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20.08.2014

17:34 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mit moderaten Verlusten

Spekulationen auf eine baldige Zinserhöhung in den USA versetzten dem deutschen Aktienmarkt am Mittwoch einen Dämpfer. Am Abend konnte der Dax jedoch größere Verluste wett machen, schloss dennoch im Minus.

Händler an der Frankfurter Börse: Wann verlässt der Dax den Krisenmodus? dapd

Händler an der Frankfurter Börse: Wann verlässt der Dax den Krisenmodus?

FrankfurtDie Unklarheit über den weiteren Kurs der US-Notenbank Fed sorgte am deutschen Aktienmarkt für Zurückhaltung. Der deutsche Leitindex notierte am Mittwoch zeitweise 0,9 Prozent im Minus, kämpfte sich am Abend jedoch wieder zurück auf 9314 Punkte und schloss somit 0,2 Prozent unter seinem Vortagesschlusses. Investoren warteten mit Spannung auf neue Hinweise zum Zeitpunkt der ersten Zinserhöhung in den USA. Am Abend steht die Veröffentlichung des Protokolls der Juli-Ratssitzung auf der Agenda, am Donnerstag beginnt die hochrangig besetzte Konferenz der US-Notenbank in Jackson Hole, auf der neben der Fed-Chefin Janet Yellen und EZB-Präsident Mario Draghi auch die Notenbankgouverneure der Bank of Japan, der Bank of England und der brasilianischen Notenbank sprechen.

Der MDax schloss 0,4 Prozent tiefer auf 15.906 Punkten. Für den TecDax ging es um 0,1 Prozent auf 1222 Punkte nach unten. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,1 Prozent.

Deutlich nach oben ging es dagegen für die US-Währung, da höhere Zinsen Investitionen im Dollar-Raum attraktiver machen würden. Die jüngsten Konjunkturdaten zeigten eine zunehmende Dynamik der US-Wirtschaft und stärkten damit die Argumente für eine Zinserhöhung, urteilten die Analysten der Metzler Bank. Zur japanischen Landeswährung kletterte der Dollar in der Spitze um 0,4 Prozent auf 103,34 Yen, den höchsten Stand seit Anfang April. Der Euro fiel auf 1,3286 Dollar zurück und notierte damit auf dem tiefsten Stand seit mehr als elf Monaten.

Impulse für den Handel gab es von wirtschaftlicher Seite kaum. Trotz des unerwartet schwachen zweiten Quartals hält die Bundesregierung vorerst an ihrer Wachstumsprognose für 2014 fest. „Wir sehen derzeit keinen Korrekturbedarf unserer Wachstumsprojektion“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Sontowski am Mittwoch.

Derzeit erwartet die Regierung ein Wachstum von 1,8 Prozent für 2014. Viele Banken-Ökonomen hatten ihre Prognose auf etwa 1,5 Prozent gesenkt, nachdem das Bruttoinlandsprodukt zwischen April und Juni überraschend um 0,2 Prozent geschrumpft war. Die französische Regierung hat nach einem ebenfalls schwachen Frühjahr ihre Prognose auf 0,5 Prozent halbiert. 

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Juli 2014 um 0,8 Prozent niedriger als im Juli 2013, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Die Erzeugerpreise gegenüber Juni 2014 sanken um 0,1 Prozent. Die Vorgaben der internationalen Börsen sind durchwachsen. Der Nikkei schloss kaum verändert. An der Wall Street dürften die Kurse zu Handelsbeginn ebenfalls etwas nachgeben, wie die US-Futures signalisierten.

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Unter den Einzelwerten waren die Kursbewegungen vor allem auf Analystenkommentare zurückzuführen. Siemens notierten nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs 0,3 Prozent fester. Nach Einschätzung der Analysten hat sich die Ergebnisqualität in den letzten Quartalen zunehmend verbessert. Sie stuften die Titel hoch auf „Buy“ von „Neutral“ und setzten das Kursziel auf 118 von 115 Euro. Eon rückten um 0,66 Prozent vor - die Analysten der SocGen hatten die Titel auf „Hold“ von „Sell“ hochgenommen.

Ein möglicher Zukauf in den USA hat den Aktien von Infineon zu schaffen gemacht. Die Titel fielen bei anziehendem Umsatz 1,4 Prozent auf 8,59 Euro und damit an die vorletzte Dax-Position. Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg soll das Unternehmen vor dem Kauf einer in den USA ansässigen Chip-Firma für etwa zwei Milliarden Dollar stehen. Unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen, berichtete Bloomberg, Einzelheiten könnten noch am Mittwoch bekanntgegeben werden. Allerdings könnten die Pläne auch noch scheitern. Ein Sprecher von Infineon sagte, das Unternehmen kommentiere keine Marktgerüchte. Er bekräftigte zugleich, der Markt werde schon seit geraumer Zeit sondiert.

Die Aktien von Hochtief stiegen im MDax um 0,55 Prozent. Das Bild rund um den Essener Baukonzern dürfte sich in den kommenden Monaten aufhellen, hieß es von der UBS. Im TecDax honorierten Anleger die Zusammenarbeit der Biotechunternehmen Morphosys mit Emergent BioSolutions, die einen Wirkstoff gegen Prostatakrebs gemeinsam entwickeln und vermarkten wollen. Die Aktien legten 0,8 Prozent zu.

Die Aktien des Spezialisten für Außenwerbung Ströer büßten nach der Vorlage von Quartalszahlen ihre Gewinne aus dem frühen Handel ein und fielen mit einem Minus vom mehr als drei Prozent an das Ende im SDax.

Der wichtigste Termin steht erst nach Börsenschluss an: Um 20 Uhr (MESZ) wird das Sitzungsprotokoll zur letzten Sitzung des Federal Open Market Committees veröffentlicht. Außerdem steht in dieser Woche auch die alljährliche Konferenz der US-Notenbank Fed in Jackson Hole im Fokus. Von der Tagung, die von Donnerstag bis Samstag stattfindet, erhoffen sich Investoren Signale für den weiteren Kurs der Fed.


Kommentare (53)

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Herr Edi Haas

20.08.2014, 07:51 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Edi Haas

20.08.2014, 07:56 Uhr

Man sollte noch wissen das das FED-Protokoll um 20 Uhr veröffentlicht wird.
Warum wohl NACH Handelsschluss???
Natürlich,dann können einige Calls wieder wertlos gemacht werden um dann am Donnerstag ihre 300% Auferstehung zu feiern.
Keiner wundert sich darüber oder schreibt was,nur ich.
Dabei war es dort,im Schattenmarkt noch nie so einfach Schnäppchen zu kaufen ohne Risiko.

Herr Edi Haas

20.08.2014, 09:15 Uhr

Das VORbörsliche TH wurde gerade um 3 Punkte verfehlt,das geht natürlich nicht und muss noch innerbörslich bestätigt werden.
Die gestrigen Schnäppchen NACHhandelsschluss,gestern fast wertlos jetzt schon wieder Einsatz verdoppelt
so einfach ist Geld verdienen mit System und verstehen der Technik.

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