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20.12.2011

16:39 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mehr als drei Prozent höher

Wird es jetzt doch noch was mit der von manchem Anleger erhofften Jahresendrally? Trotz der Belastungen durch die Staatsschuldenkrise - das Geschäftsklima in Deutschland scheint das nicht zu tangieren.

Die Dax-Kurve in Frankfurt: Die Schuldenkrise sorgt für unberechenbare Kurse. dapd

Die Dax-Kurve in Frankfurt: Die Schuldenkrise sorgt für unberechenbare Kurse.

Nach anfänglicher Zurückhaltung haben Anleger nach Bekanntgabe eines positiven Ifo-Geschäftsklimaindex am Dienstag wieder kräftig zugegriffen. Zum Handelsstart hatte noch die erneute Weigerung von EZB-Präsident Mario Draghi, den Ankauf von Staatsanleihen auszudehnen, den Markt belastet.

Der deutsche Leitindex schloss am späten Nachmittag mit einem deutlichen Plus von 3,1 Prozent bei 5.847 Punkte zu. Der MDax gewann 2,8 Prozent auf 8.731 Punkte. Der TecDax stieg um 2,5 Prozent auf 676 Zähler.

Zum Jahresende hat sich die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Firmen überraschend aufgehellt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex für Dezember stieg den zweiten Monat in Folge auf 107,2 Zähler von 106,6 Punkten im Vormonat, wie das Münchner Ifo-Institut mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Rückgang auf 106,1 Zähler gerechnet. Die befragten Manager beurteilten die Geschäftsperspektiven für die kommenden sechs Monate besser und schätzten die aktuelle Lage unverändert ein. Der Ifo-Index ist das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer, das die Entwicklung der kommenden Monate zuverlässig vorhersagt.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

- 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

- 1,5 Prozent

Dow Jones

- 0,6 Prozent

Nikkei

+ 0,5 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent

Euro

1,3036 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.612 Dollar (- 0,1 Prozent)

Öl (Brent)

108,33 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Markus Huber, Händler bei ETX Capital hob hervor, dass es sich um den zweiten ifo-Anstieg in Folge handelt. Interessant sei vor allem, „dass sich nicht nur die gegenwärtige Lage besser als erwartet hält, sondern dass auch die Zukunftserwartungen weniger düster als erwartet ausgefallen sind.“ Nach Aussage von HSBC-Analyst Thomas Amend signalisieren die aktuellen ifo-Daten, dass keine ausufernde Rezession in Deutschland zu befürchten sei. Zuvor hatte sich bereits der GfK-Konsumklimaindex für Januar überraschend stabil gezeigt. Zum ersten Mal seit fünf Monaten stiegen im Dezember die Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung.

''Mit Glück entgeht Deutschland einer Rezession''

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Das überraschend gute Geschäfts- und Konsumklima in Deutschland hat am Dienstag Titeln der Einzelhandelsbranche Auftrieb gegeben. Metro gehörten mit einem Plus von 3,8 Prozent zu den Gewinner im Dax. „Es sieht zudem charttechnisch so aus, als hätten die Metro-Aktien ihren Tiefpunkt erreicht“, sagte ein Händler. Dem GfK-Konsumklimaindex zufolge stiegen die Erwartungen der Verbraucher in Deutschland an die wirtschaftliche Entwicklung zum ersten Mal seit fünf Monaten wieder.

Auf der Verkaufsliste standen die Papiere der Deutschen Telekom nach der geplatzten Übernahme der Tochter T-Mobile USA durch AT&T. Die Aktien gaben um bis zu 2,1 Prozent nach, den tiefsten Stand seit knapp vier Wochen. „Das ist ein harter Rückschlag für Telekom-Chef Obermann, aber so richtig überrascht hat der gescheiterte Deal nicht mehr“, sagte ein Händler.

Ein Bericht über die Suche Daimlers nach einem Großaktionär in China hat den Titeln am Dienstag Auftrieb gegeben. Die Aktien des Autobauers setzten sich mit einem Plus von sechs Prozent an die Dax -Spitze. Das „Manager Magazin“ hatte berichtet, dass Daimler nach Interessenten für eine Beteiligung in Höhe von fünf bis zehn Prozent an dem Stuttgarter Konzern Ausschau halte. Daimler wollte sich dazu nicht äußern. „Die Aktie profitiert von der Hoffnung, dass die Suche auch erfolgreich ist“, sagte ein Händler. Im Fahrwasser des Daimler-Kursanstiegs legten die Titel des Erzrivalen BMW um 4,3 Prozent zu.

