Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

18.01.2016

17:59 Uhr

Börse Frankfurt

Dax schließt trotz Adidas leicht im Minus

Der deutsche Leitindex changierte am Montag zwischen Tristesse und Euphorie. Zwar sorgte der Ölpreis abermals für lange Gesichter. Auf Trab hielt die Börse am Montag in erster Linie aber ein einziger Mann.

Henkel-Chef zu Adidas

Rorsted-Wechsel rüttelt zwei Aktien mächtig durch

Henkel-Chef zu Adidas: Rorsted-Wechsel rüttelt zwei Aktien mächtig durch

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

DüsseldorfDer Dax hielt Kurs – Zickzack-Kurs. Und dafür verantwortlich war vor allem Kasper Rorsted. Erst schockte er die Börsianer, weil er bereits zum 30. April den Konsumgüterkonzern Henkel verlassen wird. Die Folge: Die Aktie von Henkel sackte zeitweise 5,9 Prozent ab. Wenig später wurde klar, warum es Rorsted so eilig von seinem Vorstandsposten treibt: Ab Oktober wird er neuer Geschäftsführer bei Sportartikelkonzern Adidas, bereits zum 1. August rückt er in den Vorstand der Herzogenauracher auf. Anleger freute es: Die Aktie stieg zweitweise mehr als zwölf Prozent im Wert.

Damit hielten die kräftig ausschlagenden Kursbewegungen des noch jungen Jahres 2016 an. Zum Börsenschluss notierte der Dax bei 0,25 Prozent im Minus auf 9521 Punkten, nachdem ihn die Gewinne von Adidas zwischenzeitlich immer wieder ins Plus geschickt hatten.

Zwar konnte sich die Börse insgesamt vom kurzzeitigen Schock erholen – für Henkel selbst gilt das nicht. Noch immer steht ein Verlust von 4,4 Prozent zu Buche. Rorsted ist seit 2008 CEO von Henkel. Er hat seitdem die Schulden des Unternehmens abgebaut und die Marge verbessert. Auf seinen Abgang reagieren Anleger dementsprechend nervös.

Nennenswert zulegen konnten ebenso die Aktien von Infineon (+2,73 Prozent). Zu den größten Verlierern gehörten neben Henkel (Schlusskurs: -4,1 Prozent) auch Bankaktien. Die Deutsche Bank verlor 3,28 Prozent, die Commerzbank war mir 1,87 Prozent im Minus.

Die besten Anlagen 2015

Deutsche Staatsanleihen

Es war vor allem die Europäische Zentralbank die mit ihren Anleihekäufen die Kurse auch der deutschen Staatsbonds immer weiter nach oben trieb. Im Gegenzug sackten die Renditen. Zuletzt sind sie aber wieder gestiegen – so dass für Anleger mit Bundesanleihen nur magere Erträge aus Kursgewinnen und Zinsen blieben. Wer 100.000 Euro in einen Korb aus Bundesbonds steckte hat jetzt 100.310 Euro auf dem Konto. Das ist weniger als sich im Schnitt mit Tagesgeld erwirtschaften ließ.

Stand: 30.12.2015, 11.30 Uhr; Wertentwicklung ohne Transaktionskosten
Quelle: Bloomberg

Aktien Euro-Zone

Die Spreizung im Euro-Raum ist recht groß. Der größte Gewinner in diesem Jahr ist bislang die Börse in Dublin, die mehr als 30 Prozent zulegte. Die Indizes in Spanien, Luxemburg und vor allem in Griechenland und Zypern stürzten dagegen ab. Der Euro Stoxx 50 für die Standardwerte im Euro-Raum gewann 5,1 Prozent, somit wurden aus 100.000 Euro 105.100 Euro.

Deutsche Aktien

Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro in den Dax gesteckt hat, kann sich über ein Plus von 10,26 Prozent, also von 10.260 Euro freuen Noch viel besser entwickelten sich Nebenwerte. Der MDax der mittelgroßen Aktien legte rund 23 Prozent zu, der TecDax 34 Prozent. Auch an anderen europäischen Börsen hatten die Small Caps oft die Nase vorn.

Amerikanische Staatsanleihen

Die Zinserhöhung der US-Notenbank im Dezember konnte US-Bonds bislang nicht viel anhaben. Unter dem Strich und im Mittel aller Laufzeiten sind die Kurse etwas höher als zu Jahresbeginn – und die Renditen entsprechend leicht gesunken. In Dollar gerechnet brachten US-Staatsanleihen Investoren so einen Gesamtertrag aus Zinsen und Kursgewinnen von gut einem Prozent. Da der US-Dollar jedoch deutlich zulegte, profitierten Euro-Anleger: Sie können sich 100.000 in US-Staatsanleihen angelegten Euro jetzt über einen Depotstand von 111.650 Euro freuen.

US-Aktien

Die US-Börsen haben sich von ihrem Einbruch im Sommer erholt – und nach jüngsten Spurt bislang ein mageres Jahresplus geschafft. Der gestiegene Dollar hilft aber Euro-Investoren, die nicht währungsgesichert in den USA angelegt haben. Der S&P 500 stieg in Euro gerechnet um 11,81 Prozent. Aus 100 000 Euro wurden bis kurz vor Jahresschluss 111.810 Euro.

