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25.01.2013

17:43 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt knapp unter Fünf-Jahres-Hoch

Am deutschen Aktienmarkt herrschte Kauflaune. Der Ifo-Index sorgte für eine positive Überraschung. Die Rückzahlungen an die EZB waren ebenfalls ein großes Thema am Markt und Solarworld schockierte die Anleger.

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FrankfurtEs herrschte Optimismus am deutschen Aktienmarkt. Anleger haben nach Veröffentlichung des besser als erwartet ausgefallenen Ifo-Indizes bei Aktien zugegriffen. Der Dax schloss 1,4 Prozent höher bei 7.857 Punkten - knapp unter dem höchsten Stand seit fünf Jahren den er im Laufe des Handelstags mit 7.865 Punkten erreicht hatte. Auf Wochensicht hat der Dax ein Plus von rund zwei Prozent geschafft.

Entscheidender Impuls war am Freitag der Ifo-Index. Nach kurzer Talfahrt ist die deutsche Wirtschaft wieder überraschend gut in Schwung gekommen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex, das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, stieg im Januar zum dritten Mal in Folge und weit stärker als erwartet. Die Unternehmen bewerteten sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch ihre Aussichten für das kommende halbe Jahr besser. „Der Optimismus kehrt zurück“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Freitag in München.

Der Geschäftsklimaindex war nach sechs Monaten Talfahrt schon im November und Dezember wieder gestiegen und legte im Januar noch kräftiger zu, von 102,4 auf 104,2 Punkte. Die Fabriken sind laut Ifo nach dem Rückgang im letzten Quartal 2012 jetzt wieder besser ausgelastet, die Auftragsbücher der Exportindustrie und der Bauunternehmen füllen sich.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Tender-Rückzahlungen im Fokus

Wie die EZB am Freitag in Frankfurt mitteilte, wollen kommende Woche 278 Institute die erste Gelegenheit nutzen und insgesamt 137,2 Milliarden Euro an die EZB zurückzahlen. Damit geben mehr als die Hälfte der beteiligten Häuser zur vorzeitigen Ablösung entschlossen.

Das Geld hatten sie sich Ende 2011 von ihr beim ersten von zwei je drei Jahre laufenden Refinanzierungsgeschäften geliehen. Für die EZB beginnt damit der schrittweise Ausstieg aus ihren zahlreichen Krisenmaßnahmen, mit denen sie viele angeschlagene Banken seit Jahren päppelt. Von Reuters befragte Analysten und Geldmarktexperten hatten damit gerechnet, dass zunächst rund 100 Milliarden Euro an die Zentralbank zurückfließen.

Die Ratings der Euro-Länder

Belgien

S&P Rating: AA
Ausblick: Negativ
Moody's Rating: Aa3
Ausblick: Negativ
Fitch Rating: AA
Ausblick: Stabil

Deutschland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Estland

S&P Rating: AA-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A1
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Finnland

S&P Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Frankreich

S&P Rating: AA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aa1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Griechenland

S&P Rating: B-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Caa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: B
Ausblick: Stabil

Irland

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Italien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Baa2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Luxemburg

S&P Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Malta

S&P Rating: BBB+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A3
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Niederlande

S&P Rating: AA+
Ausblick: Negativ

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Negativ

Österreich

S&P Rating: AA+
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Aaa
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: AAA
Ausblick: Stabil

Portugal

S&P Rating: BB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba2
Ausblick: Positiv

Fitch Rating: BB+
Ausblick: Negativ

Slowakei

S&P Rating: A
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: A2
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: A+
Ausblick: Stabil

Slowenien

S&P Rating: A-
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Ba1
Ausblick: Negativ

Fitch Rating: BBB+
Ausblick: Negativ

Spanien

S&P Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Moody's Rating: Baa3
Ausblick: Stabil

Fitch Rating: BBB
Ausblick: Stabil

Zypern

S&P Rating: B
Ausblick: Positiv

Moody's Rating: Caa3

Ausblick: Negativ

Fitch Rating: B-

Ausblick: Stabil

„In dem Fall, dass der Betrag heute diesen Wert deutlich übertrifft, dürfte mit ordentlichem Rückenwind für den Euro zu rechnen sein“, schreibt Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Schließlich würde dies bedeuten, dass sich die Lage an den Finanzmärkten in den vergangenen Monaten deutlicher verbessert habe als bislang angenommen.

Der Euro-Kurs zeigte sich vor diesem Hintergrund stark. Ein Euro kostete 1,3471 US-Dollar, ein Plus von 0,7 Prozent zum Vortag.

Kommentare (45)

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Anleger

25.01.2013, 09:23 Uhr

e.on Kursziel 5€ und Solarworld 5 cent bis Ende des Jahres.wer braucht denn Stromerzeuger?der kommt doch aus der Steckdose...

Kostolany

25.01.2013, 09:31 Uhr

Die Apokalypse macht sich klammheimlich vom Acker,
die Deutschen Konzerne ihre Arbeit,
solange die die Sozis in schwarzem, grünem und rotem
Gewand es zulassen.

Bullenmarkt

25.01.2013, 09:57 Uhr

Klick Klack Boom. Alle Bären erlegt xD Seit 09:50.

War aber auch klar. Immer wieder diese Rücksetzer unter 7700, die sofort wieder gekauft wurden. Was nicht runter will, geht halt hoch.

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