dritter auf 19 Millionen Euro zulegen.

Commerzbank wird alle Aktien für Kapitalerhöhung los

Die mit Steuergeld gestützte Commerzbank hat ihre Mega-Kapitalerhöhung erfolgreich abgeschlossen und damit wie geplant den Großteil ihrer Staatshilfen abgeschüttelt. Die deutsche Nummer Zwei auf dem Bankenmarkt wurde alle neuen Aktien am Markt los, wie das Institut mitteilte. 99,94 Prozent der Altaktionäre hätten von ihrem Bezugsrecht Gebrauch gemacht. Die restlichen neuen Papiere und diejenigen Aktien, für die das Bezugsrecht ausgeschlossen war, wurden den Angaben zufolge am Markt verkauft. Im letzten Schritt der Kapitalbemühungen sammelte das Geldhaus wie geplant vier Milliarden Euro ein. Mit den Einnahmen aus der zweistufigen
Kapitalerhöhung und eigenen Mitteln zahlt die Bank nun 14,3 der insgesamt 16,2 Milliarden Euro zurück, die sie während der Krise als Garantie (Stille Einlage) vom Staat erhalten hatte. Die Papiere bewegten sich nicht.

Fluggesellschaften im Blick

Abschläge hinnehmen mussten erneut Lufthansa, die sich um 0,9 Prozent verbilligten. Schon am Montag hatten die Papiere von Deutschlands größter Fluggesellschaft ein Prozent verloren, nachdem der Verband IATA seine Gewinnprognose für die Branche halbiert hatte. Um 0,7 Prozent legten hingegen die Anteilsscheine von Air Berlin zu. Dem Unternehmen macht auch Monate nach den Umstürzen in Tunesien und Ägypten die Verunsicherung deutscher Urlauber zu schaffen. "Die beiden Länder werden immer noch zögerlich gebucht; und die auf den Kanarischen Inseln erhöhten Kapazitäten können den Ausfall nicht vollständig ersetzen", sagte Konzernchef Joachim Hunold laut Pressemitteilung auf der Hauptversammlung in London. Als Marktführer auf den Strecken von Deutschland nach Nordafrika habe das Unternehmen zu Jahresbeginn zahlreiche Flüge streichen müssen.

Kommentare (3)

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DAX

07.06.2011, 11:22 Uhr

HB schreibt und die Kurse bröckeln...40 Punkte in 15 minuten ist doch was.The trend is your friend und der zwigt nach Süden

Account gelöscht!

07.06.2011, 12:06 Uhr

das scheint hier ja morgens der klassische contra-indikator zu sein...

DAX

07.06.2011, 21:53 Uhr

Ich sagte ja....Süden.Dow verliert so gut wie alles in der letzten stunde.Asien wird genauso reagieren.ab ins schwimmbad morgen

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