Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

25.10.2016

18:14 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt nach Jahreshoch ins Minus

Überwiegend gute Bilanzzahlen von Unternehmen aus der zweiten Reihe haben dem Aktienmarkt am Dienstag bis kurz vor Handelsschluss Rückenwind gegeben. Doch dann drehte der Dax noch ins Minus.

Börse am Abend

Dax auf Tauchstation - Telekom mit Aufwind

Börse am Abend: Dax auf Tauchstation -  Telekom mit Aufwind

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

FrankfurtEuropas Börsen haben am Dienstag nur vorübergehend Höhenluft geschnuppert. Am Ende fehlte dem Dax angesichts einknickender US-Börsen die Kraft für mehr. Er schloss nach einem Run auf ein frisches Jahreshoch kaum verändert bei 10.757 Punkten. Enttäuschende Firmenbilanzen großer US-Firmen trübten die Stimmung. „Der Markt rüstet sich für eine Zinsanhebung in den USA, zudem belastet die Unsicherheit vor den Präsidentschaftswahlen“, sagte ein Händler. „Deshalb werden Gewinne schnell wieder mitgenommen.“

Einen weiteren Dämpfer bekamen die Anleger, nachdem die Stimmung der US-Konsumenten sich im Oktober stärker als erwartet eintrübte. Der EuroStoxx50 verlor 0,2 Prozent auf 3087,41 Punkte. Dabei hatte sich der Ifo-Geschäftsklimaindex überraschend stark verbessert. „Es läuft rund in der deutschen Wirtschaft“, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. Wichtigste Stützen blieben der private Konsum und die Bauwirtschaft.

Dax-Jahreshoch: Die Tops und Flops seit Januar

Dax-Jahreshoch

Die Tops und Flops seit Januar

Trotz Dax-Jahreshoch: Nicht jedem Unternehmen ist es gut ergangen. Bankenaktien sind dabei nicht Schlusslicht.

Größter Dax-Verlierer waren die Aktien von ThyssenKrupp, die 3,1 Prozent auf 21,91 Euro. Der überraschende Chefwechsel beim Mutterkonzern des möglichen Fusionspartners Tata Steel machte dem Konzern zu schaffen. Der Tata-Mutterkonzern Tata Sons hatte am Montag überraschend den Abschied seines Chefs Cyrus Mistry nach rund vier Jahren an der Spitze des Mischkonzerns bekanntgegeben. Seit Monaten führt Thyssenkrupp Gespräche mit Tata Steel über eine Fusion seiner Stahlsparte mit den Indern. Einem Bericht des "Wall Street Journal" spricht Thyssen über einen Verkauf seines brasilianischen Stahlwerkes an den Wettbewerber Ternium.

Ebenfalls abwärts ging es für Deutsche Bank, die 1,6 Prozent auf 13,14 Euro abgaben. Zwischenzeitlich hatten sie sogar 3,3 Prozent niedriger gelegen. Dem TV-Sender Sky News zufolge könnte sich die Beilegung des Hypothekenstreits mit den US-Behörden bis zur Amtseinführung der neuen Regierung im Januar hinziehen. Auch liebäugelt der Konzern mit einer Vollintegration der Postbank, wie Reuters von Insidern erfuhr. „Damit wäre klar, dass ein Verkauf derzeit unmöglich ist“, kommentierte ein Händler. Zudem schraubten die Analysten von Morgan Stanley ihr Kursziel auf 13,70 von 14,50 Euro herunter.

Welche Anlageklassen wie wachsen

Bankeinlagen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,2 Prozent
- 2015: 5,5 Prozent
- Prognose für 2016: 4,0 Prozent

Quelle: Allianz Global Wealth Report

Wertpapiere

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 13,8 Prozent
- 2015: 6,1 Prozent
- Prognose für 2016: 2,5 Prozent

Versicherungen und Pensionen

- Durchschnittliches Wachstum 2012-2014: 6,4 Prozent
- 2015: 3,3 Prozent
- Prognose für 2016: 5,5 Prozent

Gefragt bei Aktienanlegern waren vor allem Telekomwerte. Der französische Konzern Orange verdiente im vergangenen Quartal unerwartet viel. Die Titel gewannen 4,1 Prozent und führten damit die Gewinnerliste im EuroStoxx50 an. Deutsche Telekom legten im Windschatten 3,1 Prozent zu. Schon am Montag hatten die Papiere hoch im Kurs gestanden, nachdem die Tochter T-Mobile US dank eines anhaltenden Kundenstroms ihren Quartalsgewinn verdoppelt hatte.

Höhere Abschreibungen auf faule Kredite brockten der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi erneut tiefrote Zahlen ein. Die Aktien stürzten in Mailand rund 15 Prozent ab.

Im Nebenwerteindex MDax machten der Triebwerksbauer MTU Aero und die Bayer -Kunststofftocher Covestro mit Prognoseanhebungen von sich reden. Anleger entschieden sich allerdings dafür, Gewinne einzustreichen. MTU fielen um 3,6 Prozent, Covestro gaben 2,4 Prozent ab.

An der Börse in Amsterdam griffen Investoren hingegen bei Randstad nach einem Gewinnanstieg zu. Die Aktien der zweitgrößten Zeitarbeitsfirma der Welt stiegen um drei Prozent auf den höchsten Stand seit fünf Monaten. Gute Geschäftszahlen halfen auch dem italienischen Hersteller von „Ray Ban“-Brillen, Luxottica, zu einem Kursplus von 4,4 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Guenther Lehmkuhl

25.10.2016, 16:46 Uhr

Bei solchen Überschriften kämpfe ich mit Übelkeit. Denn der Dax ist kein handelndes Subjekt, sondern ein Rechenergebnis, dessen kurzfristige Entwicklung weder Wesentliches über seine eigene längerfristige - durchaus wichtige - Entwicklung aussagt, noch über die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Aussagen über die Gründe für kurzfristige Dax-Schwankungen, haben nichts mit Analyse zu tun, wohl aber viel mit Spekulation.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×