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26.10.2011

18:00 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt schwach - Anleger misstrauen EU-Gipfel

Heute lenkte die Politik die Märkte. Die Abstimmung zur Hebelung des EFSF lähmte zunächst den Dax. Danach gab es für ihn kein Halten mehr. Für die restliche Handelswoche wird der heutige EU-Gipfel entscheidend sein.

Die europäische Gemeinschaftswährung steht heute im Fokus. Reuters

Die europäische Gemeinschaftswährung steht heute im Fokus.

DüsseldorfDie Ruhe vor dem Sturm. So könnte man heute das Motto unter dem die Börsen standen zusammenfassen. Lange passierte nichts. Der Dax regte sich kaum und auch die Nebenindizes verharrten auf ihren Positionen. Am Nachmittag erwachte der Leitindex dann aus seinem Tiefschlaf und schoss erst nach oben, um dann genau so schnell wieder zu fallen. Am Ende musste der Dax ein Minus von 0,5 Prozent auf 6.016 Punkte hinnehmen. Die zweite Reihe gab ein geteiltes Bild ab. Während der MDax 0,3 Prozent verlor auf 9.036 Zähler konnte der TecDax ein Plus von 0,5 Prozent auf 705 Punkte retten.

Bis zum Nachmittag verhielten sich viele Anleger bedeckt. Grund war die Abstimmung im Bundestag über die Hebelung des EFSF-Schirms. Keiner wagte das Risiko und so herrschte lange Zeit gespenstige Ruhe an Europas Börsen.

Die Regierungserklärung von Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte dann den Startschuss für den Dax. In einem dramatischen Appell erinnerte sie die Abgeordneten an ihre Verantwortung Europa gegenüber. Der Kontinent stehe in der schwierigsten Situation seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, sagte Merkel in einer Regierungserklärung vor dem EU- und Eurozonen-Gipfel. „Scheitert der Euro, scheitert Europa“, sagte Merkel. Es sei keineswegs selbstverständlich, dass es in Europa weitere 60 Jahren Frieden geben werde. Angesichts dieser Lage stünden auch die anderen europäischen Länder, die G20-Staaten und die Banken in der Pflicht, die Euro-Zone zu stabilisieren, betonte die Kanzlerin.

Die darauffolgende Wahl endete mit einer großen Mehrheit für eine Verstärkung des Euro-Rettungsschirmes EFSF. Für den gemeinsam von CDU, CSU,FDP und SPD und Grünen eingebrachten Entschließungsantrag stimmten 503 Abgeordnete, 89 Parlamentarier votierten dagegen, vier enthielten sich, wie Bundestagsvize-Präsidentin Katrin Göring-Eckardt mitteilte. Bundeskanzlerin Angela Merkel erhielt damit Rückendeckung für den Euro-Gipfel am Abend, zugleich wurde ihr Mandat für die Verhandlungen klar bestimmt.

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Nach der Wahl griffen die Anleger wieder vermehrt zu Aktien und schoben den Dax auf sein Tageshoch von 6.144 Punkten. Doch schnell wich der Mut wieder der Unsicherheit. Die Börsianer verkauften ihre Anteilsscheine und machten ihre Kursgewinne vom kurzzeitigen Hoch am Nachmittag zu Geld. Der Dax brach augenblicklich ein und rutschte auf sein Tagestief von 5.982 Zähler.

"Sie können noch kein Kaninchen aus dem Hut zaubern"

Grund für die Gewinnmitnahmen ist die Skeptik gegenüber dem heute stattfindenden Euro-Gipfel. Kaum jemand erwartet, dass die EU einen "Masterplan" zur Eindämmung der Schuldenkrise vorlegen wird und das trübt etwas den Optimismus. Der Luxemburger Ministerpräsident Jean Claude Juncker versuchte zwar im Vorfeld Stimmung zu machen, doch einige Börsianer ruderten zurück. „Die ursprünglichen Knackpunkte scheinen immer noch ungelöst und es sieht so aus, als ob bei den Verhandlungen bis zum bitteren Ende gerungen wird“, sagte Aktienhändler Jonathan Sudaria von Capital Spreads. Auch Lothar Mentel, Chef des Portfolio-Managements bei Octopus Investments bezweifelte, dass die europäischen Staats- und Regierungschefs eine überzeugende Lösung präsentieren werden. „Sie können noch kein Kaninchen aus dem Hut zaubern.“

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

- 0,5 Prozent

Euro Stoxx 50

- 0,4 Prozent

Dow Jones

+ 0,5 Prozent

Nikkei

- 0,16 Prozent

CSI 300

+ 1,59 Prozent

Euro

1,3834 Dollar (- 0,5 Prozent)

Öl (Brent)

110,80 Dollar (- 0,7 Prozent)

Gold

1.718 Dollar (+ 1,0 Prozent)

Experten erwähnten, dass die europäische Politik keine konkrete Antwort vorlegen kann, da die Verhandlungen mit den Banken über einen höheren Forderungsverzicht noch nicht abgeschlossen sind. „Was Europa braucht, ist eine klare, schnell umzusetzende und leicht zu finanzierende Lösung mit einem genauen Zeitplan“, schrieben die Analysten von Lloyds. „Es besteht aber das Risiko, dass wir einen vagen Plan ohne Zeitplan und ohne konkrete Zahlen erhalten.

Kommentare (101)

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Account gelöscht!

26.10.2011, 08:21 Uhr

Guten Morgen zusammen,

Eröffnung wohl um 6030. Die Abstimmung wird reibungslos und somit m.E. nicht richtungsweisend sein, die Auftragseingänge um 14:30 sind ausschlaggebend für die Richtung am Nachmittag. Mein Plan für heute: Zunächst Short ab 6081 (Verlaufshoch) mit TSL 30 Punkte und sonst Abwarten auf 14:30.
Auf einen erfolgreichen und trollfreien Tag!

Account gelöscht!

26.10.2011, 08:23 Uhr

...altes Verlaufshoch...

@Siggi40

26.10.2011, 08:44 Uhr

Paranoider Spinner. Sie sollten lieber aufpassen, dass Sie keine Anzeige wegen Volksaufhetzeung bekommen.

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