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25.06.2014

17:44 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mit Verlusten

Die Krisen im Irak und in der Ukraine haben am Mittwoch Anleger am deutschen Aktienmarkt vorsichtig gestimmt. Enttäuschende US-Konjunkturdaten erhöhten am Nachmittag den Druck auf die Kurse. Anleger suchten Sicherheit.

Die Krise in der Ukraine und die anhaltende Gewalt im Irak bereitete Dax-Anlegern am Mittwoch sorgen. Der Dax schloss im Minus. dpa

Die Krise in der Ukraine und die anhaltende Gewalt im Irak bereitete Dax-Anlegern am Mittwoch sorgen. Der Dax schloss im Minus.

FrankfurtAm deutschen Aktienmarkt haben die Anleger am Mittwoch das Risiko gescheut und Aktien überwiegend verkauft. Sie reagierten damit auf eine anhaltend angespannte geopolitische Lage im Irak und in der Ostukraine. Der Dax schloss 0,7 Prozent schwächer auf 9867 Punkten. Der Euro Stoxx 50 verlor 0,9 Prozent. „Während im Irak der Vormarsch der Isis-Milizen nach wie vor nicht gestoppt werden konnte, erlitt der erst jüngst gestartete Friedensprozess in der Ukraine durch den Abschuss eines ukrainischen Militärhubschraubers einen argen Dämpfer“, stellte LBBW-Investmentanalyst Uwe Streich fest.

„Die Gemengelage macht einfach nervös“, sagte ein Händler. Viele Anleger suchten daher die Sicherheit deutscher Bundesanleihen. Der Bund-Future auf die zehnjährigen Papiere stieg um 68 Ticks auf 146,79 Punkte. Die Rendite der zehnjährigen Papiere fiel auf 1,270 von 1,323 Prozent. Dies war der niedrigste Stand seit Mai 2013.

Die grössten Fehler der Anleger

Risikotoleranz

Die Neigung, Risiken einzugehen, ist mit zwei demografischen Faktoren verbunden: Geschlecht und Alter. Frauen sind normalerweise vorsichtiger als Männer und ältere Menschen sind weniger bereit, Risiken einzugehen, als jüngere Leute. Die Konsequenzen der Verhaltensökonomik für Anleger sind klar: Wie wir uns bei der Geldanlage entscheiden und wie wir uns bei der Verwaltung unserer Anlage entscheiden, hängt sehr davon ab, wie wir über Geld denken. [...] Sie demonstriert, dass Marktwerte nicht ausschließlich von den gesammelten Informationen bestimmt werden, sondern auch davon, wie menschliche Wesen diese Informationen verarbeiten.

Übertriebene Zuversicht

An sich ist Zuversicht ja keine schlechte Sache. Aber übertriebene Zuversicht ist etwas ganz anderes, und sie kann besonders im Umgang mit unseren Finanzangelegenheiten Schaden anrichten. Übertrieben zuversichtliche Anleger treffen nicht nur für sich selbst dumme Entscheidungen, sondern diese wirken sich auch sehr stark auf den Mark als Ganzes aus.

Kurzfristiges Denken

Menschen [legen] zu viel Wert auf wenige mehr oder wenige zufällige Ereignisse [...] und meinen, sie würden darin einen Trend erkennen. Insbesondere sind Anleger tendenziell auf die neuesten Informationen fixiert, die sie bekommen haben, und ziehen daraus Schlüsse. So wird der letzte Ergebnisbericht in ihrem Denken zum Signal für künftige Gewinne. Und da sie meinen, sie würden etwas sehen, das andere nicht sehen, treffen sie dann aufgrund oberflächlicher Überlegungen schnelle Entscheidungen.

Verlustaversion

Der Schmerz durch einen Verlust [ist] viel größer als die Freude über einen Gewinn. Bei einer 50:50-Wette, bei der die Chancen exakt gleich sind, riskieren die meisten Menschen nur dann etwas, wenn der potenzielle Gewinn doppelt so groß ist wie der potenzielle Verlust. Das nennt man asymmetrische Verlustaversion. [...] Auf den Aktienmarkt bezogen bedeutet dies, dass sich die Menschen beim Verlust von Geld doppelt so schlecht fühlen, wie sie sich gut fühlen, wenn sie einen Gewinn erzielen. Diese Abneigung gegen Verluste macht Anleger übertrieben vorsichtig, und das hat einen hohen Preis. [...] Wir wollen alle glauben, wir hätten gute Entscheidungen getroffen, und deshalb hängen wir zu lange an schlechten Entscheidungen, in der vagen Hoffnung, die Dinge werden sich noch wenden.

