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04.03.2014

17:40 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt knapp unter 9600 Punkten

Einen Krieg zwischen der Ukraine und Russland wird es vorerst nicht geben. Die Börsianer atmen tief durch und kehren an die Börsen zurück. In Frankfurt konnte der Dax einen Großteil seiner Verluste wieder wettmachen.

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FrankfurtDie Dax-Anleger sind erleichtert. Vorerst wird es keine russische Militäroperation gegen die Ukraine geben. Das jedenfalls sagte der russische Präsident Wladimir Putin in einem Fernsehen-Interview. An Märkten reagierten die Akteure mit einem Rückkauf der gestern abgestoßenen Aktien.

Der Dax, der von Beginn an im Plus notierte, baute im Anschluss an das Interview seine Gewinne noch deutlicher aus. Am Ende schloss er mit einem dicken Plus von 2,5 Prozent auf 9589 Zählern. Damit konnte der Dax einen großen Teil seiner gestrigen Verluste wieder wettmachen.

In der zweiten Reihe gingen die Indizes ebenfalls mit einem dicken Plus aus dem Handel. Der MDax notierte 2,3 Prozent fester auf 16.826 Punkte. Der TecDax verzeichnete einen Aufschlag in Höhe von 2,8 Prozent auf 1276 Zähler.

Der russische Micex, der gestern noch über elf Prozent abgeben musste, konnte heute immerhin über fünf Prozent zulegen.

Auch an der Wall Street holten die Kurse auf. Der Dow Jones lag 1,2 Prozent im Plus auf 16.367 Punkten. Der S&P-500 erklomm mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 1870 Punkten sogar ein neues Rekordhoch.

„Das hört sich alles sehr deeskalierend an“, sagte ein Börsianer. „Die Kriegsgefahr scheint damit geringer zu werden.“ Von einer Lösung des Konflikts kann aber noch lange nicht die Rede sein. Die Lage bleibe angespannt und die Marktteilnehmer nervös, sagte ein Händler. „Unsere Blicke bleiben fest auf den News-Ticker gerichtet.“

Auch wenn eine Militäraktion vorerst vom Tisch zu sein scheint, dürfte der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland nur wenig von seiner Brisanz eingebüßt haben. Dieser könnte sich nämlich auf eine ökonomische Ebene verschieben. Heute erst hatte Gazprom seine Gas-Rabattverträge mit der Ukraine aufgekündigt. Weitere wirtschaftliche Sanktion seitens russischer Staatsunternehmen dürften folgen.

Auf internationaler Ebene sind die Meinungsverschiedenheit ebenfalls noch nicht ausgeräumt. Besonders kritisch ist das Verhältnis zwischen den USA und Russland. Am Morgen hatte ein Kreml-Berater Drohungen gegen die USA ausgesprochen, falls diese Sanktionen gegen Russland verhängen. Sollte etwa die Regierung in Washington die Konten russischer Geschäftsleute und anderer Personen einfrieren, werde Moskau allen Haltern von US-Staatsanleihen empfehlen, diese zu verkaufen.

Von den Drohgebärden lassen sich die Amerikaner nicht beirren. Nach Angaben eines Regierungsvertreters wollen die USA Sanktionen gegen Russland umsetzen. Dies werde „höchst wahrscheinlich sehr bald“ geschehen. Man gehe von einigen Tagen, nicht Wochen aus.

Darüber hinaus sollen die USA nun bereit sein der Ukraine bei ihren Energieversorgungsproblem zu helfen. US-Außenminister John Kerry kündigte bei seiner Ankunft in Kiew an, dass der Ukraine eine Milliarde Dollar Hilfe für die Versorgung von Gas und Strom bereitgestellt werden sollen. Außerdem sollen Experten in das Land entsandt werden, um der Ukraine bei der Bekämpfung der wirtschaftlichen Probleme und der Korruption zu helfen.

Kommentare (6)

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04.03.2014, 11:57 Uhr

Wenn man die Aktienkurse anschaut, könnte man meinen, dass der Krieg abgesagt ist.

Account gelöscht!

04.03.2014, 13:24 Uhr

Welcher Krieg soll denn bitteschön abgesagt werden? Die nächsten Tage und vielleicht auch Wochen bleiben sicherlich spannend. Weitere Rücksetzer sind natürlich nicht auszuschließen. Ich halte mich aber an "kaufen wenn die Kanonen donnern", Rücksetzer werden für Nachkäufe genutzt.

Account gelöscht!

04.03.2014, 13:41 Uhr

Das ist die reine Lehre! Sozusagen Marktwirtschaft pur!
Gestern all raus wegen Unsicherheit, heute alle rein: Wohl doch nicht so unsicher! Die Börse hat halt immer recht!
Wer glaubt, dass deswegen weniger Leutchen zum Starbucks gehen oder weniger Nivea Creme einkauft wird der muss das alles sehr ernst nehmen und verkaufen.
Alle anderen bleiben drin und warten allenfalls auf Nachkaufgelegenheiten.

Ansonsten mal wieder: Danke liebe Medien: Ein neuer Nicht-Krieg wird gehypt(es möge so bleiben).... die ganzen anderen Katastrophen dieser Welt von Syrien bis Afganistan, das interessiert niemanden mehr, weil es den Medien auch zu aufwendig wäre da was wirklich Interessantes zu bringen.
Soviel auch zum Thema "Legitimität der Fakten" in der Tagesdiskussion.

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