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29.01.2016

18:02 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt miserablen Monat versöhnlich ab

Am letzten Handelstag des Januars beflügelt die schwache US-Konjunktur die Kurse. Das macht Euroland bei Anlegern attraktiv. Doch die Tagesgewinne können nicht über die verheerende Monatsbilanz hinwegtäuschen.

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Frankfurt am MainDie Konjunktur in den USA hat sich Ende 2015 schlechter entwickelt als erwartet. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandsprodukt – auf das Jahr gerechnet – nur noch um 0,7 Prozent zu. Vor allem die Exporte gingen zurück. Sie schrumpften um 2,5 Prozent. Die Schwäche der USA hilft dem Dax. Der kann zwar schon seit dem Morgen Gewinne verbuchen. Doch mit der US-Konjunkturmeldung ging es um einen gehörigen Satz nach oben. Bis zum Handelsschluss ist der deutsche Leitindex 1,6 Prozent auf 9797 Punkte gestiegen. Im Wochenverlauf kann der Dax damit um 0,7 Prozent leicht zulegen.

Dennoch schließt der Dax damit einen miserablen Handel im ersten Monat des Jahres ab. Allein im Januar hat der Dax knapp ein Zehntel seines Wertes verloren. Ähnlich schlecht lief es für den Euro Stoxx 50, der in den vergangenen vier Wochen um knapp acht Prozent seines Wertes sank.

Der Euro hat gegenüber dem Dollar jedoch eingebüßt, und zwar um einen Cent. Um 17.50 Uhr kostete ein Euro 1,0830 US-Dollar, und damit etwa ein Prozent mehr als noch am Donnerstag. Das verbilligt die deutschen Exporte und trug damit zu den steigenden Werten im Dax bei.

Zunächst hatten jedoch die am Vormittag veröffentlichten Inflationszahlen des Euro-Raums die Stimmung gedämpft. Der Dax hatte Gewinne eingebüßt. Im Dezember lag die Teuerungsrate in der Euro-Zone nur bei 0,2 Prozent und damit deutlich unter dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB.

Dennoch sieht es an der Börse weiter danach aus, als wollten die Anleger heute die gestrigen Verluste wieder wettmachen. Das liegt zu großen Teilen auch an einer überraschenden geldpolitischen Lockerung in Japan.

Die japanische Nationalbank hat am Freitag einen Strafzins für Bankeneinlagen eingeführt. Damit folgt die Bank einem ähnlichen Kurs wie die Europäische Zentralbank (EZB), welche diesen so genannten Strafzins für die Geldhäuser noch weiter gesenkt hat. An den Finanzmärkten führte die BOJ-Entscheidung zu einem deutlichen Anstieg des Nikkei -Aktienindexes. Dieser schloss rund 2,8 Prozent höher.

Auch die Vorgaben lassen auf Erholung hoffen. Die leichte Ölpreiserholung hat die US-Anleger optimistisch gestimmt. Außerdem kamen einige am Donnerstag veröffentlichten Bilanzen mehrerer Großkonzerne – darunter Caterpillar und Facebook – bei den Anlegern gut an. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,8 Prozent höher auf 16.069 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,6 Prozent auf 1893 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,9 Prozent auf 4506 Punkte zu.

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Unter Beobachtung steht am Freitag der Kurs von Amazon. Der Onlinehändler hat im boomenden Weihnachtsgeschäft einen Rekordgewinn eingefahren und trotzdem für Enttäuschung gesorgt. Zwar kam der Konzern Forderungen von Anlegern nach und schrieb ungeachtet kostspieliger Investitionen erstmals seit 2012 drei Quartale in Folge schwarze Zahlen. Steigende Kosten im operativen Geschäft schürten jedoch Sorgen, dass das Nettoergebnis nicht so schnell neue Dimensionen erreichen wird. Die in Frankfurt notierte Amazon -Aktie brach am Freitag um zehn Prozent ein. „Im Vergleich mit anderen Einzelhändlern ist Amazons Rentabilität immer noch schmerzlich schwach“, sagte Neil Saunders vom Analysehaus Conlumino. Von 100 Dollar bleibe bei Amazon weniger als ein Dollar als Gewinn hängen.

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