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27.01.2015

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt mit Verlusten

Nach enttäuschenden Bilanzen und schlechten US-Konjunkturdaten kannte der Dax am Dienstag nur eine Richtung: nach unten. Im Tagesverlauf verlor er zeitweise 200 Punkte und schloss 1,6 Prozent im Minus.

Börse am Abend

Dax lässt sich runterziehen

Börse am Abend: Dax lässt sich runterziehen

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FrankfurtNach seiner Rekordjagd zum Wochenstart hat der Dax am Dienstag eine Verschnaufpause eingelegt und deutlich Gewinne abgegeben. Nachdem der Index am frühen Morgen noch ein neues Allzeithoch bei 10.810 Punkten erklommen hatte, knickte er am Nachmittag ein und verlor im Verlauf des Tages bis zu 200 Punkte. Bei Handelsschluss stand er 1,6 Prozent im Minus auf 10.628 Punkten.

Der Dax ächzte unter schwachen Firmenbilanzen. Den ersten Rücksetzer gab es, als Siemens am Morgen in München seine Jahreszahlen verkündete. Der Gewinn des Unternehmens ist im vergangenen Quartal binnen Jahresfrist vor allem wegen Sondereffekten um ein Viertel eingebrochen.

Die Gewinner des EZB-Krisenkurses

Aktionäre

Seit Jahren ist das extrem billige Geld der Notenbanken wichtigster Schmierstoff der Börsen. Im Juni hievte eine EZB-Zinssenkung den Dax erstmals über 10.000 Punkte.

Banken

Für sie ist Zentralbankgeld günstig wie nie. Zudem entlastet die EZB über den Kauf von Kreditpaketen. Das soll Freiräume für neue Kredite schaffen und die Konjunktur ankurbeln.

Bundesfinanzminister

Zeitweise verdiente Deutschland mit der Aufnahme neuer Schulden Geld, weil Investoren negative Zinsen für Staatspapiere in Kauf nahmen. Letztlich profitieren davon auch die Steuerzahler.

Konsum

Auch wegen der mickrigen Sparzinsen sitzt Verbrauchern das Geld locker. Das freut Einzelhändler und hilft der Konjunktur.

Kreditnehmer

Auch wenn Banken die rekordniedrigen Leitzinsen von derzeit 0,05 Prozent nicht 1:1 an Kunden weitergeben – selten war es so günstig, die eigenen vier Wände oder eine neue Fabrikhalle zu finanzieren. Laut FMH-Finanzberatung sank der Effektivzins für Baugeld mit zehnjähriger Laufzeit von rund 4,9 Prozent im November des Krisenjahres 2008 auf rund 1,9 Prozent im November 2014.

Krisenstaaten

Die EZB kauft für sie Zeit, um Reformen umzusetzen.

Das Ergebnis nach Steuern schrumpfte auf knapp 1,1 Milliarden Euro, wie der Konzern vor seiner Hauptversammlung mitteilte. Während die Umsätze um drei Prozent auf 17,4 Milliarden Euro kletterten, sank der Auftragseingang um 13 Prozent auf rund 18 Milliarden Euro.

Für den Gewinnschwund machte Siemens unter anderem eine veränderte Zinslage und Schwankungen bei Finanzinstrumenten verantwortlichen. Die Konzernaktie verlor knapp drei Prozent binnen der ersten Handelsstunde und befindet sich auch gegen Mittag unter den Dax-Verlierern.

Dort weilten auch die Papiere der Banken: Die Branche leidet unter dem Machtwechsel in Griechenland, der die Börsianer in Frankfurt ansonsten eher kalt ließ. Für die Titel der Commerzbank ging es um 2,57 Prozent abwärts, Deutsche-Bank-Papiere fielen am Indexende um 4,13 Prozent. Hier richteten sich die Blicke bereits auf das vorläufige Jahresergebnis für 2014, das am Donnerstag erwartet wird. Analysten fürchten im Schlussquartal abermals Verluste wegen teurer Rechtsstreitigkeiten.

Am Nachmittag gingen die Kursverluste angesichts schwacher US-Konjunkturdaten weiter: Der Auftragseingang für langlebige Güter war im Dezember überraschend um 3,4 Prozent abgestürzt. Die Anleger glauben, dass schwächere Konjunkturdaten die US-Notenbank Fed dazu verleiten könnten, die erwartete Zinserhöhung nach hinten zu verschieben.

Kommentare (110)

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Rocco Siffredi (Riesenarschloch)

27.01.2015, 07:53 Uhr

Warum reduzieren Sie Ihre Dax-Artikel nicht auf:

Aktien sind alternativlos. Kaufen Sie aktien, egal zu welchem Preis.

Selbst der sonst so kritische HB-Redakteuer, der den Dax seit 8.000 Punkten für überbewertet hält und das in mehreren hundert Beiträgen immer wiederholt hat, schreibt doch tatsächlich in der gestrigen Ausgabe "Allerdings sind Aktien noch nicht zu teuer."

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/musterdepots-gefahren-der-maerkte-nehmen-zu/11283256.html

Herr Peter Noack

27.01.2015, 08:14 Uhr

Übertrifft der Dax noch im Januar 2015 die 11.000er Marke? Wie waren die Prognosen für den Dax 2015 noch vor 15 Handelstagen? Und nun? Breits die Ankündigung der EZB, Anleihen von Krisenstaaten aufkaufen zu wollen, hat die Börsenwerte der Indizes von Aktien und Anleihen im Euroraum um fast 500 Milliarden Euro gesteigert. Ohne einen einzigen Euro auszugeben, hat die EZB die Vermögen der reichen Europäer um über 500 Milliarden Euro oder 560 Milliarden Dollar erhöht. Das ist die eigentliche Meisterleistung. Dass die Realwirtschaft davon nichts hat und es deshalb keine neuen Umsätze, Arbeitsplätze, Gewinne oder Steuern gibt, kann man doch der EZB nicht anlasten, oder?

Herr Frank Bauer

27.01.2015, 08:17 Uhr

Wenn in einer Hausse noch so viele Mahnen und warnen befinden wir und meist erst am Anfang . Ach ja neue allzeithochs :-) ... Ach ja ich vergaß ... Freut sich ja keiner

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