Verdrängen

Wir neigen dazu, das Geld geistig auf verschiedene Konten zu buchen, und dies bestimmt, wie wir es verwenden. [...] Zudem wurde die geistige Buchhaltung als Grund angeführt, weshalb Menschen schlecht laufende Aktien nicht verkaufen: In ihren Augen wird der Verlust erst real, wenn sie ihn realisieren.

Quelle: Robert G. Hagstrom, Warren Buffett. Sein Weg. Seine Methode. Seine Strategie., Börsenbuchverlag 2011.

In der zweiten Reihe hielten sich die Aktionäre ebenfalls zurück. Der MDax ging 0,8 Prozent leichter auf 16.710 Punkten aus dem Rennen. Der TecDax verlor 1,2 Prozent auf 1305 Punkten. In der USA signalisierte die Wall Street zuletzt dagegen leichte Gewinne, obwohl am Mittag veröffentlichte US-Konjunkturdaten schlechter ausfielen als erwartet. So schrumpfte die US-Wirtschaft im ersten Quartal um 2,9 Prozent und damit stärker als mit 1,7 Prozent erwartet. Die Auftragseingänge für langlebige Güter gingen im Mai überraschend um ein Prozent zurück.

An den Börsen in Asien haben die Anleger am Mittwoch Kasse gemacht. Der MSCI-Index für die Region Asien-Pazifik ohne Japan gab rund 0,4 Prozent nach. In Tokio verlor der Leitindex Nikkei 0,7 Prozent und ging mit 15.266 Punkten aus dem Handel. Das am Dienstag von Ministerpräsident Shinzo Abe vorgestellte Reformpaket zur Ankurbelung der Konjunktur in Japan hatte kaum Überraschungen gebracht.


Nach dem enttäuschenden Zahlen des Ifo-Geschäftsklimaindex vom Vortag, lieferte am Mittwoch die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) aus Nürnberg in einer Studie Erkenntnisse zur Kauflaune der Deutschen. Demnach lässt die Senkung des Leitzinses auf ein neues Rekordtief das Konsumklima um 8,9 Punkte steigen. Die Sparneigung der Verbraucher sei „abgestürzt“, ihre Anschaffungsneigung im Gegenzug habe zugenommen. Daneben werden in den USA die Wirtschaftsdaten für das erste Quartal erwartet.

Das Wachstum der deutschen Wirtschaft wird sich nach Prognose des DIW-Instituts im ablaufenden zweiten Quartal mehr als halbieren. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um nur noch 0,3 Prozent zulegen, sagte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) am Mittwoch voraus. Zu Jahresbeginn hatte es - begünstigt vom milden Winter - noch ein Plus von 0,8 Prozent gegeben. Besonders die Investitionen dürften sich „angesichts der gestiegenen Unsicherheit im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise moderater als zuletzt entwickeln“. Stütze der Konjunktur bleibe dagegen dank merklicher Lohnsteigerungen der private Konsum. Auch die Exporte dürften im Frühjahr kräftig zugelegt haben.

Kommentare (9)

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Account gelöscht!

25.06.2014, 10:26 Uhr

Erster!
Sie Schlafmützen :-)

Account gelöscht!

25.06.2014, 12:20 Uhr

BMSA hat zwar keine Freude gemacht, aber weniger als 10.000 € gekostet. Damit ist lediglich ein normaler Tagesverdienst weg, und der Tag im Ar... That´s all.

Wer kein Geld verlieren kann, der kann auch keins gewinnen und hat im Börsenhandel per se schon mal nix zu suchen. Mund abputzen und weiter arbeiten. Fertig.


Grüße aus Downtown-Mainhattan. Der schönsten Stadt Deutschlands. And the heartbeat of financial €urope.


X_TRADER®
- selbst. Börsenhändler -
Algo- und System-Trading

Account gelöscht!

25.06.2014, 13:46 Uhr

Für 10.000 Euro am Tag würde ich nicht mehr aufstehen.

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