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22.02.2012

18:01 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt schwach – Europa sorgt für Bärenmarkt

Keine gute Nachrichten aus dem Euroraum: Griechenland steht trotz der 130 Milliarden Euro vor der Pleite und der Konjunktur im Euroraum scheint eine Rezession bevorzustehen. Die Lage bleibt gespannt.

Börse Frankfurt am Abend

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DüsseldorfIm Zweifelsfall Gewinnmitnahmen: Nach diesem Credo mögen heute die meisten Anleger gehandelt haben. Denn eine Mischung aus Skepsis gegenüber den Milliardenhilfen an Griechenland und Rezessionsängsten im Euroraum drückte heute die Stimmung an den Börsen. Am Ende des heutigen Tages ging der Dax mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 6.844 aus dem Handel. Die zweite Reihe präsentierte sich ähnlich schwach. Der MDax schloss 0,8 Prozent schwächer auf 10.380 Punkte und der TecDax sank um ein Prozent auf 778 Zähler.

Unter den Börsianern glaubt zurzeit kaum noch einer an eine Rettung Griechenlands. Es wird immer klarer, dass man mit den rigiden Sparvorlagen Griechenland nicht auf den Wachstumspfad zurückbringen kann. Doch ohne die Geldspritze würde Griechenland einer ungeordneten Pleite zum Opfer fallen und was so was bedeuten kann, zeigte 2008 die Lehman-Pleite.

Börsenexperten und Anleger sehen deshalb in den 130 Milliarden Euro nur eine Galgenfrist für Griechenland. Die Analysten der Ratingagentur Fitch halten eine Pleite ebenfalls für "höchst wahrscheinlich". Sie senkten die Bonität des Krisenlandes von der Note "C" auf die vorletzte Stufe "CCC". Danach gilt für die Fitch ein Land als bankrott.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

In dieses negative Bild passt die Meldung, dass die griechische Regierung von einem größeren Haushaltsloch als bisher vermutet ausgeht. Statt 5,4 Prozent wird das Defizit wohl 6,7 Prozent betragen

„Die Entwicklung in Griechenland wird weiter skeptisch beobachtet, aber dass es auch mit neuen Krediten weiter große Unsicherheiten geben wird, das wussten wir schon vergangene Woche“, fasste ein Händler die Stimmung an den Märkten zusammen.

Die sonst für ein Gegengewicht sorgende Konjunktur konnte heute auch nicht überzeugen. Der Einkaufsmanager-Index für den Dienstleistungssektor und das verarbeitende Gewerbe im Euroraum sank auf 49,7 Punkte. Experten rechneten mit einem Anstieg auf 50,5 Punkte. Damit liegt der Index unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Sollten die Konjunkturbarometer in China und den USA in nächster Zeit ebenfalls fallen, könnte das eine langfristige Baisse nach sie ziehen.

Diesem Risiko sind sich auch die US-Händler bewusst. Sie neigten heute ebenfalls zu Gewinnmitnahmen. Der Dow Jones verlor nach Frankfurter Börsenschluss 0,3 Prozent auf 12.930 Punkte, der S&P-500 sank um 0,3 Prozent auf 1.358 Zähler und der Nasdaq-100 lag 0,4 Prozent im Minus auf 2.579 Punkte.

Auf dem deutschen Aktienmarkt belasteten die gegenwärtigen Ereignisse vor allem die Bank-Titel. Die Commerzbank schloss heute 3,3 Prozent im Minus auf 2,07 Euro und war damit schwächster Dax-Wert. Die Deutsche Bank verbilligte sich um 2,4 Prozent auf 33,04 Euro.

Der Streik der letzten Tage am Frankfurter Flughafen machte der Lufthansa zunehmend zu schaffen. Die Papiere der größten zivilen Luftfahrtgesellschaft sanken heute um 2,6 Prozent. Berichten zufolge verursachte der Streik des Frankfurter Vorfeldpersonals einen Verlust im zweistelligen Millionenbereich. Zur Mittagszeit entschied sich die Gewerkschaft den Streik auszusetzen und das Gesprächsangebot der Frankfurter Flughafens anzunehmen. Geholfen hat es den Aktien der Lufthansa nicht. Für zusätzliche Belastung sorgte nämlich laut Börsianern auch der Ölpreis, der wegen des Atomstreits mit dem Iran derzeit auf Höhenflug ist. Öl der Sorte Brent kostete am Mittag 123,08 US-Dollar je Barrel (159 Liter).

Kommentare (14)

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otto15

22.02.2012, 08:41 Uhr

Schlage Rettungpaket zum Unwort des Jahres vor.

Petra

22.02.2012, 09:11 Uhr

Die 130.000.000.000,00 Euro sind zugesagt und anschließend (!) kommt die Meldung, daß das griechische Haushaltsloch noch größer als erwartet ist. Da muß man sich als Politker und/oder Deutscher Steuerzahler doch verar.... vorkommen! Aber was will man von den griechischen Politiker anderes erwarten. Außer Lügen und Betrügen des eigenen Volkes und der Geldgeber haben die ja nichts drauf. Bin gespannt, wann das die hochbezahlten und überversorgten Politker der "Geberländer" kapieren. Griechenland wird immer ein Empfängerland bleiben!

Rapid

22.02.2012, 09:32 Uhr

Allerdings, es ist eine Galgenfrist, die Frage und das ist eine interessante und "trächtige" oder "reduzierende" Frage oder besser die Antwort auf diese Frage, ist lediglich, wann diese Galgenfrist endgültig abgelaufen ist, wahrscheinlich dann, wenn alle Vorbereitungen für die Einführung der neuen Drachme abgeschlossen sind und man der Auffassung ist, dass der berühmte "Virus" nicht mehr die Kraft besitzt zum "Übersprung". Irgendein Wochenende wird es sein. Am besten ein verlängertes. Vielleicht Ostern oder Pfingsten.

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