Chinesische Aktien

Kaum eine Börse war so in den Schlagzeilen wie die chinesische. Bis zum Frühjahr stieg sie rasant – dann kam der Absturz. Dabei schreckten die Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft der Volksrepublik die Investoren weltweit auf. Dennoch notierten der Leitindex Shanghai Composite immer noch deutlich fester als zu Beginn 2015 und auch der Yuan hat auf Jahressicht zum Euro zugelegt. So wurden aus 100.000 im Shanghai Composite angelegten Euro 116.980 Euro

Japanische Aktien

Die Notenbank pumpt weiter Geld in den Markt und das Reformprogramm von Ministerpräsident Shinzo Abe zur Ankurbelung der Wirtschaft greift – wenn auch langsamer als viele erwartet hatten. Entsprechend holprig ging es auch 2015 am japanischen Aktienmarkt zu. Unter dem Strich gilt jedoch: Der Nikkei 225 Index gewann 2015 gut neun Prozent. Gleichzeitig wertete der Yen zum Euro kräftig auf. 100.000 in den Index investierten Euro vermehrten sich deshalb auf 120.020 Euro.

Griechische Staatsanleihen

Auch sie verblüffen Investoren und gelten als zu riskant für eine seriöse Anlage. Im Sommer fürchteten die wenigen Anleger die noch griechische Bonds handeln den Austritt Griechenlands aus dem Euro-Raum. Die Kurse der Staatsbonds fielen drastisch. Sie erholen sich jedoch seit sich das dritte Hilfspaket für Hellas abzeichnet. Die Folge: Wer 100.000 Euro in griechische Staatsbonds verfügte hat jetzt 121.190 Euro.

Venezolanische Aktien

Die Börse in Caracas ist der Überraschungssieger des Jahres, und das obwohl die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge in der Rezession steckt. An der Börse werden jedoch nur sehr wenige Aktien gehandelt, die Umsätze liegen täglich bei meist nur ein paar tausend Dollar. Aktien sind aber für venezolanische Investoren eine Möglichkeit ihre Bolivar vor dem Wertverfall angesichts der Inflation von 160 Prozent zu retten. Außer den heimischen Investoren legt kaum jemand Geld in Caracas an. Dennoch: Theoretisch konnten Anleger 361.80 Euro verdienen, wenn sie Anfang des Jahres 100.000 Euro in Venezuelas Leitindex IBC investierten.

Nach zwei Handelswochen des Jahres liegt die Hälfte der 30 Dax-Titel zweistellig im Minus. Ende vergangener Woche hatte nicht nur der Dax deutlich nachgegeben, auch der Dow-Jones-Index in den USA hatte deutlich um 2,4 Prozent nachgegeben und unter 16.000 Punkten geschlossen. An diesem Montag ist der US-Markt wegen eines Feiertags (Martin Luther King Day) aber geschlossen und bleibt als wichtiger Taktgeber aus.

Das Ende der internationalen Sanktionen gegen den Iran hat die Ölpreise am Montag auf den tiefsten Stand seit rund 13 Jahren gedrückt. Der Preis für Öl der führenden Nordseesorte Brent fiel im Handel zeitweise mehr als zwei Prozent auf 27,67 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und war damit so billig wie seit 2003 nicht mehr. US-Öl gab bis auf 28,36 Dollar pro Fass nach.

Iran und der Atomdeal: Ölpreis erschüttert Finanzmärkte im Nahen Osten

Iran und der Atomdeal

Ölpreis erschüttert Finanzmärkte im Nahen Osten

Die Börsen in den arabischen Ländern liegen am Sonntag tief im Minus. Vor allem der anhaltende Verfall an den Rohstoffmärkten drückt auf die Kurse. Doch ein Land legt gegen den Trend zu.

Da mit der Aufhebung der Sanktionen der Iran wieder mehr Öl am Weltmarkt verkaufen könne, erhöhe dies den Abwärtsdruck auf die Preise, sagten Analysten. Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um 75 Prozent eingebrochen, seit Anfang 2016 um über 25 Prozent. Grund sind ein Überangebot und eine zugleich maue Nachfrage wegen trüber Konjunkturaussichten.

Am Markt herrschte zuletzt die Sorge, dass die Rückkehr des Iran den Preisverfall vorantreiben könnte. Das Land kündigte schon an, die Fördermenge um eine halbe Million Barrel je Tag zu erhöhen. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag dem Iran bescheinigt, alle Verpflichtungen des Atom-Abkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Die USA und die Europäische Union heben daher ihre Finanz- und Wirtschaftssanktionen auf.

Dax, MDax, TecDax, SDax: Das sind die Aktienfehlstarts des Jahres

Dax, MDax, TecDax, SDax

Das sind die Aktienfehlstarts des Jahres

Ölpreis-Tief, Börseneinbruch in China – die Finanzmärkte stehen 2016 unter Druck. Nach knapp zwei Handelswochen haben fast alle Aktien in den wichtigen deutschen Indizes verloren. Nur zwei legen mehr als ein Prozent zu.

Hedgefonds erwarten, dass der Preis für den Rohstoff weiter fallen könnte. Das Verhältnis von Anlegern, die auf fallende Kurse setzen, zu denen, die steigende Ölpreise erwarten, ist so groß wie nie, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Entsprechende Daten, die Geschäfte bis zum 12. Januar erhalten, veröffentlichte eine US-Finanzmarktbehörde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×