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15.12.2015

18:06 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mit über 300 Punkten im Plus

Einen Tag vor der Fed-Zinsentscheidung greifen die Anleger an den Aktienmärkten wieder zu. Damit hat sich der Dax deutlich von seinen Verlusten am Montag erholt. Der Euro kommt unter Druck.

Das wird Mittwoch an der Börse wichtig

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FrankfurtSchnäppchenjäger haben dem Dax am Dienstag neuen Schwung verliehen. Einen Tag vor der Entscheidung über die erste US-Zinserhöhung seit fast zehn Jahren legte der Leitindex um satte drei Prozent auf 10.450 Zähler zu. Insbesondere die Lufthansa und die Deutsche Telekom trieben den Dax nach vorn. Beide Aktien legten um rund fünf Prozent zu. Mit einem Plus von 1,2 Prozent war die Münchner Rück noch der schwächste Wert. Der MDax der mittelgroßen Aktienwerte stieg um 2,62 Prozent auf 20.485 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 2,73 Prozent auf 1789 Punkte.
Gute Stimmung herrschte auch an internationalen Börsen. Der Euro Stoxx 50 gewann 3,3 Prozent und notierte zum Handelsschluss bei 3242 Punkten. In den USA liegt der Dow Jones mit einem Prozentpunkt im Plus auf 17.537 Punkten.

„Die Anleger kommen zur Besinnung und erkennen, dass ein Crash und Panik an den Märkten noch nie durch Dinge ausgelöst wurde, denen man sich wie im Falle der wahrscheinlichen Zinsanhebung sehenden Auges nähert“, betonte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets.

In den vorangegangenen beiden Wochen hatten sie unter anderem wegen der Turbulenzen am Rohöl-Markt mehr als zehn Prozent eingebüßt. Auch bei den Rohstoffen beruhigte sich die Lage. Die richtungsweisende Ölsorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 38,51 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie am Vortag auf ein Sieben-Jahres-Tief von 36,33 Dollar gefallen war.

Der Eurokurs ist am Dienstag nach robusten US-Konjunkturdaten unter Druck geraten und unter 1,10 US-Dollar gefallen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,0936 US-Dollar. Sie notierte damit deutlich unter ihrem am Vormittag erreichten Tageshöchstkurs von 1,1060 Dollar. In den USA war die Jahresinflationsrate im Dezember überraschend deutlich auf 0,5 Prozent gestiegen. Die Kerninflationsrate, die schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise ausschließt, stieg auf 2,0 Prozent. Diesen Wert strebt die US-Notenbank (Fed) für die Gesamtinflation an.

Die Fed wird am Mittwoch aller Voraussicht nach erstmals seit zehn Jahren den Leitzins wieder anheben. Christian Funke, Vorstand beim Vermögensverwalter Source For Alpha, betonte, dass in den Zinserhöhungszyklen der vergangenen Jahrzehnte sowohl Wall Street als auch Dax in den zwölf Monaten nach der ersten Anhebung zugelegt hätten. „Deshalb ist es für Investoren ratsam, bei einer Einleitung der Zinswende durch die Fed nicht panisch die Aktienmärkte zu verlassen“, fügte Funke hinzu.

Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black warnte dagegen vor überzogenen Erwartungen an die europäischen Börsen. „Es bleibt abzuwarten, wie lange die Märkte dafür büßen müssen, dass EZB-Chef Mario Draghi die Erwartungen zu stark geschürt hat.“ Die Enttäuschung über die aus Anlegersicht zu geringe Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat Dax & Co. in den vergangenen Tagen zugesetzt. Die Währungshüter verlängerten ihr Anleihe-Ankaufprogramm bis mindestens März 2017, tasteten das monatliche Volumen von 60 Milliarden Euro aber nicht an. Mit diesen Geldspritzen will die EZB die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, verhindern.

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