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19.04.2012

17:49 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt nach Berg- und Talfahrt im Minus

Nach einer regelrechten Achterbahnfahrt hat der Dax den zweiten Tag in Folge im Minus geschlossen.. Zuvor hatten Gerüchte über eine mögliche Herabstufung Frankreichs den deutschen Leitindex unter Druck gesetzt.

Börse Frankfurt am Mittag

Video: Börse Frankfurt am Mittag

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FrankfurtTurbulente Anleihenmärkte und gemischt ausgefallene Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienhandel am Donnerstag in Atem gehalten: Nach einer orientierungslosen Berg- und Talfahrt ging der Dax am Abend mit einem Abschlag von 0,9 Prozent auf 6.671 Punkte aus dem Handel. Damit hat der Leitindex nach der Kursrally vom vergangenen Dienstag seine Gewinne mehrheitlich wieder abgegeben.

Wegen des relativ dünnen Handelsvolumen hätten sich die Indizes schnell in die ein oder andere Richtung bewegt, sagte Aktienhändler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Auch der MDax rutschte um 0,6 Prozent auf 10.601 Punkte ab, und der TecDax gab um 0,9 Prozent auf 775 Punkte nach.

Der Aktienhandel hatte zu großen Teilen im Sog der EU-Schuldenkrise gestanden. Die am Morgen positiv aufgenommene spanische Anleihenauktion und später die unbegründeten Gerüchte über eine bevorstehende Abstufung der Kreditwürdigkeit Frankreichs hatten den deutschen Aktienmarkt hin und her geworfen. Einen Dämpfer verpassten dem Handel zudem am Nachmittag gemischte US-Konjunkturdaten.

Die wichtigsten Termine der Woche

Donnerstag

Einen Stimmungsbericht über die US-Wirtschaft liefern die Frühindikatoren, der Industrieindex der Notenbank in Philadelphia sowie Daten vom Häusermarkt. Daneben kommen die wöchentlichen Arbeitsmarkt- und Erdgasberichte. Bank of America, Microsoft und Morgan Stanley berichten. RWE und VW laden zur Hauptversammlung.

Freitag

Börsianer schauen auf den ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland. General Electric und McDonald’s präsentieren ihre Quartalszahlen. Bei MAN und Merck ist Hauptversammlung.

Am Mittag hatten Gerüchte über eine mögliche Herabstufung Frankreichs für Nervosität unter Anlegern gesorgt. Mehrere Händler hatten an verschiedenen europäischen Handelsplätzen von Spekulationen über eine Herunterstufung des Länderratings Frankreichs gesprochen. Als Auslöser nannten sie eine Studie der Citigroup, der zufolge Moody's eine derartige Entscheidung im kommenden Herbst fällen könnte. Die Rating-Agentur hatte vor drei Tagen betont, sie plane vorerst keine Änderung der Bonitätsbenotung.

Die Spekulationen um Frankreich hatte gleichzeitig für Aufregung an den europäischen Anleihe- und Devisenmärkten gesorgt. Ein Ansturm auf die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen trieb den Bund-Future zeitweise auf ein Rekordhoch von 140,78 Punkten. Im Gegenzug fiel die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere auf einen Tiefstwert von 1,601 Prozent. Gleichzeitig sackte der Euro auf bis zu 1,3068 Dollar ab. Ein hochrangiger französischer Insider betonte, die Gerüchte seien unbegründet. Vor diesem Hintergrund legte sich die Aufregung an den Finanzmärkten etwas.

Die Verwirrung um das Frankreich-Rating drängte die Emission zwei- und zehnjähriger spanischer Staatsanleihen etwas in den Hintergrund. Die solide Nachfrage erleichterte die Marktteilnehmer zwar, angesichts der immer noch ungelösten Finanzprobleme des hoch verschuldeten Landes hielt sich die Freude aber in Grenzen. "Der Markt hatte ganz klar auf eine erfolgreiche Auktion gesetzt", sagte Zinsstratege Richard McGuire von der Rabobank. "Daher wurde die Messlatte für eine positive Überraschung angehoben."

Der Tag an den Märkten (Stand 17:40 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Spanien sammelte insgesamt 2,541 Milliarden Euro bei Investoren ein. Damit liegt das Emissionsvolumen knapp über der angepeilten Spanne von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro. Die Durchschnittsrendite der zweijährigen Papiere sank auf 3,463 Prozent von 3,495 Prozent bei der vorangegangenen Auktion, während diejenige der zehnjährigen Titel auf 5,743 von 5,403 Prozent anzog.

"Insgesamt sind die Auktionen weitestgehend so verlaufen, wie es zu erwarten war", sagte Christoph Thielmann, Betreuer für institutionelle Kunden beim Bankhaus Metzler. "Trotz der insgesamt soliden Auktion ist Spanien noch nicht aus dem Visier der Märkte. Die Diskussion über die Haushaltsprobleme der Spanier dürfte anhalten und weiter für Skepsis sorgen." In den Turbulenzen rund um die Frankreich-Gerüchte stiegen die Renditen für die zweijährigen spanischen Anleihen auf 3,505 Prozent und diejenigen der zehnjährigen Titel auf 5,921 Prozent.

Kommentare (73)

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Account gelöscht!

19.04.2012, 07:51 Uhr

„Kindergärtnerin und Horterzieherin mit zusätzlichem Prüfungsfach Wirtschaft und Recht (derzeit kein ausgeübter Beruf)“.

Wulffen wo es geht.

Das Aktienrecht und VW - Welten trefen aufeinander.

Hans_Dampf

19.04.2012, 08:07 Uhr

Sind Sie deppert...

Wie wärs mit einem Uni-Absolventen -ohne Bezug zum Konzern, einem "loyalen" Manager oder einer Heuschrecke?

Am besten wäre es, wenn jemand den Konzern öffnet, damit sich Dritte dran bereichern können.

Blofeht

19.04.2012, 08:15 Uhr

Im Januar wurde in panischen Postings der Verfall des Baltic Dry Index und die damit einhergehende Implosion des Welthandels beklagt. Aktuell steht der Index wieder bei 1006 $ nach einem Tiefstand von 647 $ am 03. Februar 2012. Dies entspricht einem Anstieg von 55 %.

So viel zur Aussagekraft von Kurzfristindikatoren. Heiße Luft bestimmt 90 % des Börsenalltags. Heute heißt die heiße Luft übrigens Spanien.

Die Welt wird untergehen, aber nicht heute und nicht am 21.12.2012. Vielleicht am 22.12.2012.

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