Kommentare (40)

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Account gelöscht!

20.12.2011, 06:43 Uhr

Eine Frage, nur knapp abseits vom DAX:

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit für eine Währungsreform über die Weihnachts- und Neujahrstage? Der Zeitpunkt wäre möglicherweise nicht ungeeignet.

Der Logik nach müssten die Machthabenden ihre Strategie ändern, wenn sie glauben, vom geänderten Verhalten einen höheren Nutzen zu haben. Könnte es inzwischen so weit sein?

Mich wundert, dass in den Medien die Zweifel am Euro überhand zu nehmen scheinen. Insbesondere den gestrigen DM-Artikel im Handelsblatt-Online fand ich krass.

Account gelöscht!

20.12.2011, 07:32 Uhr

Das Handelsblatt (Online) ist längst keine Quelle mehr, die immer seriös ist.
Aufwiegeln, wochenlang von "Jahresendrally" schwadronieren, vom einen Extrem ins andere schreiben. Das ist das Handelsblatt und dazu passen die Pseudo-Trader optimal. Das Handelsblatt ist verkommen zu einem Fürsprecher des permanenten Geldumschichtens, koste es was es wolle. Anleger mit ruhiger Hand nehmen das HB kaum noch zur Kenntnis!
Zur Frage:
Ich habe immer wieder vor den Risiken gewarnt und sehe die auch heute sehr klar. Inzwischen hat man hier und da begriffen, was uns blüht. Aber eine Währungsreform bis Neujahr? Heiterkeit!
Politik ist duchgeknallt. Aber nicht derart verrückt; insbesondere ist das keine Entscheidung von Politikern alleine. Eine "klassische" Währungsreform würde die Konjunkturdellen in Abgründe verwandeln. Warum sollte man das tun? Noch hat die EZB (als letzter Anker) unglaubliche Möglichkeiten einer "vergleichsweise sanften" Inflationierung. Noch haben die "Notstaaten" außer Griechenland eigene Möglichkeiten. Bis es zu einem Cut kommt, fließt noch viel Wasser den Rhein hinunter. Ich glaube übrigens nicht an den "globalen" Cut. Eher Quantitive Easing bis zum Abwinken. Aber selbst das ist allenfalls in Ansätzen begonnen worden.
Bleiben Sie ruhig. Falls die Inflationsängste Sie nicht zu sehr quälen, warten Sie mit einer Steierung der Aktieninvestments bis zum März, April 2012. Man wird dann noch günstig einkaufen können, denke ich.
Frohe Feiertage und entspanntes Feiern!

sterbende_demokratie

20.12.2011, 07:34 Uhr

Ihre Vermutung würde bedeuten, das im dt. Bundestag über Nacht Hirn vom Himmel gefallen währe.
Damit ist leider kaum zu rechnen.

Stattdessen brüstet sich der Volksverkäufer Schäuble doch bereits damit, bereits im kommenden Jahr die doppelte Summe (also über 8 Mrd Euro) in den ESM einbezahlen zu wollen als zunächst vereinbart. Das der -die dt. Staatsouveränität veruntreuende- ESM bis dato (zum Glück) noch nicht einmal den Bundestag passiert hat, stört diesen geisteskraken Verbrecher dabei offensichtlich auch nicht.

Dazu kommen noch die auf dem Gipel vereinbarten weiteren "Zuschüsse" in den Weltwährungsfond.

Wozu sollten also noch all diese Veruntreuungen dt. Steuergelde geleistet werden wenn man tatsächlich beabsichtigen würde zur Vernunft mit eigener Währung zurückzukehren? Dazu müsste mDeutschland zunächst erst einmal Politiker haben die auch für ihr Land agieren. Die sind hier aber doch ausgestorben.

Ansonsten, ja es stimmt schon. Es bleibt beim dt. Haftungsrahmen von 211 Mrd....äh natürlich 211 Billionen Euro. Amen

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