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03.07.2012

17:58 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mit sattem Plus

Weltweit hoffen Anleger auf eine Lockerung der Geldpolitik seitens der EZB und der Fed. Dax-Investoren freut es, denn der deutsche Leitindex schließt am dritten Tag infolge mit kräftigen Zuwächsen.

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DüsseldorfIn der Hoffnung auf neue Zentralbank-Hilfen für die lahmende Wirtschaft haben Anleger wieder bei Aktien zugegriffen. Dabei kauften sie vor allem Werte, die in den vergangenen Monaten besonders stark unter Druck geraten waren.

Der Dax ging 1,3 Prozent höher bei 6.578 Zählern aus dem Handel. Der europäische Stoxx50 gewann 1,1 Prozent. Die Wall Street notierte zum europäischen Handelsschluss ebenfalls höher, der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag 0,2 Prozent im Plus, die Nasdaq 0,3 Prozent. "Sollte die EZB am Donnerstag mit einer Zinssenkung und einem klaren Hinweis auf mehr Hilfen für die schwache Wirtschaft aufwarten, dann könnte das genug Zündstoff für eine Sommer-Rally am Aktienmarkt sein", sagte Bill O'Neill, der für Merrill Lynch die europäischen Investments verantwortet.

Volkswirte gehen inzwischen fast einhellig davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag den Leitzins erstmals in der Geschichte der Währungsunion unter ein Prozent senken wird. Schließlich deuteten auch die jüngsten Konjunkturdaten keinerlei wirtschaftliche Besserung an.

Auch die US-Notenbank Fed gerät immer mehr in Zugzwang: Die US-Industrie war im Juni laut einer Umfrage des ISM-Instituts erstmals seit rund drei Jahren geschrumpft. Nun haben Anleger den Arbeitsmarktbericht am Freitag im Blick. Eine herbe Enttäuschung auch an dieser Front dürfte die Spekulationen um eine weitere geldpolitische Lockerung in der weltgrößten Volkswirtschaft ("QE3") weiter anheizen, prognostizierte die Metzler Bank.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Trotz der guten Stimmung an den Märkten hält der bayerische Finanzminister Markus Söder die Rettungsbemühungen für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone für gescheitert. "Griechenland kann und will es wohl nicht schaffen", sagte der CSU-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". "Aus meiner Sicht muss man ein Ausstiegsszenario für Griechenland vorbereiten." Griechenland sei wirtschaftlich kaputt und könne mit dem Euro keinen Neuanfang bewältigen. Die übrigen Länder der Euro-Zone würden durch einen Ausstieg der Griechen aus der Gemeinschaftswährung mittlerweile keinen Schaden mehr nehmen. "Würde Griechenland heute insolvent gehen, wäre das schlimm für das Land, aber für den Rest Europas wäre das Risiko beherrschbar", sagte Söder.

Am Rentenmarkt setzte sich dagegen die Entspannung fort. Sowohl die Renditen der spanischen Staatsanleihen als auch der Bund-Future gingen leicht zurück. Doch wie am Vortag blieb die Skepsis. "Sorgen, dass die jüngsten EU-Gipfelbeschlüsse den Weg in eine Haftungsgemeinschaft geebnet haben und der Status deutscher Anleihen als sicherer Hafen gefährdet sein könnte, halten den hiesigen Rentenmarkt in Schach", fasste Helaba-Analyst Ralf Umlauf zusammen.

Der Bund-Future lag nach gut zwei Handelsstunden mit 141,46 Punkten 22 Ticks im Minus. Die Rendite der spanischen zehnjährigen Staatsanleihen sank auf 6,36 Prozent von 6,40 Prozent am Vorabend. Die entsprechenden italienischen Renditen lagen kaum verändert bei 5,72 Prozent.

Für weiteren Auftrieb sorgte, dass die Erzeugerpreise der EWU für Mai im Berichtsmonat mit 0,5 Prozent so stark wie seit drei Jahren nicht mehr gesunken sind. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Hauptursache für den Rückgang waren sinkende Kosten bei der Energie, die um 1,4 Prozent nachgaben.

Auf der andren Seite schiebt die Angst vor Lieferengpässen die Ölpreise an. Ein Fass (159 Liter) Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 97,88 Dollar, US-Leichtöl der Sorte WTI kostete mit 84,30 Dollar 0,7 Prozent mehr. Der in Teheran einflussreiche Parlamentsausschuss für nationale Sicherheitsfragen und Außenpolitik hatte am Vortag einen Gesetzentwurf zur Blockade der Wasserstraße von Hormus vorgelegt. "Iran ist immer ein Faktor, und es hat das Potenzial einen dramatischen Einfluss auf die Ölpreise zu haben", erklärte Ben Le Brun, Marktanalyst bei OptionsXpress in Sydney. Seit dem 1. Juli hat die EU einen Lieferstopp über Öl aus dem Iran verhängt.

Kommentare (62)

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Tomate

03.07.2012, 07:53 Uhr

Heute zündet die Bananen Dax Kursrakete nochmal durch und nimmt die 6600 Marke. Confused Days könnte man sagen, sogar die 7000 sind ein realisisches Ziel lockert die EZB ihre Geldpolitik nach der kommenen Sitzung. Short ist erstmal out-of-order und diese Call-Welle unbedingt mitnehmen.
Nach den geldpolitischen Maßnahmen sind es aber schwarz aus und dank dem Euro Desaster sind dann 6300 wieder ein realistisches Kursziel für den Rückwärtsgang.

Account gelöscht!

03.07.2012, 07:56 Uhr

"Es war die Nachtigall und nicht die Lerche", liebe Bullen und Zweckoptimisten. Der Dax speist sich aus dem flüchtenden Kapital Südeuropas. Und natürlich aus der Hoffnung auf den nächsten Schuss.



OMG

03.07.2012, 08:47 Uhr

Ich vermisse das Eingeständnis der Besserwisser, dass man den DAX-Verlauf nicht so einfach prognostizieren kann, wie man dachte. Stattdessen ist es nur peinlich still.

Weder hanseatische "Überlegenheit" noch "realistisches" Insiderwissen bzw. Feeling verhelfen momentan zu Börsengewinnen. Im Gegenteil führen sie zu schlimmen Verlusten. Oft ist es tatsächlich besser, zu wissen, dass man nichts weiss.

Ganz sicher wird es auch wieder abwärts gehen. Wann? Vielleicht bald. Aber es wird bei mindestens 6500 anfangen und nicht bei 6000.

Ein Zeichen von Intelligenz wäre es, seinen Irrtum zuzugeben. Es wäre angenehm den anderen gegenüber, aber hauptsächlich zum eigenen Nutzen. Ich bin gespannt.

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